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Lehrer greifen bei Mobbing gegen Schwule und Lesben weit weniger oft ein als bei rassistischen Übergriffen (Bild: John Steven Fernandez / flickr / by 2.0)

Eine britische Umfrage zeigt erschreckende Zahlen über Mobbing an Schulen: Demnach werden 55 Prozent von schwulen, lesbischen oder bisexuellen Schülern wegen ihrer Sexualität gemobbt.

Die 35-seitige Studie wurde von Forschern der Cambridge-Universität im Auftrag der Homo-Gruppe Stonewall erstellt. Insgesamt befragten die Wissenschaftler 1.614 Schüler. Homophobe Ausdrücke sind demnach weit verbreitet: 99 Prozent der jungen Schwulen und Lesben hören demnach in ihrer Schule Wörter wie "poof" (Schwuchtel). Zudem wird das Wort "gay" oft negativ besetzt (etwa "You're so gay", "Du bist so schwul"). 55 Prozent wurden persönlich attackiert, weil sie zu einer sexuellen Minderheit gehören.

Die Lehrer scheinen in vielen Fällen nicht einzugreifen: So sagten drei von fünf homo­sexuellen Schülern, die gemobbt worden sind, dass Lehrer Zeuge der Übergriffe wurden, aber nichts dagegen unternahmen. Nur die Hälfte der gemobbten Schüler meldeten die Taten der Schulleitung (an religiösen Schulen sind es nur gut ein Drittel).

Homophobie hinterlässt der Studie zufolge einen großen Eindruck auf die Schüler: So erklärten drei von fünf Mobbing-Opfern, dass sich die Übergriffe auf ihre schulischen Leistungen auswirkten. Auch würden gemobbte Schüler viel öfter an Selbstmord denken als andere.

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Stonewall-Chef Ben Summerskill erklärte, dass insbesondere die ausbleibenden Reaktionen der Lehrer bedenklich seien. Diese könnten auch auf Section 28 zurückgeführt werden, das erst vor neun Jahren abgeschafft wurde (queer.de berichtete). Das homophobe Gesetz hatte es Lehrern verboten, das Thema Homosexualität im Unterricht anzusprechen.

Nick Gibb, konservativer Staatssekretär im Bildungsministerium, nannte die Zahlen inakzeptabel: "Wir arbeiten mit Stonewall und anderen Gruppen zusammen und unterstützen daher eine Null-Toleranz-Politik, wenn es um Mobbing geht. Wir sagen ganz klar, dass homophobe Beschimpfungen genauso geächtet werden sollen wie rassistische Verbalattacken." (dk)

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#1 ItchebAnonym
  • 05.07.2012, 19:07h
  • statt in der EU 4000 Seiten über die Beschaffenheit von Tracktorsitzen zu erlassen, sollten sich die Verantwortlich mal dazu Gedanken machen.

    Eine Schande! Wieviele Leute müssen noch durch Selbstmord sterben?
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#2 MarekAnonym
  • 05.07.2012, 19:49h
  • Ist ja in Deutschland ähnlich.

    Aber Hauptsache, die FDP behauptet weiterhin, man bräuchte keinen Diskriminierungsschutz und das würde alles "der Markt" regeln.

    Offenbar regelt der Markt das nicht.

    Und die Jugendlichen, die gemobbt werden und sich im schlimmsten Fall das Leben nehmen haben nichts von den Marktwirtschaftsphantastereien der FDP.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.07.2012, 20:31h
  • Es ist erschreckend, daß Lehrer nicht einmal die "Eier in der Hose" haben, um gemobbten Schülern, die schwul, lesbisch oder bisexuell sind und tätlich angegriffen werden, nicht einschreiten! Es gibt da noch viel Arbeit!

    @Marek

    Deine Hetze gegen die FDP ist deplatziert! Es geht hier um Großbritannien und nicht um Deutschland!
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