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- 16. Mai 2012 2 Min.

Foto: Ben de Biel / flickr / cc by-nd 2.0
Piraten können ganz schön zickig sein. Oder konsequent. Oder ziemlich pubertär, je nach Betrachtungsweise. Der Berliner Piraten-Abgeordnete Gerwald Claus-Brunner, bekannt durch seine große Blaumann-Kollektion und sein modisch gemeintes Palästinensertuch, ist sauer über eine Einladung des Völklinger Kreises. Der Verband schwuler Führungskräfte hatte ihn - wie alle anderen Mitglieder des Abgeordnetenhauses - zum Jahresempfang ins Rote Rathaus eingeladen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) höchstselbst soll dort als Gastredner auftreten.
Doch Claus-Brunner wird bei dem drögen Smalltalk-und-Schnittchen-Event am Montag, den 21. Mai nicht dabei sein. Und nicht nur das: In seinem wütenden Antwortschreiben forderte der nach eigenen Angaben zu "95 Prozent" selbst schwule Pirat den Völklinger Kreis auf, ihm in Zukunft bitteschön keine weiteren Briefe mehr zu schicken. Verbunden mit der Drohung: "Bei weiterer Zuwiderhandlung behalte ich mir weitere rechtliche Schritte vor."
Gegenüber dem "Tagesspiegel" wurde der Piraten-Abgeordnete deutlicher: Den Verband der schwulen Führungskräfte nannte Claus-Brunner einen "Elitenzusammenschluss von Bessergestellten", mit dem er nichts zu tun haben möchte. Mit Lobbyisten werde er sich niemals treffen, von deren Ansichten wolle er allenfalls aus Parlamentsdokumenten "mit offizieller Drucksachennummer" erfahren. Auch lege er Wert darauf, seinen Posteingang übersichtlich zu halten.
Der Völklinger Kreis zeigte sich indes "sehr enttäuscht" von Gerwald Claus-Brunner. Eine solche Reaktion habe er noch nie erlebt, sagte Verbandschef Bernd Schachtsiek. (mize)
Mehr zum Thema:
» queer.de-Interview mit Gerwald Claus-Brunner (23.09.11)















Leute, die beruflichen Erfolg haben, eigenverantwortlich handeln und Verantwortung tragen wie die Mitglieder des Völklinger Kreises sind in Berlin nicht willkommen. Was soll man auch von einer Partei anderes erwarten, die ein bedingungsloses Grundeinkommen und freie Nutzung des ÖPNVs fordert? Die Berliner, die von Hartz IV leben, liegen den ganzen Tag auf der Couch oder hängen am Internet rum. Das Geld kommt vom Sozialamt und der Strom aus der Steckdose.
Die Piraten, die Linken, die Grünen und auch die SPD können sicher sein, in Berlin immer und immer wieder gewählt zu werden, solange sie diese Faulpelze in Ruhe lassen und nur mit Samthandschuhen anfassen.
Leistungsträger wie die Mitglieder des Völklinger Kreises, die 50-60 Stunden und mehr in der Woche arbeiten, werden angepöbelt und verspottet.