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Schüsse auf eigenen Sohn
Türkei: 17-jähriger Schwuler von Vater getötet
- 06. September 2012 2 Min.

(Bild: Allan Henderson / flickr / by 2.0)
Bereits vor einem Monat wurde in der osttürkischen Provinz Diyarbakır ein Jugendlicher von seinem eigenen Vater erschossen, berichtet erst jetzt die Tageszeitung "Hürriyet". Grund für die Tat soll die Homosexualität des Jungen gewesen sein.
Die wohlhabende Familie soll den Teenager bereits seit längerem wegen seiner sexuellen Orientierung geschlagen und erniedrigt haben. Der 17-Jährige habe daraufhin Zuflucht im Haus eines Freundes gefunden. Der Onkel des Jungen soll ihn aber mit Gewalt gezwungen, wieder nach Hause zurückzukehren. Der Teenager soll daraufhin einen Streit mit seinem Vater gehabt haben, der in einer Gewaltorgie endete. Danach habe der mutmaßliche Täter gemeinsam mit seinem Bruder die Leiche neben einer Straße abgelegt.
Der Vater und Onkel des Mordopfers seien bereits von der Polizei verhaftet worden. Laut einer lokalen schwul-lesbischen Gruppe haben sie versucht, Beweise für ihre Tat zu vernichten. "Die Familie wollte den Mord vertuschen, weil es sich dabei um eine wohlhabende und einflussreiche Stammesfamilie handelt", erklärte ein Sprecher der Gruppe gegenüber "Hürriyet". "Wir alle sind dieser Gewalt ausgeliefert und es gibt keinen Behörde, an dem wir unsere Rechte einfordern können. Die Polizei beleidigt und beschimpft uns, Ärzte machen sich über uns lustig."
In der Türkei gibt es immer Berichte über Gewalt gegen sexuelle Minderheiten. Erst vor knapp zwei Monaten ist eine Transsexuelle in der Großstadt Antalya in ihrem Haus mit aufgeschlitzter Kehle gefunden worden (queer.de berichtete).
EU kritisiert Türkei wegen Homo-Diskriminierung
Das Europäische Parlament hat im April in seinem Fortschrittsbericht für EU-Beitrittskandidaten die Lage von Schwulen, Lesben und Transsexuellen in der Türkei scharf kritisiert (queer.de berichtete). So bedauert Straßburg "die regelmäßige Verfolgung von LGBT", die mit Gummiparagrafen über "unmoralisches Verhalten" drangsaliert werden. Auch die Polizei müsse den Diskriminierungsschutz respektieren. Außerdem fordern die Euro-Abgeordneten, dass die türkischen Streitkräfte Homosexualität nicht länger als eine "psychosexuelle Krankheit" einstufen. (dk)














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