Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?17349
  • 10. September 2012 68 3 Min.

Thomas Schneider sitzt für die CDU im Kreisrat des einwohnerstärksten Landkreises in Ostdeutschland

Der sächsische CDU-Lokalpolitiker Thomas Schneider aus Breitenbrunn sieht die Bibel als "einzige Autorität" an. Er beklagt, dass Christen diskriminiert werden würden, wenn Homosexualität anerkannt wird.

Das Mitglied der CDU-Fraktion im Kreistag des Erzgebirgskreises kritisierte auf seiner persönlichen Website eine neue Handreichung der "Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus" (BAGKR), in der die Autoren die Verfolgung von Homo­sexuellen aus christlichen Motiven verurteilen und eine wörtliche Auslegung der Bibel ablehnen (queer.de berichtete).

Schneider, der auch Initiator der "Konservativen Basisbewegung der sächsischen CDU" sowie Vorsitzender des Kreisverbands "Christdemokraten für das Leben" ist, sieht das Faltblatt als Angriff auf die Religionsfreiheit an: Mit der Handreichung […] werden Christen diskriminiert, für die die Bibel vom 1. Buch Mose bis zur Offenbarung des Johannes das von Gott inspirierte Wort Gottes ist", so Schneider. Es werde verschwiegen, dass "homo­sexuelle Partnerschaften Gottes Willen widersprechen": "Gottes Wort ist die einzig gültige Norm und Gott, der Schöpfer Himmels und der Erden und der Vater Jesu Christi, ist die einzige und oberste Autorität. Sein Wort hat von Ewigkeit zu Ewigkeit volle Gültigkeit", erklärte der Lokalpolitiker. Homosexualität sei in Bibelstellen "uneingeschränkt" als "sündhafte Lebensweise" beschrieben.

Verfolgung von "Christen, die Gott gehorchen"

Die BAGKR hat bisher vor allem Infomaterialien gegen Rechtsextremismus herausgegeben. Jetzt engagiert sie sich aber generell gegen "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit", also den Hass auf Menschen, weil sie einer bestimmten gesellschaftlichen oder sozialen Gruppe angehören. Dazu zählt etwa die Herabsetzung von Juden und Muslimen, aber auch Sexismus oder die Abwertung von Obdachlosen oder Langzeitarbeitslosen. Der CDU-Kreisrat Schneider befürchtet nun, dass Christen verfolgt werden könnten, wenn sie die ihre biblisch begründete Sich auf Schwule und Lesben verteidigten: "Christen, die Gott mehr gehorchen als religiös verbrämten Irrlehren, auch nur in die Nähe von Rechtsextremismus zu rücken, belegt ein hohes Maß geistlicher Schizophrenie und bereitet den Weg zur Verfolgung bekennender Christen."

Schwusos: Teile der CDU auf der Seite des Fundamentalismus

Die Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD Sachsen zeigte sich am Montag besorgt über die Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit in der Landes-CDU: "Homophobie scheint in der sächsischen Union noch an der Tagesordnung zu sein und zumindest toleriert zu werden", sagte Schwusos-Landeschef Georg Teichert. "Äußerungen, wie sie Thomas Schneider auf seiner privaten Homepage tätigt, waren mir in dieser Schärfe bisher aber nur von christlichen Fundamentalisten bekannt. Dass sich Teile der sächsischen Union mit diesen radikalen Gruppierungen auf eine Ebene stellen, halte ich für äußerst bedenklich."

Bereits vor wenigen Monaten machte Schneider von sich reden, als er eine Stadträtin verteidigte, die eine Hass-Mail an den grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck wegen dessen Einsatz für Homo-Rechte geschickt hatte. Der CDU-Politiker warf Beck daraufhin "diktatorisches Gedankengut" und "Menschenhass" vor (queer.de berichtete).

Die sächsische CDU gilt als homofeindlichste aller Landesparteien. So beharren die Christdemokraten im Landtag gemeinsam mit ihrem liberalen Koalitionspartner darauf, verpartnerte Homo-Paare im Land nicht gleichzustellen (queer.de berichtete) – alle anderen 15 Bundesländer haben ihre diskriminierenden Gesetze aber inzwischen geändert. Die Landes-CDU lehnte es vergangenes Jahr sogar ab, "Respekt und Akzeptanz" für gleichgeschlechtliche Paaren in ihrem Grundsatzprogramm zu fordern (queer.de berichtete). (dk)

Update: 15:55 Uhr (Reaktion Schwusos)

-w-

#1 Gleiche RechteAnonym
  • 10.09.2012, 13:06h
  • Da scheint ein Nest zu sein , schon wieder so eine "verhuschte Trulla", die sich etwas in die Tasche lügt, bis die Schwarte kracht und dabei von der eigenen - krampfhaft verdrängten - Sexualität abzulenken versucht.

    Sie kommen bestimmt in die Hölle, Herr Schneider, so es denn eine gibt , denn Ihre Menschenverachtung ist weder christlich, noch sonstwie akzeptabel.

    Pfui Teufel!
  • Direktlink »
#2 finkAnonym
  • 10.09.2012, 13:12h
  • "Der CDU-Kreisrat Schneider befürchtet nun, dass Christen verfolgt werden könnten, wenn sie die biblisch begründete Minderwertigkeit von Schwulen und Lesben verteidigten"

    ja, schön wär's!

    wenn ein politiker "gottes wort" als "einzige autorität" bezeichnet, dann wäre es zeit, dass sich der verfassungsschutz um ihn kümmert. aber der ist ja nie da, wo man ihn wirklich braucht...
  • Direktlink »
#3 filousophAnonym
  • 10.09.2012, 13:17h
  • Er muss sich nun einmal entscheiden. Entweder ist er in der Kirche aktiv oder in der Politik. Ich weiß nicht ob es ihm bisher verborgen geblieben ist, aber ein "Gott sei Dank" an Herrn Bißmarck, ist Deutschland nun einmal säkularisiert. Er kann also als Privatmensch gerne das Haupt seiner Frau bedecken, vor Ostern fasten oder sich einen Streit "Aug´um Aug´und Zahn um Zahn liefern, aber als Politiker bitte schön demokratisch bleiben. Die Bibel wörtlich nehmen....na klar, wer es glaubt wird...na ? Genau, auch nicht seeliger.
  • Direktlink »