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"Falsche Politik"
Dänemark: Zeitung schweigt Ehe-Öffnung tot
- 22. Juni 2012 2 Min.

Eine homofreie Lokalzeitung...
Eine dänische Zeitung berichtet mit keinem Wort von der Ehe-Öffnung im Land – der Chefredakteur will damit gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben protestieren.
Seit einer Woche dürfen gleichgeschlechtliche Paare in Dänemark heiraten (queer.de berichtete). Die Leser des Lokalblatts "Vesthimmerlands Folkeblad" im nördlichen Jütland erfahren allerdings davon nichts: Chefredakteur Preben Eskildsen hat laut einem Bericht des Fernsehsenders TV2N jegliche Berichterstattung über die neue Gesetzgebung abgelehnt, weil er die Homo-Ehe aus grundsätzlichen Erwägungen ablehne.
Die Geschichte kam ans Tageslicht, nachdem sich ein örtlicher Priester bei der Zeitungsredaktion beschwerte, weil es keine Berichte über die Ehe-Öffnung gab. Daraufhin schrieb Eskildsen dem Priester: "Ich kann zum Teufel nochmal über die Homo-Ehe schreiben, was ich will. Das ist eine falsche Politik und ich werde keinen Platz dafür vergeuden." Gegenüber TV2N erklärte der Zeitungsmacher: "Ich bin grundsätzlich gegen die Ehe-Schließung in der dänischen Kirche und denke, dass die Politik sich in etwas einmischt, das sie nichts angeht."
Gleichbehandlung in lutherischer Staatskirche
Seit der Öffnung der Ehe am 15. Juni dürfen lesbische und schwule Gläubige in Dänemark auch in der lutherischen Staatskirche heiraten. Elf der zwölf dänischen Bischöfe haben während der Debatte im Parlament die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht begrüßt. Zwar hatten einige von ihnen zuvor beantragt, Homo-Paare nicht als Eheleute sondern als Lebenspartner ("livsfæller") bezeichnen zu dürfen, das wurde aber vom zuständigen Minister abgelehnt. Es bleibt allerdings dem einzelnen Pfarrer überlassen, welche Paare er trauen will.
Dänemark hatte 1989 als erstes Land weltweit eingetragene Partnerschaften ("registreret partnerskab") für Schwule und Lesben eingeführt. Vergangene Woche öffnete es dann als elftes Land die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. (dk)















Genaugenommen sollte es ja auch nicht erwähnenswert sein, das etwas, was der gesunde Menschenverstand sowieso gebietet, auch erlaubt ist.
Nur sind wir leider noch lange nicht so weit.