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- 27. Juli 2012 2 Min.

Don Perry hatte zuletzt versucht, zwischen den Seiten zu vermitteln. Er war seit 29 Jahren bei dem Unternehmen beschäftigt
Es wird nicht lange dauern, bis die amerikanische Rechte der LGBT-Bewegung diesen Tod in die Schuhe schieben wird: Don Perry, der PR-Sprecher der US-Fastfoodkette Chick-fil-A, ist am Freitag an einem Herzinfarkt gestorben.
Das Familienunternehmen aus Georgia war seit Tagen in der Mitte eines öffentlichen Empörungssturms, nachdem sich CEO Dan Cathy in einem Interview gegen die Homo-Ehe ausgesprochen hatte: "Ich denke, wir fordern ein Gottesgericht heraus, wenn wir ihm unsere Faust zeigen und sagen: Wir wissen besser als Du was eine Ehe ist!" (queer.de berichtete) Zuvor war bereits bekannt, dass das Unternehmen Organisationen unterstützt, die gegen LGBT-Rechte kämpfen. Allein im Jahr 2010 bekam die "Marriage & Family Foundation" über eine Million US-Dollar von Chick-fil-A, das "Family Research Council" erhielt ebenso 1.000 Dollar wie die Homo-"Heiler" von "Exodus International".
Nach einer ersten Empörung über das Interview kündigte die Jim Henson Company den Vertrag mit dem Unternehmen, das bisher- neben religiösen Spielfiguren und CDs bei Kindermenüs - Muppets-Puppen verteilte. Die Eigentümerfamilie von Chick-fil-A steht dennoch zu ihrem Baptisten-Glauben, so sind sonntags sogar alle rund 1.600 Filialen der nur in den USA betriebenen Kette geschlossen.
Ausufernde Debatte

Nur ein aktueller Protest gegen das Unternehmen
Während rechte Organisationen und Medien sich auf die Seite der Restaurantkette stellten, haben sich andere Medien wie die "John Stewart Show" sogar regelrecht über die Ansichten der Firma belustigt. Dass die Firma ihre Kunden falsch aufklärte, es gebe die Muppets-Puppen wegen eines Produkt-Rückrufes nicht mehr, tat dazu ein Übriges. Es gibt inzwischen Anti-Chick-Fil-A-Songs und Videos zum Selbermachen der Chicken-Sandwiches.
In den letzten Tagen gab es mehrere Proteste in den Filialen, für nächste Woche ist an vielen Orten ein schwul-lebisches Kiss-in geplant. Der Bürgermeister von Boston hat sich gegen die erste Filiale der Kette in seiner Stadt ausgesprochen. Zugleich haben rechte Kommentatoren und selbst Mike Huckabee zu einem Extra-Run auf die Fastfoodmenüs aufgerufen.
So stand das Ganze davor, ein heiß umkämpftes Wahlkampfthema zu werden. Anders als sein Chef, der in einem Interview seine Aussagen bekräftigte, hatte Don Perry in den letzten Tagen versucht, die Wogen zu glätten: "Unsere Intention ist es, die politische Debatte über gleichgeschlechtliche Ehen der Regierung und der politischen Arena zu überlassen." (nb)
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