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  • 13. Juni 2012 47 2 Min.

(Bild: Wiki Commons / Roberto Vicario / CC-BY-SA-2.0)

Wieder ein homophober Ausbruch in der italienischen Nationalmannschaft: Der Stürmer Antonio Cassano hat in einer Pressekonferenz erklärt, er wolle keine Schwulen in seinem Team - später entschuldigte er sich.

Auf einer Pressekonferenz in Krakau hatte der 29-Jährige am Dienstagnachmittag gesagt: "Ich hoffe, dass keine Schwuchteln in der Mannschaft sind". Er benutzte dabei das abwertende Wort "froci", was dem Übersetzer der UEFA sichtlich unangenehm war. Das Schimpfwort gilt als so vulgär, dass manche italienischen Zeitungen es nur als f*** abdrucken und Fernsehsender es mit einem Piepston unkenntlich machen.

Vor der Aussage hatten Journalisten den Profifußballer nach Äußerungen des schwulen italienischen TV-Moderators Alessandro Cecchi Paone gefragt. Dieser hatte behauptet, im italienischen Team gebe es zwei Schwule und einen Bisexuellen. Paone hatte auch gesagt, er habe selbst sexuelle Erfahrungen mit zwei Nationalspielern gesammelt. Der sichtlich verwirrte Cassano wollte der Frage zunächst ausweichen und druckste mit Aussagen wie "Es ist besser, ich sage nicht, was ich denke" herum.

Die italienischen Zeitungen verurteilten die Äußerungen Cassanos einhellig. "Gazzetta dello Sport" nannte sie "schockierend", andere Medien bezeichneten sie als "unverfroren" oder sogar als "nationale Schande". Der Stürmer entschuldigte sich später gegenüber der Nachrichtenagentur ANSA für seine Worte: "Das tut mir aufrichtig leid. Ich wollte niemanden beleidigen. Schwulenfeindlichkeit ist mir absolut fremd".


TV-Moderator Alessandro Cecchi Paone hat behauptet, er kenne aus eigener Erfahrung schwule Nationalspieler

Moderator Paone hat Cassano angeboten, nach dem Wettbewerb über den Ausrutscher zu sprechen: "Wenn die EM vorbei ist, lade ich Cassano zu einem Abendessen ein, um ihm einiges zu erklären. Ich glaube, er ist gerade ein wenig verwirrt", so Paone. Er wolle ihm erklären, wie schwierig die Lage für Fußballer ist, die ihre Identität verstecken müssen: "Wenn man nicht offen sein kann, wirkt sich das auch auf die Leistungen auf dem Spielfeld aus."

Italienische Trainer und Spieler haben in den letzten Jahren immer wieder mit homophoben Aussagen von sich reden gemacht: So hat der frühere Nationaltrainer Marcello Lippi nach der letzten EM erklärt, dass homo­sexuelle Profis Probleme in der Umkleidekabine erzeugen würden (queer.de berichtete). Nationalspieler Nicola Legrottaglie hat in einer Autobiografie Schwule als Sünder bezeichnet und ihnen empfohlen, die Bibel zu lesen (queer.de berichtete).

Allerdings hatte der aktuelle Nationaltrainer Cesare Prandelli im Vorfeld der EM überraschend Homophobie im Profifußball beklagt und schwulen Spielern seine Unterstützung zugesichert. "Alle Menschen sollten ihre Gefühle frei ausdrücken dürfen. Ich fände es gut, wenn Fußballspieler ein Coming-out wagen würden", schrieb er im Vorwort eines Buches (queer.de berichtete). (dk)

#1 eMANcipationEhemaliges Profil
  • 13.06.2012, 11:58h

  • Dem schwulen TV Moderator hätte ich aber auch etwas mehr taktgefühl zugetraut; komisch auch dass er etwas mit zwei Nationalspielern gehabt haben will. Seine Äusserungen tragen nicht zum Outing der Spieler positiv bei.

    Über die homophoben Aussagen des Spielers kann man nur mit dem Kopf schütteln, aber was erwartet man von Fussballrüpeln, die ausser dem Ball nichts im Kopf haben.
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#2 DangeL
  • 13.06.2012, 12:14hAnsbach
  • Antwort auf #1 von eMANcipation
  • Ich denke, da hatte der 52 jährige TV Moderator einen Anfall von Realitätsverlust.
    WIeso sollten sich gleich zwei junge, reiche und auch noch recht attraktive Fußballprofis mit einer alten Klatschtante einlassen, die meiner Meinung nach weniger Ausstrahlung besitzt als ein Stein? Und sie zusätzlich noch Angst um ihre Karriere wegen Zwangsouting machen müssten, wenn sie doch nahezu jeden haben können, UND sich auch besser aussehende Callboys leisten könnten?

    Zu der Aussage, naja da habe ich nichts besseres erwartet, typisch "Macho", der sich durch Schwule in seiner Männlichkeit angegriffen fühlt und der danach kleinlaut und halbherzig den Schwanz einzieht..
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#3 warumAnonym
  • 13.06.2012, 12:22h
  • werden solche hassverbreiter, die auf einer stufe mit rassisten stehen, nicht sofort von einer veranstaltung wie der em ausgeschlossen???

    ach so - marktwert und geschäft sind alles, was zählt!!!
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