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- 11. Juli 2012 2 Min.

Noch bieten die wenigsten Kirchen Segnungen für Homo-Paare an
Die Episkopalkirche in den USA hat auf einer Tagung in Indianapolis beschlossen, in Zukunft Segnungsgottesdienste für schwule und lesbische Paare anzubieten. Für einen entsprechenden Probelauf stimmten am Montag das "Haus der Vertreter" (Priester, Diakone und Laien) mit 171 zu 50 Stimmen und am Dienstag das Haus der Bischöfe mit 111 zu 41 Stimmen, drei Bischöfe enthielten sich.
Die Entscheidung, die seit 2009 in Vorbereitung war, ist ein Kompromiss: Bischöfe dürfen zunächst noch selbst entscheiden, ob in ihrer Diözese entsprechende Segnungen vorgenommen werden. Diese unterscheiden sich auch von Ehe-Zeremonien, da sie keinen zivilrechtlichen Teil haben - in den meisten US-Bundesstaaten dürfen Schwule und Lesben nicht heiraten.
Bei der nächsten jährlichen Versammlung in Salt Lake City soll entschieden werden, ob die Segnung permanent eingeführt wird. Bei der Synode wurden zugleich neue Sprachregelungen beschlossen, die es nun unter anderem Transgendern möglich machen, Priester zu werden.
Die Episkopalkirche, die in den USA mit rund 2 Millionen Gläubigen zu den größten gehört, hatte vor einigen Jahren mit der Wahl des offen schwulen Priesters Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire für Proteste bei anderen Kirchen weltweit gesorgt, die ebenfalls der Anglikanerkirche angeschlossen ist.
Mit dem Beschluss ist die Episkopalkirche die größte in den USA, die eine Segnung ermöglicht. In diesem Sommer hatten sich unter anderem Presbyterianer und Methodisten gegen eine Anerkennung von Homo-Paaren ausgesprochen. (nb)














