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  • 10. Mai 2012 6 3 Min.

Schwul-lesbische Online-Jobbörsen laufen in Deutschland nicht gut

Kommenden Monat findet die Karrieremesse MILK in Berlin statt. Aber was macht der gemeine Schwule, wenn er im August oder Oktober auf Jobsuche ist?

Von Carsten Weidemann

Bei MILK werben namhafte Arbeitgeber wie Google, General Electric, Vodafone, NH Hotels oder Hugo Boss um Jobsuchende. Sie garantieren den Antragsstellern, dass ihre Homosexualität im Unternehmen kein Problem sein wird. Egal, ob der Lebenspartner das Pausenbrot im Büro vorbei bringt oder bei der Weihnachtsfeier der Abteilung mit der Ehefrau des Chefs Rumba tanzt - niemand muss sein Privatleben als schmutziges Geheimnis verstecken.

Ansonsten ist es für Jobsuchende schwierig, homofreundliche Angebote heraus zu sortieren. Das Problem: In Deutschland scheinen sich keine schwul-lesbischen Onlinejobbörsen zu etablieren. So ist etwa das Portal Gayjob.de nicht auf der Höhe der Zeit. Die Seite wirkt wie ein Portal aus den frühen 90er Jahren, als das Internet gerade laufen lernte - und enthält derzeit nur wenige ernstzunehmende Jobangebote. Andere Jobbörsen mussten nach großen Ankündigungen kleinlaut ihr Angebot beenden: So startete 2010 pinkjobs.de mit großen Hoffnungen. Inzwischen hat das Portal aufgegeben - auf der Seite wird nun für Imkerbedarf oder Billig-Telefonnummern geworben.

Vorbild: USA

In den Vereinigten Staaten sind viele Firmen beim Thema Diversity schon weiter. So wurde etwa das schwul-lesbische Portal outandequal.org als gemeinnützige Organisation gegründet. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung im Job zu verhindern. Firmen wie HP oder IBM reißen sich darum, ihr Unternehmen auf der Seite vorstellen zu dürfen - auf der angeschlossenen Seite lgbtcareerlink.com bieten die Unternehmen unzählige Arbeitsplätze in den gesamten USA an.

Andere Seiten offerieren sogar Dienste für verschiedene Gruppen: So gibt es bei diversityworking.com nicht nur einen schwul-lesbischen Kanal, sondern auch einen für Afroamerikaner, einen für ältere Arbeitnehmer und sogar einen für Kriegsveteranen. Die schwul-lesbische Community in den USA ist freilich deutlich größer als in Deutschland.

Keine Alternative zu allgemeinen Jobbörsen?

Bei "normalen" Jobseiten hat man natürlich den Vorteil, dass man aus dem Vollen schöpfen kann. Dank des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, das in Deutschland 2006 in Kraft getreten ist, dürfen Schwule und Lesben ohnehin nicht mehr diskriminiert werden - ansonsten können sie klagen.

Bei der Jobsuche sollte man sich nicht alleine auf die Jobseite der Arbeitsagentur verlassen, die trotz des Millionenaufwandes noch immer viele Defizite aufzuweisen hat. Viele private Seiten bieten hier größere Erfolgsaussichten, wie etwa die sehr gute Jobbörse stepstone.de. Und man muss nicht immer vor dem heimischen Computer sitzen, um den Traumjob zu finden: Die Seite bietet auch eine der besten Job-Apps für Android und iPhone an, die es derzeit gibt.

Nur eines muss man leider Gottes noch selber tun: arbeiten...

-w-

#1 wanderer LEAnonym
  • 14.05.2012, 21:28h
  • Wenn nur noch 50 % im erwerbsfähigen Alter eine Vollzeitstelle bekommen, von denen wiederum die Hälfte unter 1.800 Euro brutto verdient, und 15 % in Teilzeit bei 400 Euro jobben, sich das vom Amt bios zum Hartz-IV-Satz aufstocken lassen müssen - der Rest ist erwerbslos (incl. "Maßnahmen" des Arbeitslosenamtes bzw. frühberentet) - gibt es halt auch weniger schwulenfreundliche Angebote.

    Natürlich, jeder gesunde Mensch kann sich selbständig machen, auf den Rücken die Propanflasche, als Bauchladen den Bratwurstgrill, und sich damit so lange vor den Bahnhof stellen bis er umfällt.
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#2 DarkpawEhemaliges Profil
  • 19.05.2012, 08:43h
  • Ich bin auch als Schwuler auf ganz normale Weise auf Jobsuche gewesen und hab auf ganz normale Weise nen Job gefunden, ich weiss garnich wo das Problem liegt. xDDD
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#3 DosiAnonym