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- 16. September 2012 2 Min.

Christine Lieberknecht ist seit Oktober 2009 Ministerpräsidentin und CDU-Landesvorsitzende in Thüringen. Sie regiert in einer Großen Koalition mit der SPD (Bild: Michael Panse / flickr / by-nd 2.0)
Laut Regierungssprecher Peter Zimmermann ist die Landesregierung "sehr interessiert, mehr über die Situation von gleichgeschlechtlich lebenden Menschen in Thüringen zu erfahren".
Von Carsten Weidemann
Mit dieser schnellen und positiven Reaktion hatte Matthias Gothe von "Vielfalt Leben QueerWeg – Verein für Jena & Umgebung" nicht gerechnet: Ende August übergab er in der Staatskanzlei in Weimar persönlich einen Offenen Brief von 15 LGBT-Organisationen aus Thüringen an Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) – nun stellte Regierungssprecher Peter Zimmer bereits ein baldiges Gespräch mit allen Vereinen und Gruppen in Aussicht, die den Brief unterschrieben haben.
In dem Offenen Brief hatten die Organisationen die Gleichstellung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und intergeschlechtlichen Menschen im Landesrecht gefordert sowie mehr Engagement der schwarz-roten Landesregierung auf Bundesebene verlangt. Darüber hinaus regten sie an, zum 100. Geburtstag des im vergangenen Jahr verstorbenen Rosa-Winkel-Häfltings Rudolf Brazda in der Staatskanzlei eine öffentliche Gedenkveranstaltung abzuhalten (queer.de berichtete).
Erste Planungen für Feierstunde der Landesregierung
Am Rande eines Landtagstermins ergab sich für Gother und Madlen Nagel von der Aids-Hilfe Weimar & Ostthüringen am vergangenen Mittwoch die Möglichkeit, mit Regierungssprecher Zimmermann hierzu ins Gespräch zu kommen. Der berichtete von einer wohlwollenden Prüfung durch die Staatskanzlei: "Ich bin sehr interessiert, mehr über die Situation von gleichgeschlechtlich lebenden Menschen in Thüringen zu erfahren. Besonders die Probleme und Wünsche der Organisationen sind mir hier wichtig", sagte Zimmermann den beiden Aktivisten.
Auch beim Vorschlag einer durch die Landesregierung ausgerichteten Feierstunde für Rudolf Brazda stießen Nagel und Gothe auf offene Ohren. So berichtet Regierungssprecher Zimmermann, dass bereits erste Ideen für eine Umsetzung erörtert würden. Hingegen sei er skeptisch, ob die teilweise durch EU und Bund vorgegebenen Protokollregularien, ein Hissen der Regenbogenfahne vor der Staatskanzlei erlaubten. Hier sei man auf der Suche einer geeigneten "Alternativlösung".
In der Frage nach weiteren Gleichstellungsmaßnahmen im Thüringer Landesrecht verwies Zimmermann allerdings auf die Verantwortung von Sozialministerin Heike Taubert und Justizminister Holger Poppenhäger (beide SPD), da die Ministerpräsidentin diesbezüglich keine Weisungsbefugnis habe.
Links zum Thema:
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