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Newsweek-Titelstory
Ist Obama "der erste schwule Präsident"?
- 14. Mai 2012 2 Min.

"Newsweek" hat in seiner neue Ausgabe Präsident Barack Obama zum "First Gay President" erhoben. Obama hatte sich letzte Woche erstmals während seiner Präsidentschaft für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ausgesprochen (queer.de berichtete).
Die Titelgeschichte des nach "Time" zweitgrößten US-Nachrichtenmagazins beschreibt, dass Obama sich in das Leben von Schwulen und Lesben hineinversetzen könne, weil er ähnliche Hürden als schwarzer Amerikaner überwinden musste. Als der Präsident in Hawaii und Indonesien aufgewachsen sei, habe die Frage seiner Rasse noch keine große Rolle gespielt - als Erwachsener habe er aber mit Diskriminierung Erfahrungen gemacht:
Das ist die schwul-lesbische Erfahrung: Als Erwachsener hat er eine Community gefunden, die er vorher nicht kannte. Er hat dafür gekämpft, in beiden Orten zu Hause zu sein - und zwar ohne sich verstellen zu müssen und ohne sich fremd zu fühlen. Heute ist das einfacher als je zuvor. Aber man muss immer mit Narben rechnen. Obama hat gelernt, schwarz zu sein - auf die gleiche Art lernen Schwule, schwul zu sein.
Der Artikel wurde vom eigenwilligen schwulen Kolumnisten Andrew Sullivan verfasst. Der in England geborene und aufgewachsene 48-jährige Amerikaner bezeichnet sich selbst als Konservativen, der sich unter anderem für eine einheitliche Einkommensteuer und für eine weitere Reduzierung des Bundeshaushalts einsetzt. Einst ein glühender Anhänger von George W. Bush, wandte er sich jedoch 2004 vom republikanischen Präsidenten ab und unterstützte daraufhin die demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry und Barack Obama. Neben der unversöhnlichen Haltung Bushs gegenüber Homo-Rechten kritisierte er auch die Irak-Politik des Republikaners, obwohl er 2003 die Invasion des Landes noch unterstützt hatte.
Viele republikanische Analysten haben in den letzten Tagen die Hoffnung geäußert, dass das Eintreten für die Ehe-Öffnung konservative Wähler bei den Präsidentschaftswahlen im November in Scharen an die Wahlurnen locken könnte. Manch republikanischen Politiker setzen sich inzwischen mit offen homophoben Kommentaren für ihren Kandidaten Mitt Romney ein - indem sie etwa das Wort "gay" wie Rabauken auf dem Schulhof negativ besetzen. So erklärte am Wochenende US-Senator Rand Paul bei einer Veranstaltung der konservativen Lobbygruppe "Faith and Freedom Coalition": "Nennen Sie mich zynisch, aber ich war mir nicht sicher, dass seine Ansichten über die Ehe noch schwuler werden konnten." Das Publikum lachte entzückt. (dk)
Aussagen Pauls zur Homo-Ehe ab 5:20. Rand Paul ist der Sohn von US-Präsidentschaftskandidat Ron Paul.














