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Ukraine
Kiew: CSD-Demo abgesagt
- 20. Mai 2012 2 Min.

In einer Youtube-Botschaft baten die Aktivisten vor wenigen Wochen um Unterstützung
Die Veranstalter der ersten CSD-Demo in der Ukraine fühlten sich von der Polizei zu wenig geschützt und sagten den Termin nach mehreren Zwischenfällen kurzfristig ab.
Von Carsten Weidemann
Am Samstag schien noch alles in Ordnung zu sein. Die Behörden gaben grünes Licht für die geplante erste Demonstration von Schwulen und Lesben. Auf den Straßen von Kiew war zudem ein größeres Aufgebot an Militär aufmarschiert. Doch dann wurde die Situation von Stunde zu Stunde unübersichtlicher und unsicherer, bis die Veranstalter die Notbremse zogen und die Veranstaltung, an der rund 150 Aktivistinnen und Aktivisten aus der Ukraine sowie aus Weißrussland und Lettland teilnehmen wollten, absagten. Der Grünen-Politiker Volker Beck, der sich in Kiew aufhält, nennt als Hauptgrund gegenüber den Medien: "Die Organisatoren hatten nicht das Gefühl, von der Polizei hinreichend geschützt zu werden".
So zerstörten zwei Männer bereits am Samstagabend Teile einer Fotoausstellung über homosexuelles Leben in einer Galerie in Kiew. Am Sonntag kamen nach Becks Angaben rund 1000 Gegendemonstranten zusammen, religiöse Fundamentalisten und Nationalisten, die gegen die Parade protestieren wollten und die offensichtlich auf Provokationen aus waren. So wurden laut Twittermeldungen anwesende Journalisten mit Pfefferspray attackiert.
Drohungen und Verletzte vor der Absage der Demo

Logo des abgesagten Gay Pride 2012 in Kiew
Rechtsradikale sollen die Busse blockiert haben, mit denen die Paradenteilnehmer weggebracht werden sollten. Zwei Personen sollen zudem wegen gewaltsamer Attacken ins Krankenhaus gebracht worden sein. Die Hoffnung, dass sich die Behörden in Kiew wenige Wochen vor der Fußballweltmeisterschaft mehr Mühe geben und die CSD-Teilnehmer vor den homofeindlichen Radikalen schützen, wurde enttäuscht.
Volker Beck, der noch bis Anfang der Woche in Kiew sein wird, wirft der Polizei vorsätzliches Versagen vor und fordert Außenminister Guido Westerwelle auf, sich über die diplomatischen Kanäle einzuschalten. Gewaltbereite Rechte hätten bereits angekündigt, gegen die in Kiew für Montag geplante LGBT-Konferenz vorzugehen.
Links zum Thema:
» Website der LGBT-Aktivisten in der Ukraine















www.telegraaf.nl/buitenland/12172452/__Gay_parade_Kiev_afgel
ast_om_geweld__.html
2 mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden.