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Roger & Guido
Erster schwuler Schützenkönig regiert in Niedersachsen
- 14. Mai 2012 2 Min.

In der Online-Ausgabe von "Bild" gab es Glückwünsche für Königin Guido
Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist bislang eher für die seit Jahrzehnten anhaltenden Proteste gegen das Atommülllager in Gorleben bekannt. Jetzt erregt ein kleiner Schützenverein in der Gemeinde Sallahn mit einem schwulen Schützenkönig Aufsehen.
Der 49-jährige Roger Habermann ("Roger der Sanftmütige") hat am Sonntag den Schießwettbewerb seines Heimatverbandes "Schützenverein Sallahn von 1893" für sich entscheiden können. Er wird damit zusammen mit seinem 41-jährigen Partner Guido Leffrang ("Guido der Fröhliche") den Verein und seine rund 100 Mitglieder nach außen repräsentieren - ein Novum in Niedersachsen, das am Montag in mehreren lokalen und überregionalen Medien zum Thema wurde.
Der neue Schützenkönig betont, dass mit dieser Wahl gezeigt werden solle, dass Schwule auch in dörflichen Regionen angekommen seien. Die Auszeichnung sei "kein Ulk in nachrichtenhungrigen Zeiten", erklärte er nach Angaben des NDR. Wir wollen zeigen, dass wir auch in der Öffentlichkeit und im Verein zu unserer Partnerschaft stehen", so Habermann. Auch in seiner Familie sei sein Partner voll anerkannt: "Meine Eltern, 84 Jahre, haben sich immer gewünscht, dass ich mal König in unserem Dorf werde. Dass an meiner Seite 'Königin Guido' ist, finden sie total okay!". Das Paar ist bereits seit acht Jahren zusammen und lebt in einem 120-Seelen-Dorf.
Für Dachverband ist schwules Paar "selbstverständlich"
Ein Sprecher des Niedersächsischen Sportschützenverbandes erklärte, dass es bislang noch kein einziges schwules Königsschützenpaar in Niedersachsen gegeben habe - man werde das "natürlich als ganz selbstverständlich" akzeptieren.
Nicht alle Schützenvereine halten Homosexuelle für gleichwertig: Erst im März diesen Jahres kam der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) in die Schlagzeilen, als der 300.000 Mitglieder zählende Dachverband einem schwulen Schützenkönig untersagte, öffentlich mit seinem Lebenspartner aufzutreten (queer.de berichtete). Der Verband begründete das mit seiner katholischen Tradition. Der Kölner Weihbischof Heiner Koch, der auch BHDS-Chef ist, warf daraufhin Schwulen vor, Schützenbruderschaften für ihre Zwecke "missbrauchen" zu wollen (queer.de berichtete). (dk)














Schon wieder ein offen schwuler Schützenkönig? So langsam finden sich in fast allen Bereichen Schwule die sich trauen zuouten. Nur Bastionen wie der deutsche Profifussball hält noch komplett dicht.