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  • 08. Juni 2012 27 2 Min.

Eine andere Herangehensweise an das Evangelium zeigt der Fotograf Dave Kennedy in seiner Motivreihe "The Twelve" (Bild: Screenshot pcnw.org)

Die halbherzige Öffnung der Pfarrhäuser für Homo­sexuelle sorgt für weiteren Wirbel in der evangelischen Kirche in Sachsen. Abweichler wollen den Synodenbeschluss durchkreuzen.

Von Carsten Weidemann

Die evangelische Kirche in Sachsen findet keine Ruhe. Seitdem die Frühjahrssynode der sächsischen Evangelisch-Lutherischen Kirche Ende April einen Vorschlag der Kirchenführung angenommen hat, wonach homo­sexuelle Pfarrer mit ihrem Lebenspartner unter bestimmten Bedingungen im Pfarrhaus leben dürfen (queer.de berichtete). Jetzt stellen sich acht Mitglieder der evangelikalen Missionsgruppe "Evangelisationsteam" sogar gegen ihre Leitung. "Den Landesbischof, die Kirchenleitung und die Landessynode erkennen wir nicht mehr als geistliche Leitung unserer Landeskirche an", heißt es in ihrem Protestschreiben. Das berichtete "Die Welt" in ihrer Donnerstagsausgabe.

Mit dem Protestschreiben wollen die konservativen Kräfte der Kirche noch einmal den Druck erhöhen. Sie haben sich laut der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auch dem sogenannten Bündnis "Sächsische Bekenntnis-Initiative" angeschlossen, in dem sich all die Gemeinden versammeln, die auch gegen die Eingetragene Lebenspartnerschaft sind. Derzeit werde das Bündnis von 106 der insgesamt 776 sächsischen Kirchengemeinden unterstützt. Während man beim Bündnis jedoch noch auf Dialogbereitschaft setzt, wollen die acht nicht mehr reden. Sie fürchten, "weichgeklopft" zu werden. Unter den Unterzeichnern der Erklärung befinden sich unter anderem ein Pfarrer und eine Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Der Streit in der Evangelischen Kirche droht zu eskalieren


(Bild: Screenshot pcnw.org)

Der Kompromiss der Landeskirche wurde auch von Schwulen- und Lesbengruppen kritisiert: Anders als verheiratete heterosexuelle Pfarrer müssen verpartnerte Kollegen nämlich nach der neuen Regelung die Zustimmung des gesamten Kirchenvorstandes einholen, um gemeinsam mit ihren Lebenspartner ins Pfarrhaus einziehen zu dürfen. Ist nur ein Mitglied dagegen, muss der Partner draußen bleiben.

Die Leitung der Landeskirche reagierte mit Verärgerung auf den neuen Aufruf der Homo-Gegner, der auf Konfrontation statt auf den Dialog setzt. Man halte das Gesprächsangebot weiterhin aufrecht. Die Stellungnahme hat bei den Verfassern auf jeden Fall für viele aufgeregte Anrufe und zahlreiche E-Mails gesorgt, darunter sogar Morddrohungen.

-w-

#1 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 08.06.2012, 23:22h

  • Ein Paar darf nicht zusammenleben selbst wenn es verpartnert ist?

    Welches Recht wird denn da angewendet? Ist das deutsches Grundgesetz oder ist da das dritte Reich bei einigen in der evang. Kirche immer noch aktuell?

    Auch schön von einer "Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie" zu lesen. Was wird denn dieses religiöse Psycho-Tantchen schwulen Jugendlichen wohl raten wenn sie noch Selbstakzeptanzprobkeme ihrer sexuellen Orientierung haben? Man wagt es nicht sich's vorzustellen!

    Tja, wo man zugegebenermassen Schwulenpolitisch bei den Katholiban gleich mit einer Lebensmittelvergiftung auf der Intensivstation liegt, muss man bei den Evangelikalen immer noch übelst kotzen! So viel besser sind die nicht.

    Hört auf zu kotzen, raus aus ALLEN Religionen!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.06.2012, 00:16h
  • Quertreiber gibt es überall und das gilt auch leider für dei Evangelische Kirche in Sachsen!
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#3 wanderer LEAnonym
  • 09.06.2012, 02:02h
  • Wenn eine Gemeinde einen bestimmten Pfarrer haben will, dann muß sie auch dessen Lebensform akzeptieren. Entweder ganz oder gar nicht. Andererseits kann ein Pfarrer vorher Erkundigungen einziehen über das soziale Umfeld dort - also die Leute der Gemeinde, mit denen er es es zu tun haben wird - bevor er sich um so eine Pfarrstelle bewirbt oder nicht. Als Schwuler mit Partner geht man vielleicht nicht mitten ins Erzgebirge. Wo nicht gewählt wird sondern "entsendet", fällt eben die gesamte Verantwortung auf die lokal zuständigen Koordinatoren, egal wie deren Ämter konkret heißen.
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