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"Bunt und kaum bekleidet"
CSD Stuttgart beklagt Homo-Klischees in der IHK
- 11. Juni 2012 2 Min.

Der IHK sind Schwule und Lesben auf dem CSD offenbar zu schmuddelig (Bild: Guido Klein)
Der Stuttgarter CSD weist dieses Jahr mit dem Motto "Gleichbeschäftigt" auf das Thema Diskriminierung am Arbeitsplatz hin - ein lokaler IHK-Chef sieht in der Veranstaltung allerdings nur ein Treffen bunter Nackedeis.
Andreas Richter, der Chef der Industrie- und Handelskammer der Region Stuttgart, hat in einem Interview mit den "Badischen Neuesten Nachrichten" erklärt, dass Firmen zwar "mit dem Thema Homosexualität" kein Problem hätten, kritisierte aber gleichzeitig CSDs: "Die Parade mit Leuten, die sehr bunt bis kaum bekleidet sind, ist nichts, mit dem Unternehmen etwas anfangen können", sagte Richter.
In einem Brief hat CSD-Organisator Christoph Michl die "oberflächliche Bewertung" zurückgewiesen. Michl erklärte, dass der Stuttgarter CSD aus mehr als 80 Einzelterminen bestehe, so gebe es etwa viele Diskussionsveranstaltungen, ein Kandidatencheck zur OB-Wahl sowie Film- und Kulturabende oder Gottesdienste. "Mit einer solch pauschalen Bewertung des CSD und der Polit-Parade tun Sie der Vielzahl der gut 3.000 aktiven Parade-Teilnehmer, die das Festival sittlich bekleidet und mit konkreten gesellschaftspolitischen Forderungen prägen, schlicht Unrecht", so Michl. Außerdem habe die Parade mit den "farbeprächtigen Kostümen" eine "klare geschichtliche Referenz", da sie an den Ursprung der modernen Homo-Bewegung - den Stonewall-Aufstand im Jahr 1969 - erinnere. Er lud Richter ein, sich bei den vielen Veranstaltungen selbst ein Bild zu machen.
Handwerkskammer ist offener
Die Organisatoren hatten die IHK bereits Ende Februar über das CSD-Thema informiert und den Unternehmerverband um ein Grußwort gegeben. Im Gegensatz zur Stuttgarter Handwerkskammer hat die IHK den Aktivisten aber eine Abfuhr erteilt. Die CSD-Veranstalter erfuhren davon aus einem Artikel in der "Stuttgarter Zeitung".
Das Thema Homosexualität am Arbeitsplatz hat den Organisatoren bereits Kopfzerbrechen bereitet: So konnten die Stuttgarter noch keinen Schirmherr aus der Wirtschaft für die Veranstaltung finden. Daher wird ein Kandidat seit mehreren Wochen per Stellenausschreibung gesucht (queer.de berichtete) - bislang ohne Erfolg. (dk)
Links zum Thema:
» CSD Stuttgart















Umso wichtiger ist es auch, dass wir endlich ein Antidiskriminierungsgesetz bekommen, das wirklich etwas verändert - in allen Bereichen!
Klar wäre es schöner, wenn das gar nicht nötig wäre und es auf Freiwilligkeit funktioniert. Aber auch wenn die FDP das immer so behauptet und weiterhin jede noch so kleine Gesetzesänderung ablehnt, zeigt sich eben immer wieder, dass das leider nicht funktioniert.