Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?17193
  • 17. August 2012 23 2 Min.



Als queer.de-Redakteur gewöhnt man sich ja an allerlei gehässige Politiker-Kommentare. Die Vorwürfe gegen Schwule und Lesben in der Frage des Adoptionsrechts sind meist am gemeinsten, weil die Argumentation am albernsten ist. Das neueste Beispiel ist eine Pressemitteilung des niedersächsischen Justizministers Bernd Busemann (CDU). Er lehnt die Gleichbehandlung von eingetragenen Lebenspartnern im Adoptionsrecht mit den üblichen undurchdachten Sprüchen ab:

Bei einem generellen Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare wäre zu befürchten, dass Kinder von gleichgeschlechtlichen Paaren Stigmatisierungen erfahren und Opfer von Mobbing werden.

Auf Deutsch übersetzt: Solange Schwule und Lesben diskriminiert werden, so lange sollen sie keine gleichen Rechte erhalten. Allerdings müsste diese Einschränkung dann auch auf manche heterosexuellen Paare zutreffen, wie beispielsweise auf Ehen zwischen einem Schwarzen und einer Weißen. Auch hier müssen sich Kinder oft Witze anhören - diesmal zwar keine homophoben Kalauer, sondern rassistische, die ihre Entwicklung ebenso stören könnten. Bislang hat man aber von Herrn Busemann noch nicht gehört, dass interrassischen Paaren das Adoptionsrecht entzogen werden sollte.

Die vorhergehende Aussage von Herrn Busemann ist auch sehr ärgerlich:

Bei der Adoption ist eben nicht primär der Wille des Paares, sondern mit deutlichem Vorrang das Kindeswohl zu berücksichtigen.

Hier bedient sich Herr Busemann (wissentlich oder unwissentlich) dem Klischee des schmutzigen alten Schwulen, der es auf kleine Kinder abgesehen hat - oder warum sollten gerade Schwule und Lesben das Kindeswohl schädigen? Der Minister ist eben in den 60er Jahren aufgewachsen, als solche Vorurteile noch gang und gäbe waren. Andere Konservative sprechen ein derartiges Vorurteil offener aus - wie der katholische Bischof Juan Vicente Córdoba, der Schwulen generell vorgeworfen hat, es auf Sex mit Kindern abzusehen (queer.de berichtete).

Außerdem geht es beim Adoptionsrecht ohnehin nicht darum, dass jedes gleichgeschlechtliche Paar auf Wunsch automatisch ein Kind erhält. Es geht um einige Fälle, in denen Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien aufwachsen. Das volle Adoptionsrecht würde hier nicht den schwulen oder lesbischen Eltern helfen, sondern dem Kind: Denn wenn es mit einem der beiden Elternteile nicht verwandt ist, hat es ihnen gegenüber auch keinerlei Rechte - und muss etwa Erbschaftssteuer zahlen, wenn ein Elternteil stirbt. Warum das dem Kindeswohl nützt, bleibt Herr Busemanns Geheimnis.

Übrigens: In Niedersachsen wird nächstes Jahr gewählt... (dk)

Bild: Wiki Commons / Mathias Schindler / CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0GFDL

-w-

#1 Axel HaaseAnonym
  • 17.08.2012, 15:20h
  • Das Katholikken- und Evangelikalenmilleu gefährdet regelmäßig das Kindeswohl. Im Grunde ist es recht einfach: Kinderadoptionen sollten ausschließlich dem Kindeswohl dienen.
    Sofern sich Wunscheltern als Adoptiveltern bewerben, müssen sachfremde Aspekten unberücksichtigt werden. Ob jemand Arbeiter oder Beamter, katholisch oder atheistisch ist oder eben schwul oder hetero ist, ist sachfremd.

    Und wer grundsätzlich behauptet, katholische, heterosexuelle Beamte seien besser geeignet als andere Menschen, der gefährdet letztendlich das Kindeswohl.
  • Direktlink »
#2 FelixAnonym
  • 17.08.2012, 15:25h
  • Das zeigt doch nur wieder mal die Verlogenheit der CDU/CSU:

    1.
    Kinder wachsen doch wohl besser in einer liebevollen Familie auf als im Heim oder auf der Straße.

    2.
    Es geht beim Adoptionsrecht doch gerade ums Kindeswohl:
    dass Kinder in schwulen und lesbischen Familien aufwachsen ist Fakt. Ob es der Union passt oder nicht. Und alle unabhängigen Studien kommen zum Ergebnis, dass das keinerlei negative Folgen hat.

    Beim Adoptionsrecht geht es jetzt darum, diese Kinder rechtlich abzusichern. Es geht also gerade ums Kindeswohl!!

    Dass die Union das verdreht um ihre Propaganda auf Kosten der Kinder zu verbreiten und sich dann auch noch als Beschützer der Kinder aufzuspielen, zeigt die heuchlerische Verlogenheit, Scheinheiligkeit und Perversität der CDU/CSU.
  • Direktlink »
#3 nie CDUAnonym
  • 17.08.2012, 15:42h
  • Das personifizierte "Sommerloch" = Bernd Busemann (CDU). Allerdings wohl mehr "Loch", als "Sommer"

    Ich gestehe durchaus jeder gesellschaftlichen Gruppierung eine gewisse "Idioten-Quote" zu (übrigens auch uns Schwulen), aber die CDU hat bei der Berücksichtigung "schwer vermittelbarer Arbeitnehmer, mit Vermittlungshandicap", wie unterdurchschnittliche Intelligenz, ihr Soll nun wirklich längst übererfüllt.

    Liebe niedersächsische CDU-Landespolitiker, vielleicht solltet Ihr den Mann besser, als Aktenträger oder im Keller-Archiv eurer Landespartei-Zentrale einsetzen, dann wird es für euch nicht so peinlich, wenn der Mann sich äußert.

    "Wie verkappt schwul der schon aussieht" - und dass diese Typen von ihrer eigenen Homosexualität regelmäßig damit versuchen abzulenken, dass sie sich besonders schwulenfeindlich gerieren ..., ein alter Hut und leicht zu durchschauen.

    Wie gefällt euch denn übrigens dieser Wahlslogan für die kommende Landtagswahl im Land der Schweine- und Hühnerzüchter:

    CDU, da weiß man was man hat, unseren Politikern können Sie ansehen, wie hoch ihr Intelligenzquotient ist. Da gibt es hinterher keine Überraschungen. Gekauft, wie gesehen. CDU morgen noch so rückständig wie gestern und heute.
  • Direktlink »