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Beim CSD 2011 durften noch Wagen an der Parade teilnehmen (Bild: Wiki Commons / Tom Morris / CC-BY-SA-3.0)

Die CSD-Organisatoren in London haben sich finanziell übernommen: Der diesjährige World Pride wird deshalb kurzfristig verkleinert, u.a. wird es nun keine CSD-Wagen geben.

Die Veranstalter des Events, das kurz vor den Olympischen Spielen stattfindet, hatten am Wochenende mehrere Veränderungen bekannt gegeben. So soll die Parade am 7. Juli kleiner ausfallen und nur noch Fußgruppen zugelassen werden. Sie soll außerdem um 11 Uhr statt um 13 Uhr beginnen. Mehrere CSD-Veranstaltungen – darunter Straßenfeste, Podiumsdiskussionen und Konzerte – wurden abgesagt, darunter alle im Stadtteil Soho. Unbestätigten Medienberichten zufolge fehlen den Veranstaltern 65.000 Pfund (80.000 Euro).

Die Veranstalter erklärten, dass die "finanziellen Ziele" nicht erreicht wurden, um den vergrößerten CSD kostendeckend zu betreiben. Wegen der Wirtschaftskrise seien weit weniger Spenden eingegangen als vorgesehen. Außerdem beschuldigten die Organisatoren die Stadt London, zu hohe Sicherheitsauflagen erteilt zu haben, die zu einer Kostenexplosion führten. Die Stadt wies die Anschuldigungen zurück und beschuldigte die Organisatoren, ihre Schulden aus dem letzten Jahr noch nicht beglichen zu haben.

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PR-Desaster

Homo-Aktivist Peter Tatchell kritisierte den Streit als PR-Desaster für London und für die schwul-lesbische Szene in der Stadt: "Viele Teilnehmer werden enttäuscht und sauer sein", so Tatchell. Er wies darauf hin, dass etwa viele Aktivisten tausende von Pfund in CSD-Wagen investiert hätten, die nun nicht genutzt werden könnten. Außerdem könne die Änderung der Anfangszeit der Parade so kurz vor dem CSD zu Problemen führen, da sich viele Touristen auf diese Zeiten eingestellt hätten. Er appellierte am Montag an den konservativen Londoner Bürgermeister Boris Johnson, dem CSD ein Darlehen zu geben, um die vorübergehenden finanziellen Engpässe abzufedern.

Der CSD London findet bereits seit 1972 statt, war aber in den letzten Jahren immer mehr auf die Unterstützung aus der Wirtschaft angewiesen. Hauptsponsor 2011 und 2012 ist die Wodka-Marke Smirnoff.

Nach Rom im Jahr 2000 und Jerusalem 2006 findet in London der dritte World Pride statt. Die ersten beiden Welt-CSDs haben in ihren Veranstaltungsorten heftige Kritik des Vatikans bzw. von jüdischen Organisationen auf sich gezogen. In dieser Hinsicht gibt es in London keinerlei Probleme.

Der nächste World Pride soll bereits 2014 im kanadischen Toronto stattfinden. Der World Pride ist zugleich der diesjährige Euro Pride. Der wurde bereits einmal in Großbritannien ausgetragen, 2003 in Manchester. (dk)

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#1 Timm JohannesAnonym
  • 02.07.2012, 12:53h
  • Immer wieder zu beobachten bei den verschiedensten Aktionen, Veranstaltern, Vereinen und Medien im Bereich der LGBT-Szene:

    Oftmals sind keine Leute dahinter, die ordentlich und seriös mit den Finanzen umgehen und eine gute Buchführung haben. Daran scheitern dann viele Projekte (timm-tv, verschiedenste Bars und Kneipen in Köln, in Hamburg und in Berlin, usw.).

    Warum wissen die Leute nicht, dass es erstmal auf die Finanzen ankommt, und dann kann man sich wunderbare Aktionen und Inhalte ausdenken.

    --> Und genauso denke ich bei der Gleichstellung in der Einkommenssteuer: darauf kommt es jetzt an. Homosexuelle Paare wollen nicht bei der Einkommenssteuererklärung "verarscht" werden und mehr Geld abdrücken müssen als ein heterosexuelles Paar. Die FDP hat versprochen dies in dieser (!) Legislaturperiode zu ändern, wenn sie es nicht durchsetzt, wird die FDP 2013 nicht gewählt.
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#2 NeugierigAnonym
  • 02.07.2012, 15:54h
  • Antwort auf #1 von Timm Johannes
  • "Die FDP hat versprochen dies in dieser (!) Legislaturperiode zu ändern, wenn sie es nicht durchsetzt, wird die FDP 2013 nicht gewählt."

    Dieser Satz muss hier wirklich in jedes Forum, auch wenn es mit dem Artikel wirklich so überhaupt gar nichts mehr zu tun hat, oder?

    Ich bin immer noch neugierig, was dich dabei eigentlich bewegt.

    Eine Wette?

    Ein innerer Zwang?

    Die neuentdeckte Copy-and-Paste-Funktion?

    Die flüsternden Stimmen im Kopf?

    Was ist es? Klär uns auf! Bittebitte!
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 02.07.2012, 16:31h
  • Antwort auf #2 von Neugierig
  • @Neugierig
    "Ich bin immer noch neugierig, was dich dabei eigentlich bewegt. Eine Wette? Ein innerer Zwang? "

    Was mich dazu antreibt,fragst Du ?

    Antwort: mehrere Gründe

    1. ich mag es einfach absolut nicht, wenn ich in der Gesellschaft für etwas mehr bezahlen muss, als andere in der gleichen Situation. Und wenn die FDP bei der letzten Bundestagswahl dies versprochen hat zu ändern, dann sollte die FDP sich auch daran halten, ansonsten wird die FDP nicht 2013 gewählt.

    2. Ich mag es einfach nicht, wenn Linke oder Grüne oder die gerade sich erst neu gegründeten Piraten meinen, Sie "allein" wären die Retter und Vertreter der Rechte homosexueller Paare. Weder die Grünen mit Volker Beck, der das bekanntlich gerne propagiert, oder die Linken haben in der Vergangenheit ALLEIN beim Thema LGBT Rechte gute Arbeit geleistet. Ich mag es nicht, wenn eine Partei die LGBT Szene für sich vereinnahmt: meines Erachten sind Grüne, FDP, Linkspartei, SPD und Piratenpartei alle gut im Rennen um die ersten Plätze; nur die CDU/CSU ist hinten als Blockierer.

    3. Ich mag es nicht, wenn einige Szenetypen meinen, das Thema "Einkommenssteuer" sei unwichtig , und dahinter stecke egoistisches Anspruchsdenken homosexueller Paare. Wer so denkt, hat entweder nie Geld verdienen müssen, oder er/sie lebt seit Jahr und Tag auf der Tasche des Staates.

    Und daher ist das Thema: Gleichstellung in der Einkommenssteuer auf Top 1 der homopolitischen Forderungen im Jahre 2012 (noch vor Adoptionsthema, Eheöffnung, Artikel 3 GG, Schulaufklärung).
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