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- 30. Juni 2012 2 Min.

Muss wegen "unsportlichen Verhaltens" 800 Euro Geldstrafe zahlen: Peter Pacult (Bild: Wiki Commons / Steindy / CC-BY-SA-3.0)
Peter Pacult, Trainer des Fußball-Regionalligisten RasenBallsport Leipzig, ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) zu einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt worden. Der 52-jährige Österreicher hatte einen gegnerischen Fan als "schwule Sau" beschimpft (queer.de berichtete).
Die Entscheidung traf das Sportgericht am Freitag im Einzelrichter-Verfahren, wie der DFB auf seiner Homepage mitteilte. Der Kontrollausschuss des Fußballverbands hatte Pacult nach Presseberichten über die Beleidigung "wegen eines unsportlichen Verhaltens" angeklagt. Gegen das vergleichsweise milde Urteil kann binnen eines Werktages eine weitere mündliche Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht beantragt werden. Ob Pacult davon Gebrauch macht, ist noch unklar.
Der Vorfall ereignete sich am 8. April im Hamburger Stadion Hoheluft nach dem Abpfiff eines Meisterschaftsspiels der Regionalliga Nord. RasenBallsport Leipzig hatte vor 500 Zuschauern mit 2:1 gegen die zweite Mannschaft des FC St. Pauli gewonnen. Dem "Schwule Sau"-Ruf waren hämische Zwischenrufe der Hamburger Fans vorausgegangen. Laut "Hamburger Morgenpost" soll ein Fan "Ihr seid aber eine unfaire Truppe" in Richtung von Pacult gerufen haben.
Pacult war 1984 "Fußballer des Jahres" in Österreich
Der Trainer selbst hatte sich zwar am darauffolgenden Tag in einer öffentlichen Erklärung entschuldigt, den St.-Pauli-Fans aber eine Mitschuld für seine Entgleisung gegeben: "Es haben während des gesamten Spiels Anfeindungen und Provokationen stattgefunden. In der hektischen Endphase der Partie sind allerdings auf beiden Seiten Dinge gesagt und getan worden, die nicht korrekt waren", hieß es darin. Ferner habe es persönliche Beleidigungen und sogar körperliche Angriffe auf ihn und seine Spieler gegeben, behauptete der Coach. "Solche Szenen und Worte dürfen von beiden Seiten natürlich dennoch nicht passieren."
RasenBallsport Leipzig ist ein von Red Bull im Jahr 2009 gegründeter Verein, den der Energydrink-Hersteller in den nächsten Jahren in die Bundesliga führen will. Wegen der Marktmacht der Firma konnte RB Leipzig auch den früheren österreichischen Nationalspieler Peter Pacault nach Sachsen holen, der in seinem Heimatland 1984 zum "Fußballer des Jahres" gewählt worden war. Er absolvierte insgesamt 24 Länderspiele.
Nach Ende seiner aktiven Fußballer-Karriere wurde Pacult erst Co-Trainer und dann Cheftrainer beim TSV 1860 München. Nach Stationen beim FC Kärnten und Dynamo Dresden führte er 2008 das Team Rapid Wien zur österreichischen Meisterschaft. Bei RasenBallsport Leipzig steht er noch bis Mai 2013 unter Vertrag. (cw)















Herr Pacult hat genau das gemeint, was er gesagt hat. Schwulsein ist für ihn Nichts als Schimpf und Schande und eignet sich wunderbar zum Verstärken einer Beschimpfung.
Herr Pacult ein im Innersten homophober Mensch und als Fussballtrainer nicht geeignet.
Die Strafe ist absolut gerechtfertigt und hätte ruhig noch höher ausfallen können.