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Rechtsextremismus
"Front National" wollte CSD verhindern
- 23. Juni 2012 2 Min.

Zum ersten Mal soll es richtig bunt werden in Auxerre
Die Stadtverwaltung wollte den ersten CSD in Auxerre schon untersagen, weil sie nach Drohungen des rechtsradikalen "Front National" nicht für die Sicherheit garantieren könne - erst einen Tag vor dem Event gab die Kleinstadt ihr OK.
Von Carsten Weidemann
Die Stadt Auxerre in der Region Burgund zählt gerade mal 40.000 Einwohner. In diesem Jahr sollte hier erstmals ein CSD stattfinden, doch eine Weile lang sah es so aus, als drohten russische Verhältnisse: Der Regionalchef der Le-Pen-Partei "Front National", Richard Jacob, kündigte jedoch bereits im März Widerstand an: "Wir werden nicht akzeptieren, dass so etwas hier stattfindet". Wenn nötig, werde man sich auch "körperlich" gegen das Festival wehren, erklärte der Rechtsextremist. Auxerre sei die Stadt der Kathedrale oder "großartiger Männer" wie dem Physiologen Paul Bert - der CSD würde dagegen das Image der Stadt in den Schmutz ziehen, so Jacob.
Die Drohung wirkte zunächst: Am Mittwoch hatte die Stadtverwaltung den CSD-Organisatoren zunächst erklärt, sie wolle die Parade nicht erlauben. In einer E-Mail machte die Behörde "technische Gründe" dafür verantwortlich - etwa, dass sie nicht genügend Polizisten mobilisieren könnte, um die "öffentliche Sicherheit" zu garantieren.
Rückzieher 24 Studen vor CSD
Nach Protesten in der französischen Szene machte die Stadt allerdings am Freitag einen Rückzieher, berichtet das Szenemagazin "Têtu". Besonders dem Einsatz der nationalen Homo-Gruppe "Interpride France" sei es zu verdanken, dass die Stadt ihre Meinung geändert hat. Die Organisatoren kündigten an, aus aktuellem Anlass den CSD besonders politisch gestalten zu wollen. Er steht nun unter dem Motto "2012: Gleichstellung jetzt!".
In Frankreich ist das Thema Homo-Rechte derzeit in aller Munde, weil die der neue Präsident François Hollande und seine sozialistische Partei im Wahlkampf die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben versprochen haben. Zuletzt kündigte die Regierungssprecherin an, dass ein Gesetzentwurf bis spätestens Frühjahr 2013 in die Nationalversammlung eingebracht werden solle (queer.de berichtete). Frankreich wäre der neunte Staat in Europa, der Schwule und Lesben im Eherecht gleichstellt.
Während der Präsidentschaftswahl versuchte Nicolas Sarkozy seine konservative Stammklientel und Wähler des "Front National" hinter sich zu bringen, als er erklärte, die Gleichstellung im Eherecht würde die heterosexuelle Ehe "untergraben" (queer.de berichtete).














