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  • 11. September 2012 24 2 Min.

Leonardo da Vinci im Selbstportrait

Das Magazin "Mate" hat in einer neuen Liste die homo­sexuellen Männer benannt, die angeblich den größten Einfluss auf die Gesellschaft hatten oder haben. Eine sechsköpfige internationale Jury stellte die Top-500-Liste nach Nominierungen der Leser zusammen – mit teils merkwürdigen Ergebnissen.

Den Spitzenplatz erreichte Leonardo da Vinci, gefolgt von Sokrates und Alexander dem Großen. Auf Platz vier findet sich mit dem britischen Allround-Talent Stephen Fry die erste noch lebende Person, der als einflussreicher eingeschätzt wird als Oscar Wilde (Platz fünf) und Harvey Milk (sechs).

Der erste lebende LGBT-Aktivist auf der Liste ist Boris Dittrich (16). Der Niederländer führt die Organisation Human Rights Watch in New York. Dass Aktivismus nicht den größten Stellenwert bei der Zusammenstellung der Liste hatte, wird angesichts der zahlreichen Architekten, Fotografen und Modedesignern in den Top 50 deutlich.

Jörg Haider vor Volker Beck


Der Titel der Top-500-Liste

Apple-Chef Tim Cook (22) landet einen Platz vor Alan Turing, einem der Wegbereiter des Computers. Die Rebellen des Stonewall Inn in New York erreichen einen Platz hinter dem gefürchteten FBI-Chef John Edgar Hoover (20). Zum Vergleich: Der ermordete ugandische Aktivist David Kato hat es auf Platz 151 geschafft, der russische Aktivist Nikolai Aleksejew auf Platz 171.

Der erste Deutsche auf der Liste ist Rainer Werner Fassbinder auf Platz 36, gefolgt von Rosa von Praunheim auf Platz 49 und Karl Lagerfeld auf Platz 50. Sie sind offenbar wichtiger als Klaus Wowereit (105). Roland Emmerich (121) oder Wolfgang Joop (149) landen deutlich vor Magnus Hirschfeld (295) und Volker Beck (366), die sich sogar von Guido Westerwelle (222) und Ole von Beust (267), Leuten wie Calvin Klein (48) und Helmut Berger (202) sowie selbst von Jörg Haider (293) und Pim Fortuyn (170) geschlagen geben müssen.

War Ernst Röhm ein "Power Gay"?


Die internationale Version des Magazins

Der deutsche Titel des zweisprachigen "Mate"-Magazins lautet "Solche Männer braucht die Welt". Das ist vielleicht etwas gewagt, wie unter anderem Platz 87 zeigt – mit diesem darf sich der ehemalige SA-Chef Ernst Röhm (!) geehrt fühlen. Und was nutzt ein "einflussreicher" Karl Lagerfeld, wenn er sich öffentlich gegen Homo-Rechte ausspricht? Ist dann der Titel "Power Gay" (so die internationale Cover-Überschrift des Magazins) angemessen?

In der Jury saßen Frederik van den Bosch (CEO von Gay.eu), Eric Butter (CEO von Mr. Gay World), der Reisejournalist Justin Ocean, Marc Putman (CEO von OUT TV), Tris Reid-Smith (Mitgründer von Gay Star News) und Edwin Reinerie (Chefredakteur von "Mate"). Die Einordnung ihrer Wichtigkeit und Kompetenz sei unseren Lesern überlassen. (nb)

#1 GF Pr von PrAnonym
  • 11.09.2012, 15:59h
  • Steht auch Benedikt auf dieser Liste? Vor oder hinter Ernst Rohm? Ich mochte, dass - hinter: das Wort ist doch so vieldeutig...
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#2 LeserAnonym
  • 11.09.2012, 16:05h
  • "Und was nutzt ein "einflussreicher" Karl Lagerfeld, wenn er sich öffentlich gegen Homo-Rechte ausspricht?"

    Ja, zudem kommt das er für Schwule wenig geleistet hat, sondern in erster Linie für Frauen. Okay, eine männliche Muse, aber meistens doch weibliche...Er hat sich halt, trotz seiner erotischen Orientierung zu jungen Männern, aus Profitgründen mehr um das Aussehen von Frauen geschert als das von Männern. Designer denken eben auch nur an Geld ( und die größere Variationsvielfalt an Mode, die unsere Gesellschaft nur den Frauen zuschreibt).

    Solange sich einflussreiche Schwule der Heten- Glitzerwelt anbiedern ohne sie zu hinterfragen, können die mir gestohlen bleiben.
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#3 MarkieAnonym
  • 11.09.2012, 16:26h
  • Die spinnen.

    Glööckler, Glööckler ist es und wird es sein. I Love.
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