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Gesetzesverschärfung geplant

UN kritisiert Homophobie in Liberia

  • 07. August 2012 10 2 Min.

Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf hält die Homo-Verfolgung in ihrem Land für angemessen

Das UN-Menschenrechtskommisariat (UNHCR) hat Liberia kritisiert, weil dort die Homo-Verfolgung verstärkt wird - die liberianische Präsidentin, eine Friedensnobelpreisträgerin, schaut zu.

Ein entsprechendes Gesetz ist bereits vom Senat verabschiedet worden und soll homo­sexuellen Geschlechtsverkehr mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren ahnden. Bislang steht auf dieses "Verbrechen" bereits eine Haftstrafe von einem Jahr. Auch Personen, die für Homosexualität "werben", sollen künftig mit Gefängnis bedroht werden. Derzeit berät das Repräsentantenhaus über den Antrag.

Das OHCHR hat sich besorgt über die Lage von sexuellen Minderheiten im Land geäußert. Außerdem verschlechtere sich die Menschenrechtslage für Schwule und Lesben zusehends: "Wir sind auch besorgt über die Einschüchterungsversuche und Gewalt gegen Homo-Aktivisten. Außerdem gibt es Berichte von gewalttätigen Übergriffen", erklärte OHCHR-Sprecherin Ravina Shamdasani. "Diese Übergriffe zeigen, in welch einer diskriminierenden Atmosphäre Menschenrechtsaktivisten im Land arbeiten müssen." Shamdasani wies darauf hin, dass auf diese Weise auch die HIV-Präventionsarbeit behindert werde.

Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf kam bereits vor einigen Monaten unter Beschuss, als sie im Interview mit einer britischen Zeitung die homofeindlichen Gesetze in ihrem Land verteidigte (queer.de berichtete). Sie sagte damals zwar, dass sie keine Gesetzesverschärfung zulassen werde, hat sich aber nicht mehr zum Thema geäußert.

Besonders pikant: Johnson-Sirleaf wurde 2011 wegen ihres Einsatzes für die Gleichberechtigung von Frauen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Homo-Gruppen fordern das Nobelkomittee nun auf, dass ihr der Preis aberkannt wird, sollte die Präsidentin homofeindliche Gesetze unterschreiben.

Liberia gehört mit seinen vier Millionen Einwohnern zu den ärmsten Ländern Afrikas. Das Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt liegt dort noch niedriger als in Äthiopien oder Simbabwe. Politiker setzen aber andere Schwerpunkte als die Wirtschaftspolitik: So haben sich mehrere Abgeordnete nach Gründung der ersten Homo-Gruppe im Januar mit homophoben Sprüchen zu profilieren versucht. (dk)

-w-

#1 turkish_gay_1990
  • 07.08.2012, 18:52hPforzheim/Winnenden
  • Alle afrikanischen Länder (Ausnahme Südafrika) sind doch gegen die Homophobie!! Nicht nur Liberia sondern auch Malawi oder Uganda haben in den letzten Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Es liegt daran, dass diese "armen" Länder zu wenig Erfahrung über die Homosexualität haben und nichts erklärt bekommen was alles dahinter steckt und damit als eine Krankheit angesehen wird. Man muss auch daran bedenken, dass die Mehrheit der Menschen in afrikanischen Länder vom Glauben her streng katholisch sind und so etwas nicht tolerieren. Schade eigentlich....
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#2 GF Pr von PrAnonym
  • 07.08.2012, 19:06h
  • Gibt es im 'Lande der Freiheit' noch wirklich Freiheit?
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 07.08.2012, 20:15h
  • Wer den Friedensnobelpreis bekommt und sich für die Gleichberechtigung der Frau einsetzt, der hat sich auch gefälligst für LGBT-Rechte einzusetzen!
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