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Jüdisch und schwul
Holocaust-Überlebender Gad Beck gestorben
- 26. Juni 2012 2 Min.

Gad Beck (1923-2012)
Am Sonntag ist Gad Beck im Alter von 88 Jahren in einem Berliner Seniorenheim gestorben. In den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs war der schwule Berliner Leiter einer jüdischen Widerstandsgruppe.
Gad Beck wurde 1923 in eine jüdische Familie in Berlin geboren und erlebte als Junge die Machtübernahme der Nazis und die anschließende Verfolgung. Er leitete in den letzten Kriegsjahren die jüdische Gruppe "Chug Chaluzi" (Kreis der Pioniere), die untergetauchten Juden insbesondere mit Lebensmitteln unterstützte – unter anderen auch den späteren Showmaster Hans Rosenthal. 1947 emigrierte Beck nach Israel und lebte dort mehr als drei Jahrzehnte. 1979 kehrte er nach Deutschland zurück. Dort arbeitete er mit Heinz Galinski, dem damaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, zusammen.
Bekanntheit erlangte er in Deutschland in den 90er Jahren, als er seine Autobiografie "Und Gad ging zu David. Die Erinnerungen des Gad Beck 1923 bis 1945" (Amazon-Affiliate-Link ) veröffentlichte. Darin wird unter anderem die Geschichte von Manfred Lewin, seiner ersten großen Liebe, erzählt. Demnach sollte Lewin deportiert werden, Beck erwirkte jedoch in einer Hitler-Jugend-Uniform die Freilassung seines Freundes. Lewin wollte sich aber nicht von seiner Familie trennen, die ebenfalls von den Nazis verhaftet wurde, und ging zurück in die Gefangenschaft. Die gesamte Familie wurde daraufhin im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.
Die Autobiografie wurde im Jahr 2000 auch erfolgreich in den USA veröffentlicht unter dem Titel: "An Underground Life: The Memoirs of a Gay Jew in Nazi Berlin". Im selben Jahr wurde sein Schicksal im amerikanischen Dokumentarfilm "Paragraph 175" (Amazon-Affiliate-Link ) vorgestellt.
Nach der Veröffentlichung seines Buches trat Beck in diversen deutschen Talkshows wie "Boulevard Bio" auf. Er war auch Gast in der legendären Serie "Liebe Sünde" mit Matthias Frings. In der Sendung sagte er: "In einer Zeit wie dieser, in der wirklich der morgige Tag das Ende hätte bringen können, war die Lust auf Sexualität wesentlich stärker".
Beck hatte in den vergangenen Jahren mehrere Schlaganfälle erlitten und lebte zurückgezogen. Er hinterlässt seinen Lebengefährten Julius Laufer, mit dem er die letzten 35 Jahre geteilt hat. (dk)















An die Befreier von Auschwitz und Berlin, darunter 120.000 jüdische Menschen in sowjetischer Uniform, erinnert nun auch dieses Monument an der Küste der israelischen Stadt Netanya:
www.n-tv.de/politik/Israel-will-Russlands-Hilfe-article65815
11.html