https://queer.de/?17323
Streit in der Union
LSU wirft Laumann unchristliches Verhalten vor
- 06. September 2012 3 Min.

Fraktionschef Karl-Josef Laumann lehnt die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben ab, weil dies nicht zu einer "guten Gesellschaft" führe (Bild: dirk@vorderstrasse.de / flickr / by 2.0)
Karl-Josef Laumann, der Fraktionschef der NRW-CDU, beschuldigt Homosexuelle, nichts für eine "gute Gesellschaft" zu tun. Die Lesben und Schwulen in der Union sind sauer.
LSU-Landeschef Manuel Hase und Landesgeschäftsführer Thomas Mehlkopf bezeichneten Laumanns Aussagen als "diskriminierend und verletzend" und haben ihn um ein Gespräch gebeten. "Niemand, der homosexuell ist, hat sich seine Sexualität aussuchen können", erklärten die beiden Aktivisten in dem Brief. "Es entspricht auch nicht christlichem Verhalten, wenn man diese Menschen durch Abqualifizierung und unterschwellige Vorwürfe, nämlich nicht zur Reproduktion der Gesellschaft beizutragen, in eine Ecke drängt, die sie in besonderer Weise als geringwertig darstellt."
Laumann hatte Ende August in der "Rheinischen Post" Worte wie "gesund" und "gut" gewählt, um Heterosexuelle von Homosexuellen abzugrenzen: "Ohne viele gesunde Familien gibt es letzten Endes keine gute Gesellschaft", sagte der 55-Jährige (queer.de berichtete).
Für die LSU ist die gleichgeschlechtliche Ehe dagegen ein Projekt, in dem "zutiefst konservative Werte" gelebt werden könnten. Auch wollten Homosexuelle nicht an das Geld der Hetero-Mehrheit: "Wir sind überzeugt, dass niemand eine Ehe oder Lebenspartnerschaft allein aus steuerlichen Gründen eingeht."
Dialog statt Konfrontation

NRW-LSU-Chef Manuel Hase
Die Lesben und Schwulen in der Union wollen weiter versuchen, die CDU durch Dialog zu einer Gleichstellungspolitik bewegen zu können: "Die Fronten verhärten sich, in der Sache kommt man nicht wirklich voran. Unsere Erfahrung ist, dass wir in den letzten Jahren gerade durch persönliche Gespräche enorme Erfolge erzielt haben", sagte NRW-Chef Manuel Hase gegenüber queer.de. "Es ist oftmals auch schwerer, jemandem ins Gesicht zu sagen, dass man ihn und seine Meinung für völlig abwegig hält." In den Medien würde derzeit ohnehin eher "das Contra" in der Union wahrgenommen: "Es gibt aber berechtigten Grund zur Hoffnung, dass das nicht die Mehrheit in unseren Parteien ist."
Beleidigende Äußerungen von Parteifreunden bei der Staatsanwaltschaft anzuzeigen, lehnt Hase ab: "Ronny [Pohle] hat das getan, weil er das für angemessen hält. Meine Art wäre das nicht", erklärte der Mülheimer Student. Pohle, der Bundesgeschäftsführer der LSU, hatte Ende August die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, nachdem der CSU-Politiker Thomas Goppel über "Qualitätsunterschiede" zwischen Hetero- und homosexuellen philosophiert hatte (queer.de berichtete).
Die NRW-CDU gilt als homofeindlicher als in anderen Bundesländern. So haben die Christdemokraten 2011 im Landtag als einzige Partei gegen die Gleichstellung auf Landesebene gestimmt. Kurz vor den Landtagswahlen im Mai 2012 hatte Hase bereits Laumann als Homo-Gegner identifiziert, der seine Einstellung wahrscheinlich nicht mehr ändere. Damals sagte er im queer.de-Interview: "Gestandene Abgeordnete wie Karl-Josef Laumann haben hier eben eine festgefahrene Meinung, die sich nicht mehr ändert. Nicht alle sind aber so". (dk)















Und, ausgerechnet SIE, wollen die Interessen der Bürger/innen dieses Landes (zu denen wir schwulen Männer und lesbischen Frauen selbstverständlich auch gehören) vertreten? Fühlen Sie sich da nicht überfordert, weil unwissend?
@IG-Metall
Wie schätzt Ihr eigentlch die "Ausfälle" Eures Mitgliedes Laumann ein?
@Karl-Josef Laumann
Haben Sie eigentlich meine E-Mails gelesen und ..., gedenken Sie auch irgendwann darauf zu antworten? Oder wollen Sie es halten, so wie einst bei den Interview-Anfragen der 'taz', die Sie jahrelang ignorierten und unbeantwortet ließen, weil Sie sich den klugen Fragen der taz-Journalisten intellektuell nicht gewachsen fühlten?
L.G.
Gleiche Rechte (aka Alexander Nestroy)