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Fotoarbeit "Funder/Lawyer" von Sandra Alland (2009) (Bild: Sandra Alland in Kollaboration mit Robert Softley and Nathan Gale)

Was bedeuten "schwul" und "lesbisch", wenn die Begriffe "Mann" und "Frau" nicht mehr klar zuzuordnen sind, fragt die neue Ausstellung "Trans*_Homo" im Schwulen Museum Berlin.

Das Kunstprojekt, das am 16. August eröffnet wird und bis November 2012 läuft, agiert an der Schnittstelle von Trans*identität und Homosexualität. Internationale künstlerische Arbeiten aus Trans*Perspektive treten in einen Dialog mit historischen Dokumenten und aktivistischem Material. Die Medien reichen von Video über Installation bis zum Comic. Darüber hinaus wird ein Begleitprogramm mit Filmen, Vorträgen, Performances, Workshops und Führungen angeboten.

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Die Ausstellung untersucht Diskriminierung und strukturelle Gewalt


Cover des Magazins "Transvestia" (1963) (Bild: Bibliothek des Schwulen Museums)

Die von Justin Time kuratierte Ausstellung wirft Schlaglichter auf Trans* und seine Beziehungen und Konflikte mit schwulen und lesbischen Szenen sowie auf die Bereiche des Rechts und der Medizin bzw. Psychologie. Als Experten kommen in diesem Fall aber nicht Wissenschaftler zu Wort, die eine Außenperspektive auf Trans* einnehmen, die Wissenschaften werden vielmehr zu Objekten der Reflexion. Das Ausstellungsprojekt untersucht Diskriminierung, strukturelle Gewalt und ihre historischen Hintergründe in der Gesetzgebung und in der Sexualwissenschaft.

Trans* wird von den Ausstellungsmachern als Oberbegriff für Menschen benutzt, die ihr Geschlecht anders definieren, als es ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Trans* umfasst ein breites Spektrum von Identitäten und Lebensweisen, neben trans­sexuellen und trans­identen auch solche, die sich geschlechtlich nicht als Mann oder Frau verorten (lassen) möchten.

Gezeigt werden Arbeiten u.a. von Adrian de Silva, Anja Weber, Anna Heger, Anthony Clair Wagner, Del LaGrace Volcano, eddie gesso, Hans Scheirl, Ins A Kromminga, J. Jackie Baier, Jakob Lena Knebl, Jakob Schmidt, Jannik Franzen, Jason Elvis Barker, Jens Borcherding, Justin Time, Nathan Gale, Manuel Ricardo Garcia, Minette Dreier, Persson P. Baumgartinger, Risk Hazekamp, Sabine Ercklentz, Sandra Alland, Sara Davidmann, Simon Croft, Tom Weller und Toni Schmale. (cw/pm)

Infos zur Ausstellung

Trans*_Homo. Laufzeit: 17. August bis 19.11.2012. Ort: Schwules Museum, 2. OG (Eingang 1. Hof), Mehringdamm 61, 10961 Berlin. Öffnungszeiten: tägl. außer Di 14 bis 18 Uhr, Sa bis 19 Uhr. Ausstellungseröffnung mit Performance von Hans Scheirl, Jakob Lena Knebl, Andreas Riegler, Markus Hausleitner am 16. August 2012 um 18 Uhr (Beginn im SchwuZ)
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#1 Prime_EvilEhemaliges Profil
  • 16.08.2012, 17:41h
  • Die Auflösung von Männlichkeit und Weiblichkeit führt letztlich nur zu einer völlig von Sexualität befreiten Gesellschaft. Männer sind interessant weil sie männlich sind, Frauen sind begehrenswert weil sie weiblich sind. Sexualität, Anziehung, sexuelles Interesse, Spannung all das braucht die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau. Durch die Nivellierung der Geschlechtsunterschiede werden wir jeglicher sexuellen Spannung beraubt. Ein Mann, der nicht männlich ist, der nicht anders ist als eine Frau, ist für mich so attraktiv wie ein weißes Blatt Papier. Nichts unterschiedet ihn, nichts macht ihn markant.

    Die Auflösung von Homosexualität und Heterosexualität ist hingegen noch perfider. Sie erfolgt eigentlich nicht zugunsten von Schwulen, sondern dient letztlich vielmehr - und man möge mir verzeihen, dass ich diesen Begriff, den ich ansonsten eher vermeide, weil ich ihn für queer-politisch aufgeladen erachte - der Heteronormativität.

    Nein, diese sexuelle Beliebigkeit ist nur eine besonders tückische Form der Sexualitätsfeindlichkeit. Angrogynität und Asexualität sind zwei Seiten einer Medaille.

    Es braucht keine Queer-Tucken, die von sich behaupten: "Sex möchte ich mit Männern, aber emotional fühle ich mich zu Frauen hingezogen".

    Es braucht stattdessen mehr selbstbewusste schwule Männner!
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#2 bengtAnonym
#3 My butt ist leerAnonym
  • 16.08.2012, 17:54h
  • Antwort auf #1 von Prime_Evil
  • "Die Auflösung von Männlichkeit und Weiblichkeit führt letztlich nur zu einer völlig von Sexualität befreiten Gesellschaft."

    Jau, mein Reden. Obwohl ich Judith Butler nie gelesen habe, unterstelle ich ihr immer, sie würde die Menschen durch ihre Theorie entsexualisieren bzw. asexualisiere. Gender sind wichtige Konstrukte der Gesellschaft, um ein sexuelles Miteinander zu ermöglichen und schlussendlich die Fortpflanzung zu sichern. Dass die Unterschiede zwischen Mann und Frau nicht so groß und nicht so schwarz weiß sind, steht auf einem anderen Blatt. Ausserdem lebt Butler doch lesbisch, oder? Mit kurzen Haaren und als graue Akademie-Maus. Ist lesbisch sein nicht genau so ein Konstrukt, aber warum hat sie das nie dekonstuiert?!
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