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  • 30. August 2012 28 2 Min.

Dreierbeziehungen gibt es nicht nur unter Menschen (Bild: gbohne / flickr / by-sa 2.0)

Eine Notarin im brasilianischen Bundesstaat São Paulo hat die Verpartnerung von zwei Frauen und einem Mann genehmigt. Wie "Noticias BR" berichtet ist die Lebenspartnerschaft bereits vor drei Monaten in der Universitätsstadt Tupã eingetragen worden, erregt nun aber die Gemüter in Brasilien. Das verpartnerte Trio, das keine Interviews gibt, hatte bereits drei Jahre in Rio de Janeiro zusammengelebt und das Leben miteinander geteilt. Dazu gehörte beispielsweise auch ein gemeinsames Bankkonto.

Notarin Claudia do Nascimento Domingues argumentiert, die Verfassung verbiete nicht, dass mehr als zwei Erwachsene als Familie zusammenleben können. Die Definition des Wortes "Familie" habe sich so sehr verändert, dass damit nicht mehr nur Zweierbeziehungen gemeint seien. Da keiner der drei Partner verheiratet sei, könnten die Beteiligten nur mit einer Lebenspartnerschaft ihre Familie absichern. Diese größere Familie habe das Recht, im Fall einer Trennung oder eines Todesfalls abgesichert zu sein.

Gerichtliche Auseinandersetzung

Nun müssen die Gerichte entscheiden, ob diese Partnerschaft anerkannt wird. In den brasilianischen Medien melden sich viele Rechtsanwälte zu Wort, die den Schritt für "illegal" erklären, weil nach dem gegenwärtigen Recht nur Zweierbeziehungen vorgesehen seien. Auch christliche Gruppen protestieren gegen die Ausweitung des Familienbegriffs und kündigten Klagen an.

Die Notarin berief sich auch darauf, dass homosexuelle Paare in den vergangenen Jahren eingetragene Partnerschaften eingehen konnten, obgleich ihnen das Eherecht vorenthalten wurde. In Brasilien gibt es seit einer Gerichtsentscheidung aus dem Jahr 2004 die Möglichkeit für Schwule und Lesben, eine Lebenspartnerschaft einzugehen.

Inzwischen ist für gleichgeschlechtliche Paare auch die Öffnung der Ehe im Gespräch: So entschied ein Gericht erstmals im Oktober 2011, dass die Ehe eines lesbischen Paares anerkannt werden muss. Die Richter erklärten damals, dass "die sexuelle Orientierung nicht als Vorwand dienen darf, Familien vom rechtlichen Schutz, den die Ehe bietet, auszuschließen". Sie beriefen sich dabei auf die Verfassung, in der ausdrücklich Diskriminierung verboten ist (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 GF Pr von PrAnonym
  • 30.08.2012, 17:48h
  • Deswegen ist Prince Charles in Brasilien so oft gewesen!
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#2 Leo GAnonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 30.08.2012, 19:21h
  • Brasilien - Land der unbegrenzten Möglichkeiten!
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