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- 16. Juni 2012 3 Min.

Ein One-Night-Stand mit ungeahnten Folgen: "Weekend" erzählt die Geschichte einer schwulen Zufalls-Liebe
Jetzt als Video on Demand: Der britische Liebesfilm "Weekend" erzählt die unerwartet tiefe Begegnung zweier Männer in einem Gay-Club.
Von Carsten Weidemann
Russell weiß: Er hat sich verliebt in einen, der Liebe nicht braucht, nicht will und obendrein noch heute das Land verlässt. Zumindest seine Liebe gestehen will er - und trifft Glen am Bahnhof. Tränen des Abschieds, bei beiden. Es wird viel geredet und viel geschwiegen. Es kann wirklich viel passieren an einem einzigen Wochenende. Der britische Liebesfilm "Weekend" von Regisseur Andrew Haigh zeigt dies eindringlich.
Die Story: Russell lebt allein in Nottingham in einem Plattenbau. Aus seinem Schwulsein macht er kein Geheimnis, er redet aber auch nicht gerne darüber. Seine Familie ist die seines besten Freundes Jamie, mit dem er zusammen in einem Kinderheim aufgewachsen ist. Russell möchte gerne jemanden lieben, einen Mann, mit dem er den Rest seines Lebens teilen kann. Jetzt, um die 30, ist er immer noch auf der Suche nach einer festen Bindung. Eines Freitagabends im Club lernt er den gleich alten und ebenso betrunkenen Glen kennen. Dieser ist ein fast schon radikal-schwuler Aktivist, der gegen die heterosexuelle Gesellschaft seinen Kleinkrieg führt. Er ist zum Zyniker geworden, nachdem ihn sein langjähriger Lebensgefährte John hat sitzenlassen. Beziehungen kommen für Glen nicht in Frage - eigentlich.
Die Nacht zum Sonntag wird alles verändern...

Russell und Glen stürzen sich in eine komplizierte, aber hochemotionale Romanze (Bild: Pro-Fun Media)
Dennoch treffen sich die beiden nach einer gemeinsamen Nacht schon am Samstagnachmittag wieder. Sie reden viel und haben Sex und nehmen Drogen. Doch die Hoffnungen, die große Liebe gefunden zu haben, die bei Russell aufkommen, werden schon bald jäh zerstört: Glen kündigt an, er werde schon am nächsten Tag nach Amerika ziehen, um dort ein Kunststudium zu beginnen - vielleicht für immer. Doch noch liegt die Nacht zum Sonntag vor den beiden jungen Männern, eine Nacht, die in ihrem Leben alles verändern wird...
Mit traumhafter Sicherheit inszeniert Andrew Haigh ("Greek Pete") einen Film über eine schwule Beziehung, "auf den wir immer gewartet haben" ("After Elton"). Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern ist perfekt, "Weekend" wirkt in seiner Intensität und Freizügigkeit geradezu dokumentarisch. Die Kamera ist meist sehr nahe an den Gesichtern der jungen Männer, die wie ungeschminkt aussehen, und arbeitet sehr viel mit Un(schärfen).
Ein Highlight sind die freizügigen Sexszenen: Endlich wird in einem schwulen Spielfilm schwuler Sex auch mal so gezeigt, wie er ist!
Weekend, Romantik-Drama, Großbritannien 2011, Regie: Andrew Haigh, Darsteller: Tom Cullen, Chris New, Jonathan Race, Laura Freeman, Loretto Murray, Jonathan Wright, Sarah Churm, Vauxhal Jermaine, Joe Doherty, Kieran Hardcastle, Mark Devenport, Steve Blackman, Julius Metson Scott, Martin Arrowsmith, Caroline Wooley, Caroline Cawley, Laufzeit: ca. 94 Minuten, Sprache: englische Originalfassung, Untertitel: Deutsch (optional), FSK 16, Pro-Fun Media
Links zum Thema:
» Der Film als Video on Demand bei Maxdome
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