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Der IHK sind Schwule und Lesben auf dem CSD offenbar zu schmuddelig (Bild: Guido Klein)

Der Stuttgarter CSD weist dieses Jahr mit dem Motto "Gleichbeschäftigt" auf das Thema Diskriminierung am Arbeitsplatz hin - ein lokaler IHK-Chef sieht in der Veranstaltung allerdings nur ein Treffen bunter Nackedeis.

Andreas Richter, der Chef der Industrie- und Handelskammer der Region Stuttgart, hat in einem Interview mit den "Badischen Neuesten Nachrichten" erklärt, dass Firmen zwar "mit dem Thema Homosexualität" kein Problem hätten, kritisierte aber gleichzeitig CSDs: "Die Parade mit Leuten, die sehr bunt bis kaum bekleidet sind, ist nichts, mit dem Unternehmen etwas anfangen können", sagte Richter.

In einem Brief hat CSD-Organisator Christoph Michl die "oberflächliche Bewertung" zurückgewiesen. Michl erklärte, dass der Stuttgarter CSD aus mehr als 80 Einzelterminen bestehe, so gebe es etwa viele Diskussionsveranstaltungen, ein Kandidatencheck zur OB-Wahl sowie Film- und Kulturabende oder Gottesdienste. "Mit einer solch pauschalen Bewertung des CSD und der Polit-Parade tun Sie der Vielzahl der gut 3.000 aktiven Parade-Teilnehmer, die das Festival sittlich bekleidet und mit konkreten gesellschaftspolitischen Forderungen prägen, schlicht Unrecht", so Michl. Außerdem habe die Parade mit den "farbeprächtigen Kostümen" eine "klare geschichtliche Referenz", da sie an den Ursprung der modernen Homo-Bewegung - den Stonewall-Aufstand im Jahr 1969 - erinnere. Er lud Richter ein, sich bei den vielen Veranstaltungen selbst ein Bild zu machen.

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Handwerkskammer ist offener

Die Organisatoren hatten die IHK bereits Ende Februar über das CSD-Thema informiert und den Unternehmerverband um ein Grußwort gegeben. Im Gegensatz zur Stuttgarter Handwerkskammer hat die IHK den Aktivisten aber eine Abfuhr erteilt. Die CSD-Veranstalter erfuhren davon aus einem Artikel in der "Stuttgarter Zeitung".

Das Thema Homosexualität am Arbeitsplatz hat den Organisatoren bereits Kopfzerbrechen bereitet: So konnten die Stuttgarter noch keinen Schirmherr aus der Wirtschaft für die Veranstaltung finden. Daher wird ein Kandidat seit mehreren Wochen per Stellenausschreibung gesucht (queer.de berichtete) - bislang ohne Erfolg. (dk)

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24.01.26 | "Ohne Uns kein Wir! Füreinander laut, miteinander stark."
CSD Stuttgart gibt Motto bekannt
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#1 Simon HAnonym
  • 11.06.2012, 12:30h
  • Tja, auch wenn wir für die IHK nur "bunte Nackedeis" sind, die offenbar auch alle identisch sind, sind Diskriminierungen am Arbeitsplatz nun mal leider weiterhin Fakt.

    Umso wichtiger ist es auch, dass wir endlich ein Antidiskriminierungsgesetz bekommen, das wirklich etwas verändert - in allen Bereichen!

    Klar wäre es schöner, wenn das gar nicht nötig wäre und es auf Freiwilligkeit funktioniert. Aber auch wenn die FDP das immer so behauptet und weiterhin jede noch so kleine Gesetzesänderung ablehnt, zeigt sich eben immer wieder, dass das leider nicht funktioniert.
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#2 Kenny
  • 11.06.2012, 12:51h
  • Natürlich haben Unternehmen kein Problem mit Homosexualität - weil sie in den Firmen oftmals ignoriert bis totgeschwiegen wird. Don´t ask, don´t tell läßt grüssen. Und dass es bei schwulen "High potentials", ähnlich wie bei Frauen, eine gläserne Decke nach oben auf der Karriereleiter gibt, ist ein offenes Geheimnis. Klar, die Herren Manager wollen eben unter sich sein, wenn sie sich nach einem langen Tag voller schwieriger Verhandlungen im Edelpuff entspannen wollen.

    Übrigens, wenn ein Herr Richter oder die sonstigen Herren Unternehmer nicht die Eier in der Hose haben für ein Grußwort an den CSD, wieso wird dann nicht einfach eine Schirmherrin (bzw. Schirmdame) gesucht?
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#3 Sen TanAnonym
  • 11.06.2012, 13:36h
  • Schlimm dass es im Jahr 2012 noch so viel Ignoranz bei Verbänden gibt. Sowas ist der beste Beleg dafür, dass das gesetzlich geregelt werden muss.
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