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Katholischer Dachverband entsetzt

Lesbische Schützenkönigin regiert am Niederrhein

  • 24. August 2012 12 2 Min.

Die neue Schützenkönigin Margret Derksen sitzt für die Grünen im Gemeinderat

Als Schützenkönigin führt Margret Derksen die katholischen St.-Lambertus-Schützen in Rees-Haffen symbolisch und wählte ihre Lebenspartnerin als Königin - der Dachverband warnt, dass Derksen im Namen des Verbandes nicht lesbisch auftreten dürfe.

Die 48-Jährige hat am vergangenen Sonntag das sogenannte Vogelschießen ihres kleinen Vereins gewonnen. Sie wählte danach ihre Lebenspartnerin Manuela Hiller zur Königin - ein Novum in der Schützenszene. Bereits zuvor war aber klar gewesen, dass der kleine Verband von einer lesbsichen Frau geführt werden würde: Die beiden Frauen waren die einzigen Bewerberinnen für den repräsentativen Posten des Schützenkönigs bei St. Lambertus.

Funktionäre der katholischen Schützenbrüder empfehlen nun den Frauen, ihre Beziehung bei offiziellen Anlässen zu verstecken: Bezirksbundesmeister Johannes Griebler mahnte in der "Rheinischen Post", dass der katholische Dachverband Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) keine homo­sexuellen Paare in Führungspositionen dulde: "Ein gleich­geschlechtliches Königspaar ist nach den Statuten des Bundes nicht erlaubt und als Bezirksbundesmeister bin ich an diese Statuten gebunden", erklärte Griebler. Er wolle jedoch abwarten, ob sich Derksen zum Bezirkskönigsschießen, zu dem sie antreten darf, dem Verbot widersetze werde - und versucht zu beschwichtigen: "Es hat niemand etwas dagegen, dass eine Frau den König stellt, es geht darum, dass es nach dem Verständnis des Bundes der Schützenbruderschaft nicht möglich ist, dass gleich­geschlechtliche Paare zusammen auftreten", so Griebler. Homo­sexuelle Paare widersprächen dem katholischen Bild der Ehe.

Verbot von Homo-Paaren

Im vergangenen Jahr war in Münster ein schwuler Mann Schützenkönig geworden und hatte seinen Lebenspartner zur "Königin" gemacht. Daraufhin hatte der Chef des Dachverbandes, der Kölner Weihbischof Heiner Koch, dem Paar persönlich verboten, gemeinsam aufzutreten (queer.de berichtete). Im März diesen Jahres hatte der BHDS dann mit großer Mehrheit ein generelles Verbot homosexueller Paare beschlossen (queer.de berichtete). Der Lesben- und Schwulenverband erklärte damals, die Entscheidung zeige "einen erschreckenden Mangel an menschlichem Respekt".

Die neue Schützenkönigin Derksen, die für die Grünen im Gemeinderat sitzt, glaubt, dass einige Schützen Probleme mit ihrer Inthronisation haben würden. Für andere sei es aber wichtig, "dass wir diese Entscheidung getroffen haben". Ortsvorsteher Johann Venhorst (CDU) erklärte gegenüber der WAZ, es sei "eigentlich nicht nachvollziehbar", dass Derksen in einem katholischen Verein ihre Partnerin zur Königin mache. Er befürchtet eine Spaltung: "Der Verein darf durch dieses Ereignis auf keinen Fall in zwei Lager verfallen." (dk)

#1 thorium222
  • 24.08.2012, 15:04hMr
  • Ok, Leute, alle Mann (und Frau) ab zum Schützenverein und den Vogel abschießen. Vor das Problem müssen die noch viel häufiger gestellt werden.
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#2 TuntenpowerAnonym
  • 24.08.2012, 15:07h
  • Man mag zur Schützentradition stehen, wie man will (ich kann damit überhaupt nichts anfangen) - trotzdem wünsche ich Frau Derksen viel Kraft und Durchhaltevermögen, sich gegen ihre homophoben Oberschützenbrüder durchzusetzen.

    Katholisch, grün, lesbisch - und das dann auch noch am Niederrhein - da kommt einiges zusammen . Schön, dass das in ihrem Ortsverein in Rees wohl niemanden zu stören scheint. Vielleicht hat ja Frau Derksen den Mut und die Chuzpe, den Machos von der Chefetage zu zeigen, wo der Hammer hängt. Sie sieht zumindest nicht so aus, als ließe sie sich die Butter vom Brot nehmen.

    Also: Bleiben Sie stark, Frau Derksen!
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#3 Thorsten1
  • 24.08.2012, 15:42hBerlin
  • Die beiden Frauen kennen die Spielregeln. Wenn sie trotzdem als Paar auftreten, kann die Kirche nach den vorher gegangenen Fällen jetzt gar nicht mehr anders, als dies zu untersagen.
    Wenn der Vorsitzende des Vegetarierbundes Reklame für ein Steakhaus macht, wird er auch entlassen. Das Glück dieser zwei Frauen wird nicht davon abhängen, ob sie als Schützenpaar durch ein abgelegenes Kuhdorf im Rheinland marschieren. Sie sollten sich besser emanzipieren und aus dieser Kirche austreten!
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