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- 13. Juli 2012 2 Min.

Marco Schreyl darf nicht mehr "DSDS" und "Supertalent" moderieren. Offiziell begründete RTL dies mit gesunkenen Einschaltquoten
Der 38-jährige schwule Moderator muss sich eine neue Aufgabe suchen, bei den Castingshows ist er wegen schlechter Quoten raus.
Von Christian Scheuß
Er war immer eine Spur zu krakelig in den DSDS-Live-Shows, dafür aber wunderbar sadistisch bei den Entscheidungsrunden, in denen er die Verkündung der Namen der Kandidaten, die fliegen oder bleiben, ins Unendliche zog. Er war smart und charmant, nur selten böse und immer lächelnd. Die smarten Fernsehgesichter-Fassaden des Marco Schreyl sind nun nicht mehr bei den Castingshows "Deutschland sucht den Superstar" und "Supertalent" zu bestaunen.
RTL gab bekannt, dass der Moderator nicht mehr dabei sein wird - offiziell wegen der gesunkenen Einschaltquoten. Wer hat's entschieden, wollte "BILD" wissen. Dieter Bohlen und sein neues Supertalent-Jurymitglied Thomas Gottschalk betonen unisono: "Ich war nicht beteiligt."
Daniel Hartwich - bisheriger Co-Moderator beim "Supertalent" - soll die nächste Staffel alleine schmeißen, was der Show insgesamt eine etwas prolligere Note geben dürfte, zumindest war das bislang seine Rolle. Thomas Gottschalk wird heteronormativ sekundieren. Und DSDS? Ist nach dem Ausscheiden von Bruce Darnell sowie Marco Schreyl etwas weniger bunt.
Sein Schwulsein nicht an die große Glocke gehangen
Marco Schreyl hat seine sexuelle Orientierung nicht an die große Glocke gehangen, aber er hat sie auch nicht krampfhaft verschwiegen. Als der schwule DSDS-Kandidat Kristof Hering zunächst von einem Mitbewerber homophob beschimpft wurde und danach das schwulenfeindliche Mobbing bei Facebook nicht enden wollte, fand Schreyl dafür deutliche solidarische Worte zur richtigen Zeit auf der Bühne (queer.de berichtete).
Was der 38-Jährige als nächstes beruflich macht, ist noch unklar. Seiner Aussage nach gibt es langfristige Verträge mit dem Kölner Sender. In einem Zeitungsinterview von 2011 hatte er den Wunsch geäußert, mal etwas Ruhigeres mit journalistischem Tiefgang machen zu wollen. Zuzutrauen wäre es ihm, wir hätten dann möglicherweise die Chance, statt des Marktschreiers und Nervenzerfetzers mal einen weniger glatten Schreyl zu erleben.
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