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  • 16. Juli 2012 49 2 Min.

Keith O'Brien will das Volk gegen die Ehe-Öffnung mobilisieren

Die katholische Kirche in Großbritannien will sich gegen die geplante Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare in Schottland wehren. Entsprechende Pläne will die regionale Regierung in dieser Woche vorstellen, nachdem sie in einem Beratungsprozess 80.000 Antworten aus dem Volk bekommen hatte.

Kardinal Keith O'Brien, Erzbischof von Edinburgh und Vorsitzender der Bischofskonferenz der schottischen Katholiken, hat nun die Regierung aufgefordert, ein Referendum über die Frage abzuhalten. Die Regierung habe fast vier Mal soviele Antworten in dem Beratungsprozess erhalten als bei der Frage zu einem Unabhängigkeitsreferendum. "Lasst alle, die eine Meinung zu dieser Frage haben, ihr Vertrauen in die Menschen Schottlands setzen und Schottland entscheiden", so O'Brien.

Der Kardinal hat der BBC zufolge bereits einen Plan beschlossen, mithilfe einer Kollekte bis zu 100.000 britische Pfund zu sammeln, um mit einer "Scotland for marriage"-Kampagne gegen die Ehe-Öffnung zu kämpfen. Dabei hat die Regierung bereits angekündigt, dass Kirchen nicht gezwungen werden, gleich­geschlechtliche Ehen zu trauen.

"Die Ehe ist bedroht und Politiker sollen wissen, dass die Katholische Kirche jede Anstrengung und jede Kosten auf sich nimmt, um sie zu verteidigen", sagte O'Brien. Er hatte bereits Anfang des Jahres die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare als "groteske Zersetzung eines allgemein akzeptierten Menschenrechts" bezeichnet und mit der Legalisierung von Sklaverei verglichen (queer.de berichtete).

Die Homo-Gruppe The Equality Network kritisierte den Vorschlag für ein Referendum als "Amerikanisierung der schottischen Politik", als unfair und als Verschwendung von Steuergeldern. "Unsere Abgeordneten des schottischen Parlaments sind mit einem klaren Manifest gewählt worden, die Argumente für und gegen eine Ehe-Öffnung zu prüfen und dann darüber zu entscheiden", so Netzwerk-Sprecher Tom French gegenüber stv. Da das Gesetzesvorhaben von allen Parteien und der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt werde, sollte es die Regierung nun zügig umsetzen.

Anglikaner: Gemeinde in Glasgow spaltet sich ab

Derweil hat sich am Montag eine Gemeinde in Glasgow von der anglikanischen Kirche Schottlands abgespalten. Dr. William Philip, Pfarrer an der bekannten Innenstadt-Kirche St. George's Tron, begründete die Entscheidung mit dem Beschluss der Landeskirche, Priester zuzulassen, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben. Die Gemeinde, die rund 500 Gläubige versammelt, prüft nun einen Anschluss an die Presbyterianer. (nb)

-w-

#1 GF Pr von PrAnonym
  • 16.07.2012, 18:48h
  • Dann bitte auch Referendum uber Zelibat, Frauen im Priesteramt und Wahl der Bischopfe von der Gemeinde selbst. Ach ja, ' Autonomie der Kirche' . Wie gut, dass sie selbst sich erinnert haben, vergessen das bitte nie mehr...
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#2 Timm JohannesAnonym
  • 16.07.2012, 19:05h
  • Die katholische Kirche ist einfach zum KOTZEN.

    Es gibt bessere christliche Kirchen, die ganz andere theologische Positionen zum Thema homosexuelle Paare haben. Übrigens auch die presbyterianisch verfasste Church of Scotland ermöglicht öffentliche Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare in Schottland.

    Und Ratzinger und Vatikanleitung versuchen seit einigen Jahren in England, Schottland, Wales anglikanische Christen abzuwerben, indem sie im Vereinigten Königreich massiv homophob auftreten und dadurch rechtskonservativ denkende Anglikaner abwerben wollen.

    Wie gesagt die KATHOLISCHE KIRCHENLEITUNG ist das Allerletzte.
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#3 David77Anonym
  • 16.07.2012, 19:53h
  • Und was liebe Katholiken wenn die Mehrheit nun für die Eheöffnung spricht?! Wird das Referendum dann auch anerkannt oder spielt man dann weiter die beleidigte Leberwurst?
    Man müsste im Gegenzug demonstrativ ein Referendum über die Vorschriften der Kirche durchführen, mal sehen ob ihm das schmeckt.
    Was die einen dürfen kann den anderen doch recht und billig sein.

    "Er hatte bereits Anfang des Jahres die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare als "groteske Zersetzung eines allgemein akzeptierten Menschenrechts" bezeichnet und mit der Legalisierung von Sklaverei verglichen"

    Ach nee. Wo die Kirche bei der Sklaverei jahrhundertelang die Augen zugedrückt hat - war das etwa keine "Zersetzung des Menschenrechts"?!?

    Aber die Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken sind wahrscheinlich ok, obwohl im benachbarten Nordirland noch immer nicht gelöst. Offenbar sieht man da keinen großen Handlungsbedarf. Tolle Prioritäten
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