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- 03. Juni 2012 2 Min.

Homoerotik in der Kunst: Auf 160 Seiten finden sich von Pop-Art bis hin zu fotorealistischer Malerei alle Genres
Ein neuer Bildband, zusammengestellt von David Leddick, bietet einen einzigartigen Überblick über zeitgenössische Werke schwuler Künstler.
Von Carsten Weidemann
Zeitgenössisch? Bildend? Kunst? Die Kombination dieser drei Wörter ruft bei vielen eher einen Fluchtreflex hervor als Neugier. Das mag gelegentlich durchaus zu Recht so sein - wer dagegen den Bildband "Gorgeous Gallery" nicht in die Hand nimmt, bringt sich selbst um ein mehr als sinnliches Vergnügen.
Das Anfang Juni im Bruno Gmünder Verlag erschienene Buch bietet einen einzigartigen Überblick über zeitgenössische Werke schwuler Künstler. Und wer denkt, Kunst und Sexappeal, das ginge nicht zusammen, der wird eines Besseren belehrt: Nahezu alle Motive in dieser umfangreichen und erfreulich abwechslungsreichen Sammlung moderner schwuler Mal- und Zeichenkunst strahlen deutlich mehr Erotik und Sex aus als die gängige Pin-Up-Fotoband-Dutzendware, die sich in den Regalen schwuler Buchläden auftürmt.
Von David Hockney bis Andy Warhol
Kenntnisreich zusammengestellt wurde das alles von David Leddick, der sich bereits mit mehreren Bildbänden als Chronist der schwulen Kunstgeschichte etabliert hat. "Dieses Buch ist der Idee gewidmet, dass Kunst und Erotik nebeneinander in einem Kunstwerk existieren können", erklärt Leddick sein Konzept. Und macht uns sein Buch gleich weiter schmackhaft: "Man könnte sogar von ‚Pornografie' sprechen - denn es gibt zweifellos Kunst, die pornografisch im Sinne von 'sexuell erregend' ist."
Auf 160 Seiten finden sich in "Gorgeous Gallery" alle Genres - von Pop‐Art bis zu fotorealistischer Malerei, von zeitgenössischer Kunst über die Avantgarde bis hin zu den Klassikern. Vertreten sind auf Künstlerseite Promis wie Andy Warhol und David Hockney, darüber hinaus Don Bachardy, David Joseph Fanelli, Peter Flinsch, Wes Hempel, Michael Leonar und Gilbert Lewis, um nur einige Namen zu nennen.
Romantiker kommen in dieser "Galerie zum Durchblättern" genauso auf ihre Kosten wie die Freunde unverblümt erotischer Darstellungen. "Gorgeous Gallery" präsentiert nicht nur eine Kollektion von Kunstwerken, die den schwulen Zeitgeist des 20. Jahrhunderts einfangen, sondern liefert tatsächlich den Beweis: Kunst ist geil!
David Leddick (Hrsg.): Gorgeous Gallery, 160 Seiten, Farbe, Hardcover mit Schutzumschlag, 21,5 x 28,5 cm, Sprache: Englisch, Bruno Gmünder Verlag, Berlin 2012, 29,95 €, ISBN 978‐3‐86787‐248‐5
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"Zeitgenössisch? Bildend? Kunst? Die Kombination dieser drei Wörter ruft bei vielen eher einen Fluchtreflex hervor als Neugier."
Was bedeutet es, wenn man das Zeugnis geistiger Armut gleich zu Beginn als launigen Scherz vor sich her trägt?
"Und wer denkt, Kunst und Sexappeal, das ginge nicht zusammen, der wird eines Besseren belehrt:"
und kann gemalte Ärsche angucken, die live ja dann doch spannender sind.
"Zeitgenössische bildende Kunst" - das ist hier: röhrender Arsch für übers Bett.
Warum ist 'schwule Kunst' so oft so uninspiriert, so gedankenlos?