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Gegen Ehe-Öffnung
Hamburger Weihbischof will Hetero-Mehrheit "fördern"
- 01. August 2012 2 Min.

Justizsenatorin Jana Schiedek (SPD) und Weihbischof Hans-Jochen Jaschke im CSD-Magazin (Bild: Hamburg Pride)
Im Hamburger Pride-Magazin hat der katholische Weihbischof Hans-Jochen Jaschke klargestellt, dass er die Gleichstellung von Homo-Paaren ablehnt, Schwule und Lesben aber "Rechte bekommen" sollten.
Jaschke wurde gemeinsam mit Justizsenatorin Jana Schiedek (SPD) interviewt, die sich für eine Gleichstellung von Homo-Paaren aussprach. Seine Ablehnung der Gleichbehandlung begründete der Weihbischof mit der "Unfruchtbarkeit" von Homo-Paaren. Das sei ein "grundlegender Unterschied" zu Heterosexuellen.
Allerdings erkannte er offenbar das deutsche Lebenspartnerschaftsgesetz an, das bei seiner Einführung 2001 von der katholischen Kirche noch torpediert worden war: "Ich bin dafür, dass Schwule und Lesben ihre Rechte bekommen. Recht ist, was einem zusteht." Dazu gehöre etwa das Erbrecht, Besuchsrechte und die Steuergerechtigkeit, erklärte Jaschke, ohne auf Details einzugehen. Eine vollständige Gleichbehandlung, eine "Egalisierung" mit heterosexuellen Ehepaaren, dürfe es aber nicht geben. Er sieht sich dabei auch offenbar auch als Anwalt der heterosexuellen Mehrheit: "Die große Mehrheit der Menschheit ist also auf die Form der Sexualität von Mann und Frau eingestellt. Diese Mehrheit müssen wir ernst nehmen und fördern."
Homo-Benachteiligung historisch begründet
Der 70-Jährige lehnte auch das Adoptionsrecht für Homo-Paare ab, weil es einem Kind generell gut tue, "die ganze Breite des menschlichen Seins zu erfahren." Außerdem, davon ist Jaschke überzeugt, dürfe die Ehe nicht auf die Minderheit ausgedehnt werden, weil sich die Institution seit Altertum und Mittelalter nicht wesentlich verändert habe: "Zur Regelform der Sexualität gehören Fruchtbarkeit und Kinder. Alles andere entspricht nicht dem seit Menschengedenken anerkannten Bild der Ehe."
Jascke versuchte in dem Interview auch, heiratswilligen Homosexuellen den Ehewunsch auszureden: "Tut es homosexuellen Menschen gut, wenn sie genau so sein wollen wie Eheleute? Ist das nicht vielleicht auch ziemlich langweilig?", fragte der Geistliche. Für christlich orientierte Schwule und Lesben hatte er einen Ratschlag parat: "Zur christlichen Lebensform gehört auch die Einladung, auf die Ausübung von Sex zu verzichten." (dk)
Links zum Thema:
» Hamburg Pride















Ehegeschacher und Machtgestaltung "von Gottes Gnaden".
Durch katholische Majästeten und Magnifizenzen:
"Mittels eines Hofdekretes vom 25. September 1726 wurde die Verehelichung von Juden nur in der Weise gestattet, dass nur der älteste Sohn nach dem Tode eines Familienvaters eine gültige Ehe eingehen durfte und auf diese Weise die durch den Tod des Vaters erledigte “Familienstelle” erhielt. Als Familienväter wurden laut Gubernial-Patente vom 24. Oktober 1726 nur die am Kundmachungstage verheirateten und verwitweten Juden, die Kinder hatten, angesehen."
"Die Folge davon war, daß die jüngeren Familienmitglieder entweder nur nach mosaischem Rechte gültige, nach dem Staatliehen Rechte jedoch ungültige Ehen schlössen, oder aber auswanderten, um im Auslande, namentlich in der Slowakei, eine auch vom Staate anerkannte Ehe schließen zu können, da dort bezüglich der Eheschließungen der Juden keine rechtlichen Beschränkungen bestanden haben.
Auf diese durch mehrere Generationen anhaltende Zuwanderung mährischer Juden ist die noch heute verhältnismäßig große Anzahl von Juden in der westlichen Slowakei zurückzuführen."
"Noch unter der Tochter und Nachfolgerin Kaiser
Karls VI., der Kaiserin Maria Theresia, wurde der Versuch unternommen, die Juden aus Böhmen, Mähren und Schlesien zu verweisen (1745), nachdem die „fromme" Herrscherin bereits ein Jahr vorher die Vertreibung der Juden aus P r a g , B r ü n n und O l m u t z verfügt hatte. Als Grund wurde angegeben, ähnlich wie man frühere Judenvertreibungen zu begründen versuchte, daß die Juden bei der Besetzung
Prags durch die Bayern und später durch die Preußen für die Fremden Partei ergriffen haben sollten, was natürlich den Tatsachen nicht entsprach."
"Mittels des Patentes vom 17. November 1787 wurde die von Karl VI. mit 5106 festgesetzte Anzahl der tolerierten jüdischen Familien auf 5400 erhöht, welche Anzahl bis zum Jahre 1848 unverändert blieb.
Da auch die Bewilligung der staatlichen Behörde zur Eingehung einer Ehe weiterhin eingeholt werden mußte, dauerte die Auswanderung der überschüssigen jüdischen Bevölkerung, wenn auch in etwas vermindertem Maße, weiter fort.
Neben den vorerwähnten
„ s y s t e m i s i e r t e n " 5400 Familien befanden sich im Lande auch noch die
„Ü b e r z ä h l i g e n", meist jüdische Soldaten, welchen die Ehebewilligung gegen Bezahlung einer gewissen Taxe erteilt worden war."
"Der Gesellschaftstheoretiker Adam Heinrich Müller, ein führender Vertreter der deutschen Romantik und Mitglied der Christlich-deutschen Tischgesellschaft, verlangte 1823 in einem Gutachten das Heiratsverbot zwischen Juden und Christen und die Rücknahme erreichter Gleichstellung. In reaktionärer, der vorindustriellen Welt zugewandter Grundhaltung wandte er sich gegen die Modernisierungen, die von der Wirtschaftstätigkeit der Juden herrührten, und setzte Judentum und Kapitalismus gleich."