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- 18. Mai 2012 2 Min.

Anti-Homophobie-Kampagne aus der Schweiz (2008)
Eine vom NRW-Integrationsministerium vorgestellte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 20 Prozent der Menschen im Land Vorurteile gegen Homosexuelle hegen.
Die Studie "Homophobie in Nordrhein-Westfalen" fasst die Entwicklung der homophoben Einstellungen in NRW in den letzten zehn Jahren zusammen. Sie basiert auf Untersuchungen zur "gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in Deutschland", die von 2002 bis 2011 jährlich im Mai und Juni durchgeführt wurden. Die neuesten Zahlen zeigen, dass heute noch 20 Prozent offen sagen, dass Homo-Küsse in der Öffentlichkeit "ekelhaft" seien - 2002 waren es aber noch 31 Prozent. Zudem erklärten zuletzt 14 Prozent, Homosexualität sei "unmoralisch".
Eine große Mehrheit spricht sich demnach inzwischen für die Öffnung der Ehe aus. In Nordrhein-Westfalen stimmen dem 74 Prozent zu, in ganz Deutschland sind es sogar 77 Prozent.
Wie viele Befragungen zuvor kam auch diese Studie zum Ergebnis, dass homofeindliche Vorurteile nach wie vor mit anderen Vorurteilen verknüpft sind. Wer keine Schwulen mag, hat in der Regel auch Probleme mit Juden, Muslimen, Obdachlosen oder Menschen mit Behinderungen. Überdurchschnittlich homophob sind Ältere, wenig Gebildete, Männer und Menschen mit Migrationshintergrund. Je religiöser sich die Befragten einschätzten, desto stärker neigen sie im Durchschnitt zu homophoben Einstellungen. Unter Muslimen, aber auch orthodoxe Christen und Mitgliedern von Freikirchen gibt es besonders hohe Homophobie-Werte. Auch bei den 16- bis 21-Jährigen habe die Homophobie in den letzten Jahren leicht zugenommen, allerdings ist das Ausmaß an Homophobie der Studie zufolge "nur unwesentlich höher als in den mittleren Altersgruppen".
Bayern am homophobsten, Berlin am wenigsten homophob
Nordrhein-Westfalen liegt beim Ausmaß der Homophobie auf Platz neun unter den 16 deutschen Ländern. Am homophobsten sind demnach Bayern, Sachsen und Rheinland-Pfalz, am wenigsten homophob sind die Leute in den Stadtstaaten Berlin und Bremen sowie Schleswig-Holstein.
NRW-Emanzipationsministerin Barbara Steffens (Grüne) erklärte, die Zahlen zeigten, dass Homophobie in der Gesellschaft noch immer zu weit verbreitet sei. "Damit dürfen wir uns nicht abfinden. Vorurteile gegenüber Lesben und Schwulen sollten in einer modernen Gesellschaft keinen Platz haben", sagte Steffens. "Das Engagement der landesweit etwa 80 ehrenamtlichen Aufklärerinnen und Aufklärer kann gar nicht genug gelobt werden". (dk)














