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  • 20. Juli 2012 4 3 Min.

Ein Untoter bei Renovierungsarbeiten: Zachary Quinto in "American Horror Story" (Bild: Screenshot)

Die Nominierungen für den US-Fernsehpreis sind bekannt gegeben worden. Darunter viele Serien mit Bezug zur Community und die Kampagne "It Gets Better".

Von Carsten Weidemann

Am 23. September, zur alljährlichen Gala und Preisverleihung der Emmy Awards, wird es verdammt spannend. Denn die amerikanische Fernsehindustrie hatte im vergangenen Jahr eine Menge sehr guter Produktionen vorzuweisen. Serien mit ungewöhnlichen Plots, aufwändigen Sets und vor allem mit sehr vielen sehr überzeugenden Schauspielerinnen und Schauspielern. Und die schwul-lesbische Welt kommt dabei nicht zu kurz.

Wenn Serien mit 17 Nominierungen aufwarten können, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie absahnen werden. Das gilt für "Mad Man" und "American Horror Story". Während "Mad Men" in einer Werbeagentur der 60er in New York spielt und unter anderem auch die Probleme eines versteckt leben Schwulen nachzeichnet, wartet die Horrorshow gleich mit einem homo­sexuellen Paar auf, eine Hälfte davon verkörpert durch den schwulen Schauspieler Zachary Quinto. Das tragische bei diesen beiden Männern: Sie hassen sich, aber da sie als tote Geister an ein Haus gebunden sind, können sie sich nicht aus dem Weg gehen. "Mad Men" hat bereits viermal in Folge Emmy Awards erhalten, "American Horror Story" ist - auch wegen den Darstellerinnen Frances Conroy ("Six Feet Under") und Jessica Lange (u.a. "Tootsie", "Big Fish") ein Überraschungserfolg.

Homosexuelle Paare, bisexuelle Detektive, untote Schwule


Benedikt Cumberbatch machte eine gute Figur als Sherlock Holmes (Bild: BBC One)

Auf einen Preis hoffen darf unter anderem auch Jim Parsons, Hauptdarsteller in "The Big Bang Theory". Parsons hatte im Mai sein öffentliches Coming-out. Auch Michael C. Hall, der bei "Six Feet Under" einen schwulen Bestatter mimte, dürfte sich freuen, wenn er als TV-Serienmörder "Dexter" geehrt wird. Benedict Cumberbatch hat mit seiner Darstellung eines modernen und mindestens bisexuellen Sherlock Holmes begeistert. Er steht ebenso auf der Nominierungsliste wie die britische Mini-Serie selbst.

Und "Modern Family"? Klar, die sind wieder dabei als mögliche "Beste Comedy-Serie". Die Familiensaga mit dem schwulen Paar Cameron und Mitchell bleibt uns noch eine Weile erhalten, die vierte Staffel ist gerade in Produktion.

Die Videokampagne "It Gets Better" hat einen Emmy Award verdient.


Dan Savage erfand die "It Gets Better"-Kampagne (Bild: MTV)

Zwischen all den fiktionalen Serien gibt es auch einen wichtigen emanzipatorischen und politischen Beitrag auf der Liste. Die Initiatoren der "It gets better"-Kampagne, Dan Savage, Terry Miller und Brian Pines dürfen sich eventuell für einen Emmy bedanken, sollte ihre aufrüttelnde Videoreihe gegen das Mobbing von Schwulen und Lesben in der MTV-Version berücksichtigt werden.

In Deutschland eher unbekannt, doch der Vollständigkeit wegen erwähnt: Auch die Reality-Formate und Castingshows "The Amazing Race", "Dancing with the Stars", "Project Runway", "So You Think You Can Dance", "The Voice" und "Top Chef" fügen der Liste ihren LGBT-Stempel auf.

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-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.07.2012, 19:41h
  • Die "It gets better"-Kampagne wird auf jeden Fall einen Preis mit nach Hause nehmen! Sie ist ganz gut gemacht und das soll belohnt werden!
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#2 LockedAnonym
  • 21.07.2012, 12:39h
  • Ob Sherlock wirklich bisexuell ist, weiß man eigentlich aber nicht genau... Klar, er und Watson stehen sich seeeehr nahe, aber bisher ist das rein platonisch.
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#3 dobrapivo
  • 21.07.2012, 15:02h
  • Der amerikanische Fernsehmarkt macht neidisch! Die Qualität vieler Produktionen begeistert. Bei uns bleibt alles "heiter bis tödlich" und insgesamt sehr krimilastig, ohne das Genre irgendwie einen Milimeter weiterzubringen. Einige Tatort-Episoden seien ausgenommen.

    Und LGBT-Themen? Ausser gelegentlicher "Thematisierungen" in "Qualtätsprogrammen" wie "Bauer sucht Frau" oder "Frauentausch" bleibt nicht viel. Naja, vielleicht kriegen die ja mal trotzdem einen Grimme-Preis.
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