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Würzburg Nach der Affäre um den österreichischen Bischof Kurt Krenn wird auch in Deutschland über die Zulassungsbedingungen zur Priesterweihe diskutiert. Der Freiburger Pastoraltheologe Hubert Windisch bezeichnete Homosexualität am Donnerstag in der Würzburger "Tagespost" als "objektives Weihehindernis". Es sei katholische Lehre, dass Priester ehefähig sein müssten. Das Zölibat sei nicht dazu da, "dass ein homosexueller Mann geordnete Ruhe für seine Sexualität findet". Windisch zitierte aus einem Schreiben der vatikanischen Kongregation für den Gottesdienst. Sie habe 2002 darauf hingewiesen, dass "eine Person, die homosexuell ist oder eine homosexuelle Neigung hat, nicht geeignet ist, das Sakrament der heiligen Weihen zu empfangen". Weihekandidaten sollten künftig den kirchlichen Vorgesetzten Rechenschaft über ihre sexuelle Orientierung geben müssen. Es "sei nicht von der Hand zu weisen, dass in den letzten Jahrzehnten die Zahl der homosexuell geprägten Männer in den Seminaren gestiegen ist". Es sei belegt, "dass junge heterosexuelle Männer deshalb nicht mehr Priester werden wollen, weil sie das homosexuelle Klima im Presbyterium ablehnen". (nb/pm)

-w-

#1 TobiAnonym
  • 01.10.2004, 15:22h
  • "Es sei katholische Lehre, dass Priester ehefähig sein müssten."

    Wie bitte? Priester MÜSSEN ehefähig sein, dürfen aber keine Ehe eingehen. Wer soll das noch verstehen? Und wer sagt, dass Ehe nur heterosexuell sein darf? - Das ist doch nur eine Frage der Definition. Nur weil sich das so eingebürgert hat muss es noch lange nicht richtig sein und auch nicht auf ewig gültig sein.

    Und noch was ganz allgemeines zum Thema Homosexualität und Kirche: ich bin so, wie Gott mich gemacht hat. Das Kritisieren meiner Gefühle ist für mich ein Kritisieren der Schöpfung! Wie passt das zum Glauben?

    Wenn von Geistlichen Kinder missbraucht werden, sind die Konsequenzen meist nur gering, aber zig Homosexuelle die niemandem Leid antun werden andauernd diskriminiert. (Und dummen Schlägern immer wieder neuer Hass eingeimpft.) Was hat das mit Nächstenliebe zu tun?
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#2 gerdAnonym
  • 01.10.2004, 15:38h
  • Ich halte die Äußerungen von Professor Windisch, der an der Universität in Freiburg lehrt, für nicht tragbar. An einer deutschen Universität hat er nach meiner Ansicht nichts mehr verloren.

    Studenten an der Universität in Freiburg sollten auf den in meinen Augen homophoben Professor aufmerksam gemacht werden.

    Tatsache ist doch, das es homosexuelle Menschen unter den Priestern nicht erst heute vermehrt gibt, sondern vielmehr gab es diese in der Vergangenheit bereits vermehrt. Die Anzahl homosexueller Priester geht heutzutage zurück.

    Früher haben sich homosexuelle Menschen hinter dem Beruf des Priesters/Mönches sehr gut verstecken können, ohne dass schwule Männer gefragt wurden, warum sie denn keine Freundin/Frau hätten und da sie keine Partnerschaften aufgrund des Gesellschaftsdrucks eingehen konnten/durften, waren sie darüberhinaus wirtschaftlich in den Klöstern/Kirche abgesichert.

    Heute gehen die allermeisten homosexuellen Menschen einen ehrlicheren, offeneren Weg und suchen sich einen Freund/Partner/Ehemann.

    Daraus folgt auch unter anderem als ein Mitgrund der Rückgang der Mönche und Priester in den Kirchen. Heute fehlen Priester und überall bilden sich unter den Gemeinden der katholischen Kirche Kooperationsgemeinschaften.

    Dies ist eine Wahrheit, die die Amtskirche zu verschleiern gedenkt: der Rückgang an Pristern/Möchen beruht unter anderem auf der Emanzipation des homosexuellen Mannes in unserer Gesellschaft.

    Vielleicht wehrt sich die katholische Amtskirche auch deswegen so sehr gegen die gesellschaftliche Anerkennung homosexueller Menschen, da sie hierdurch Priester/Mönche in beträchtlichen Maße verliert.

    Die Amtskirche begeht einen grossen Fehler, wenn sie homosexuelle Menschen aus dem Priesteramt ganz entfernen will, denn sie verliert die Gruppe von Menschen, die häufig sehr gut für diesen Beruf geeignet sind.
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#3 MarkusAnonym
  • 01.10.2004, 17:15h
  • Bisher dachte ich, nur gesunder Menschenverstand, ein gesundes Verhältnis zur eigenen Sexualität und ein aufgeklärtes, tolerantes Weltbild seien "objektive Weihehindernisse"... Wenn dieser Katholiban (Dank an David für diesen wunderhübschen Ausdruck!) nun auch noch Homosexualität dazu rechnet - bitteschön, dann gibt's eben bald gar keine Priester mehr. Mir soll's recht sein, je eher, desto besser!
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