Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?17251
  • 27. August 2012 38 2 Min.

Premierminister Jean-Marc Ayrault arbeitet derzeit an einem Gesetz zur Ehe-Öffnung (Bild: jmayrault / flickr / by 2.0)

Während sich die deutsche Bundes­regierung weiter gegen die Gleichstellung sträubt, erklärte der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault, dass seine Regierung noch im Oktober die Ehe-Öffnung beschließen werde.

Ayrault bekräftigte bei einem Treffen der Sozialisten im westfranzöischen La Rochelle, dass derzeit der Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben vorbereitet werde: "Im Oktober werden wir ihn beschlossen haben und zu Nationalversammlung und Senat schicken, um gleich­geschlechtlichen Paaren die Ehe zu ermöglichen", sagte der Regierungschef. Das Gesetz werde alle Rechte und Pflichten erfassen, auch das Recht auf Adoption, so Ayrault weiter. "Wir haben das versprochen, und wir halten uns an unsere Versprechen". Er akzeptiere, dass Religionen Probleme mit dem Gesetz hätten, allerdings sei Frankreich ein säkulares Land und seine Partei wisse die Mehrheit der Bürger hinter sich. Neuesten Umfragen zufolge befürworten zwei Drittel der Franzosen die Gleich­behandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht.

In den letzten Wochen hatte insbesondere die katholische Kirche, der rund drei Viertel aller Franzosen angehören, gegen die Gleich­behandlung mobil gemacht. So hatte die nationale Bischofskonferenz Anfang des Monats ein Gebet beschlossen, in dem das Adoptionsrecht für Schwule und Lesben abgelehnt wird. Es ist in vielen katholischen Kirchen des Landes bei Messen verbreitet worden. In dem Text hieß es unter anderem, dass Kinder keine "Objekte der Begierde" sein dürften, sondern dass ihnen "die Liebe eines Vaters und einer Mutter" zukommen müsste.

Wahlversprechen wird eingelöst

Während seines Präsidentschaftswahlkampfes hatte François Hollande Anfang des Jahres die Gleichstellung im Eherecht angekündigt und sich damit vom Amtsinhaber Nicolas Sarkozy abgesetzt (queer.de berichtete). Damals erklärte der unverheiratete Politiker: "Es gibt keinen Grund mehr, warum wir immer noch zwischen hetero- und homosexuellen Paaren unterscheiden". Hollandes Sozialisten konnten auch im Parlament eine komfortable Mehrheit erringen. Die Ehe-Öffnung soll im kommenden Jahr in Kraft treten.

Frankreich wäre der zwölfte Staat weltweit, der die Ehe für Schwule und Lesben öffnet. In Europa hat außerdem auch die konservativ-liberale Regierungskoalition in Großbritannien die Gleichstellung im Eherecht bis spätestens 2015 versprochen (queer.de berichtete). In Deutschland lehnt Bundeskanzlerin Angela Merkel dagegen selbst die Gleichbehandlung von verpartnerten Paaren im Steuerrecht ab (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 Thorsten1
  • 27.08.2012, 14:49hBerlin
  • Wie bei vielen Sozialisten: Wirtschaftlich fahren sie ihr Land gegen die Wand, aber für Schwule und Lesben wird alles getan. So war es bei Zapetero in Spanien, bei Obama in den USA und so ist es jetzt bei Hollande in Frankreich.
  • Direktlink »
#2 carolo
  • 27.08.2012, 14:55h
  • So geht das in einem Land, in dem eine wirkliche Trennung zwischen Staat und Kirche herrscht.
  • Direktlink »
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 27.08.2012, 15:24h
  • Vive la France! Die besten News des Tages!
  • Direktlink »