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Neue Top-500-Liste
Leonardo da Vinci "einflussreichster Schwuler"
- 11. September 2012 2 Min.

Leonardo da Vinci im Selbstportrait
Das Magazin "Mate" hat in einer neuen Liste die homosexuellen Männer benannt, die angeblich den größten Einfluss auf die Gesellschaft hatten oder haben. Eine sechsköpfige internationale Jury stellte die Top-500-Liste nach Nominierungen der Leser zusammen – mit teils merkwürdigen Ergebnissen.
Den Spitzenplatz erreichte Leonardo da Vinci, gefolgt von Sokrates und Alexander dem Großen. Auf Platz vier findet sich mit dem britischen Allround-Talent Stephen Fry die erste noch lebende Person, der als einflussreicher eingeschätzt wird als Oscar Wilde (Platz fünf) und Harvey Milk (sechs).
Der erste lebende LGBT-Aktivist auf der Liste ist Boris Dittrich (16). Der Niederländer führt die Organisation Human Rights Watch in New York. Dass Aktivismus nicht den größten Stellenwert bei der Zusammenstellung der Liste hatte, wird angesichts der zahlreichen Architekten, Fotografen und Modedesignern in den Top 50 deutlich.
Jörg Haider vor Volker Beck

Der Titel der Top-500-Liste
Apple-Chef Tim Cook (22) landet einen Platz vor Alan Turing, einem der Wegbereiter des Computers. Die Rebellen des Stonewall Inn in New York erreichen einen Platz hinter dem gefürchteten FBI-Chef John Edgar Hoover (20). Zum Vergleich: Der ermordete ugandische Aktivist David Kato hat es auf Platz 151 geschafft, der russische Aktivist Nikolai Aleksejew auf Platz 171.
Der erste Deutsche auf der Liste ist Rainer Werner Fassbinder auf Platz 36, gefolgt von Rosa von Praunheim auf Platz 49 und Karl Lagerfeld auf Platz 50. Sie sind offenbar wichtiger als Klaus Wowereit (105). Roland Emmerich (121) oder Wolfgang Joop (149) landen deutlich vor Magnus Hirschfeld (295) und Volker Beck (366), die sich sogar von Guido Westerwelle (222) und Ole von Beust (267), Leuten wie Calvin Klein (48) und Helmut Berger (202) sowie selbst von Jörg Haider (293) und Pim Fortuyn (170) geschlagen geben müssen.
War Ernst Röhm ein "Power Gay"?

Die internationale Version des Magazins
Der deutsche Titel des zweisprachigen "Mate"-Magazins lautet "Solche Männer braucht die Welt". Das ist vielleicht etwas gewagt, wie unter anderem Platz 87 zeigt – mit diesem darf sich der ehemalige SA-Chef Ernst Röhm (!) geehrt fühlen. Und was nutzt ein "einflussreicher" Karl Lagerfeld, wenn er sich öffentlich gegen Homo-Rechte ausspricht? Ist dann der Titel "Power Gay" (so die internationale Cover-Überschrift des Magazins) angemessen?
In der Jury saßen Frederik van den Bosch (CEO von Gay.eu), Eric Butter (CEO von Mr. Gay World), der Reisejournalist Justin Ocean, Marc Putman (CEO von OUT TV), Tris Reid-Smith (Mitgründer von Gay Star News) und Edwin Reinerie (Chefredakteur von "Mate"). Die Einordnung ihrer Wichtigkeit und Kompetenz sei unseren Lesern überlassen. (nb)
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