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Claudio Marchisio
Italienischer Nationalspieler befürwortet Ehe-Öffnung
- 19. Juni 2012 2 Min.

Claudio Marchisio hätte kein Problem mit der Eh-Öffnung - in seinem Heimatland gibt es derzeit jedoch noch nicht einmal eingetragene Partnerschaften
Neue Töne aus der italienischen Fußball-Nationalmannschaft: Mittelfeldspieler Claudio Marchisio hat sich in einem Interview für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ausgesprochen.
Der 26-jährige Profi, der für das Spitzenteam Juventus Turin unter Vertrag steht, hat sich in der italienischen Ausgabe des Modemagazins "Vogue" als erster Nationalspieler für die Gleichstellung ausgesprochen: "Ich befürworte die Ehe von Menschen des gleichen Geschlechts", so Marchisio. Ein Coming-out sorge in der heutigen Gesellschaft "glücklicherweise" nur noch für wenig Aufregung. "Aber in einem Fußball-Trainingscamp können gleichgeschlechtliche Paare nicht Hand in Hand erscheinen. Das ist nicht fair."
Marchisio äußerte sich auch über die Frage der Gleichstellung im Adoptionsrecht. Er sagte, dass er "instinktiv" die traditionelle Familie bevorzuge. "Aber das ist eine komplizierte Frage. Und man kann nicht sagen, dass ein heterosexuelles Paar automatisch mehr Liebe geben kann", so Marchisio.
Homophobe Töne aus Italien

Antonio Cassano hat sich in einer Pressekonferenz über "Schwuchteln" ausgelassen (Bild: Wiki Commons / Roberto Vicario / CC-BY-SA-2.0)
In den letzten Jahren haben italienische Profi-Fußballer immer wieder durch homophobe Äußerungen für Aufregung gesorgt. Zu Beginn der Fußball-EM hatte Nationalstürmer Antonio Cassano etwa sichtlich überrascht auf die Frage eines Journalisten erklärt, er hoffe, dass es keine "Schwuchteln" im italienischen Team gebe (queer.de berichtete). Später entschuldigte sich der Spieler für die Aussage.
Marchisio bezeichnete im "Vogue"-Interview die Äußerungen seines 29-jährigen Mitspieler als spätjungendlichen Leichtsinn: "Manchmal sagt er naive Dinge. Man hat ein Eindruck, dass er nicht erwachsen werden will", so Marchisio. In Wahrheit sei Cassano "ein guter Mensch".
Die italienische Nationalmannschaft hat sich am Montagabend mit einem 2:0-Sieg gegen die Republik Irland für das Viertelfinale der EM qualifiziert. Cassano brachte mit dem ersten Treffer in der 35. Minute sein Team auf die Siegerstraße. Die Italiener müssen nun am Sonntag gegen den Sieger der Gruppe D antreten (Frankreich, England oder die Ukraine). (dk)















Wie homophob Italiener sind, kann jeder selbst hier in Deutschland ganz schnell testen, wenn er sich einmal probeweise in einem italienischen Restaurant emanzipiert-schwul verhält.