Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?1689
  • 24. September 2004 10 2 Min.

Hamburg Einen Tag vor der (gescheiterten) Abstimmung über eine Homo-Initiative Hamburgs im Bundesrat hat sich der mittlerweile offen schwule Justizsenator Roger Kusch gegen eine Gleichstellung von Lebenspartnerschaften mit Ehepaaren im Einkommenssteuerrecht ausgesprochen. Langfristig sei er zwar für eine Gleichstellung von Ehen und Lebenspartnerschaften, derzeit aber halte er sie aus finanziellen Gründen für "völlig unverantwortlich", sagte Kusch dem "Hamburger Abendblatt". Eine Angleichung im Einkommensteuerrecht würde die eingetragene Lebenspartnerschaft als Rechtsinstitut "deutlich attraktiver" werden lassen. Es könnte sein, so Kusch, dass ihre Zahl dann schlagartig steigt, wenn die Leute dadurch einen finanziellen Vorteil haben. "Das würde hohe Millionenbeträge an Steuerausfällen kosten und wäre völlig unverantwortlich in der heutigen Zeit", sagte Kusch. Deshalb seien die Pläne von Rot-Grün "unseriös". Für die Hamburger Initiative zur Besserstellung von Homo-Paaren aus dem Juni fand sich am Freitag keine Mehrheit im Bundesrat, stattdessen solle die Beratung in den Ausschüssen fortgesetzt werden. Die Bundesregierung wird in dem Antrag vor allem aufgefordert, das Standesamt als Eintragungsbehörde für die Lebenspartnerschaft verbindlich für alle Bundesländer festzulegen. Und sie umfasst die Forderung nach einer Gleichstellung im Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz, und das nur, wenn die Lebenspartnerschaft mindestens fünf Jahre Bestand hat ("das soll Missbrauch verhindern", so Kusch). Widerstand gibt es in der Union. Bayerns Staatsminister Erwin Huber (CSU) sagte der Zeitung, die Pläne machten "Lebenspartnerschaften immer eheähnlicher, fast identisch". Er fügte hinzu: "Da wird sich in der CSU keine Hand für heben." (pm/nb)

-w-

#1 MarkusAnonym
  • 24.09.2004, 13:23h
  • Das übliche schwarze Programm: "Omas und Familien fürchtet Euch! Wenn die Schwulen Rechte kriegen, wird man Euch die Rente kürzen und die Praxisgebühr erhöhen!" Lächerliche Show aus Hamburg! Als ob da eine Flut von Partnerschaftsschließungen anstünde, die Deutschland wieder zurück in die Schuldenfalle treibt. Und warum bitteschön besteht bei Schwulen und Lesben eine höhere Gefahr des "Mißbrauchs" als bei Heten? Wieso nur für uns die Einschränkung, daß die - ohnehin kläglichen - Rechte erst nach 5jähriger Partnerschaft gewährt werden? Unfaßbar, daß sowas von einem Schwulen kommt. Schwarzer Schwachkopf bleibt eben schwarzer Schwachkopf, auch noch als schwuler schwarzer Schwachkopf.
  • Direktlink »
#2 mezzoAnonym
  • 24.09.2004, 13:40h
  • Artikel 3 [Gleichheit vor dem Gesetz]
    (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
    (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
    (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

    Tja, schön wärs................................
  • Direktlink »
#3 GerdAnonym
  • 24.09.2004, 14:06h
  • Tja schön wärs...wenn in Artikel 3 Absatz 3 GG endlich "wegen seiner sexuellen Identität" eingefügt werden würde.

    Wenn dies im Bundestag/Bundesrat erreicht wird, ist endlich ein Meilenstein im Abbau von Diskriminierung in unserem Lande gelungen.

    Zu Kusch: immerhin haben Kusch/Beust die Debatte in der CDU mit dem Vorstoß aus Hamburg weiter vorangebracht (der gesellschaftliche Graben verläuft jetzt zwischen millteren/linken Flügel der CDU einerseits und rechten Flügel der CDU/CSU sowie Republikanern/NPD andererseits).

    Alles an Parteien/Gruppen ab der Mitte der CDU ist mittlerweile als "homofreundlich" gesellschaftspolitisch einzustufen. Die Kämpfe finden zur Zeit im "Kern" der CDU statt.
  • Direktlink »