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Gender-Theoretikerin
Kritik an Auszeichnung für "Israel-Hasserin" Judith Butler
- 29. August 2012 2 Min.

Professorin Judith Butler steht wegen ihrer Haltung zu Israel in der Kritik
Die umstrittene US-Gendertheoretikerin Judith Butler erhält den Frankfurter Adorno-Preis – der Zentralrat der Juden kritisiert die Auszeichnung scharf.
Am 11. September soll Judith Butler in der Frankfurter Paulskirche der Theodor-W.-Adorno-Preis übergeben werden, der von der Stadt alle drei Jahre für herausragende Leistungen im Bereich Philosophie und Kultur vergeben wird. Das Kuratorium würdigte Butler als "eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit".
Ungewohnt scharfe Kritik für die Auszeichnung kommt vom Zentralrat der Juden in Deutschland: "Eine bekennende Israel-Hasserin mit einem Preis auszuzeichnen, der nach dem großen, von den Nazis als 'Halbjude' in die Emigration gezwungenen Philosophen benannt wurde, kann nicht als bloßer Fehlgriff gelten", erklärte Generalsekretär Stephan J. Kramer. "Nur ein Kuratorium, dem die für seine Aufgabe erforderliche moralische Festigkeit fehlt, konnte Butlers Beitrag zur Philosophie formvollendet von ihrer moralischen Verderbtheit trennen."
Butler steht in der Kritik, weil sie zu einem Boykott gegen Israel aufgerufen hatte und das mit der Unterdrückung der Palästinenser begründet hatte. Außerdem hatte sie die von Deutschland als Terror-Organisationen eingestuften Gruppen Hamas und Hisbollah als "soziale Bewegungen" bezeichnet, die "progressiv" und "Teil der globalen Linken" seien – später erklärte sie jedoch, dass sie nur gewaltlosen Widerstand unterstütze.
Streit um "Pinkwashing"
In der schwul-lesbischen Szene hat es wiederholt Diskussionen um die Haltung zu Israel gegeben. Manche Aktivisten loben Israel, weil es als einziges Land der Region Schwulen und Lesben weitgehende Rechte gewährt, andere werfen dem Land "Pinkwashing" vor. Das bedeutet, dass sich Israel nur für LGBT-Rechte einsetze, um sich von anderen Menschenrechtsverletzungen wie der Unterdrückung von Palästinensern reinzuwaschen. Israelische Homo-Aktivisten beklagen, dass die "Pinkwashing"-Vorwürfe den Antisemitismus förderten: So ist etwa beim CSD Madrid ein israelischer Wagen verboten worden, in Berlin verzichtete eine Delegation aus Tel Aviv auf das Zeigen des Davidsterns, da sie mit antisemitischen Übergriffen rechnete.
Die Philosophin Butler hat bereits 2010 für Aufregung gesorgt, als sie den Zivilcouragepreis des CSD Berlin ablehnte (queer.de berichtete). Sie warf CSD-Organisatoren und Sponsoren vor, "explizit rassistische Ansichten" zu haben (siehe queer.de-Interview).
Butler wurde 1956 als Tochter jüdischer Einwanderer in Ohio geboren und ist heute Professorin an der University of California in Berkeley. In den 1970er Jahren hatte sie unter anderem im Heidelberg studiert. Sie wäre die erste Frau, die den seit 1977 vergebenen Adorno-Preis erhält. Vor ihr wurden unter anderem Jürgen Habermas und Alexander Kluge ausgezeichnet. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. (dk)
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2. Adorno war kein Charakterheld. Er hat seinen deutschen Namen Wiesengrund nicht grundlos gegen den italienischen seiner Mutter ausgetauscht. '33 hat er sich in Musikkritiken den Nazis angebiedert, was Erika Mann gar nicht gut fand. Eine Professur ihres Bruders Golo soll er durch eine homophobe Intrige verhindert haben...
3. Die positiven Einschätzungen klerikalfaschistischer Organisationen durch Frau Butler sind meschugge. Das ist ein altes Elend der amerikanischen 'Linken': Man versucht die eigene Machtlosigkeit durch aufmerksamkeitsheischende bizzare Thesen zu kompensieren.
4. Pinkwashing Israels. Da ergeben sich für mich zwei Fragen: Was muss da genau weggewaschen werden, wenn man an die unmittelbaren Nachbarn Israels denkt? Und: Wie kann man einen Staat 'pink-waschen', der sich einen Innenminister wie Elie Yishai leistet, für den Homosexualität eine Seuche ist und der am liebsten im ganzen Land die CSDs verbieten möchte?