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- 11. Juni 2012 2 Min.

Brandon Elizares wurde nur 16 Jahre alt
In Texas sorgt der Suizid eines 16-Jährigen für Entsetzen. Der Schüler ist laut seiner Mutter seit zwei Jahren in der Schule gemobbt worden, weil er schwul war.
Brandon Elizares war von seiner Mutter Zachalyn am Samstag tot in ihrem Haus im westexanischen El Paso aufgefunden worden, berichtet der Lokalsender KFOX. Er hatte sich offenbar das Leben genommen. Zachalyn Elizares erklärte, ihr Sohn habe das Mobbing durch Mitschüler nicht mehr ausgehalten: "Er wurde angegangen, nur weil er schwul ist. Sie haben angedroht, ihn zu erstechen oder in Brand zu setzen", sagte Elizares. "Mein Sohn hätte jedes Recht gehabt, sein Leben zu leben." Sie erklärte weiter, dass es Brandon auch zugesetzt habe, dass sich auch mehrere Familienmitglieder von ihm abgewendet hätten, als sie von seiner sexuellen Orientierung erfuhren.
Die trauernde Mutter nahm allerdings die Schule ihres Sohnes in Schutz. Die Andres High School hätte alles unternommen, um das Mobbingproblem in den Griff zu bekommen: "Die haben Verwarnungen gegen mehrere Schüler ausgesprochen", erklärte sie. Die Schule darf sich zu konkreten Fällen nicht äußern. Eine Sprecherin rief Schüler jedoch dazu auf, jeden Fall von Mobbing zu melden und sich nicht von Drohungen einschüchtern zu lassen.
In den USA wird das Thema Mobbing gegen junge Schwule nach mehreren Selbstmordfällen intensiv diskutiert. Besonders ein Gerichtsverfahren in New Jersey war im vergangenen Monat eines der Top-Themen der landesweiten Nachrichtensendungen: Ein 20-Jähriger wurde schuldig gesprochen, seinen Mitbewohner in einem Studentenwohnheim in den Selbstmord getrieben zu haben. Er erhielt allerdings eine recht milde Strafe von 30 Tagen Haft - das Höchststrafmaß hätte zehn Jahre betragen (queer.de berichtete).
Studien haben immer wieder gezeigt, dass junge Schwule und Lesben gefährdeter sind, an Depressionen zu erkranken oder Selbstmord zu begehen. Eine Untersuchung der Columbia-Universität kam im vergangenen Jahr zu dem Schluss, dass dafür insbesondere homophobe äußere Einflüsse verantwortlich sind (queer.de berichtete). Eine neue Studie der Human Rights Campaign zeigt, dass Heterosexuelle weit häufiger angeben, glücklich zu sein als Angehörige sexueller Minderheiten. Als Ursache wurde auch hier Diskriminierung genannt (queer.de berichtete). (dk)













