Einzeleintrag aus:
Rainbow Reporter: Unser Trip nach La Réunion
Tanz auf dem Vulkan
Aufwachen bei strahlendem Sonnenschein - und das Thermometer zeigt bereits 26 Grad. Und das um 06.30 Uhr! Den Frühstücksraum haben wir um diese Uhrzeit fast für uns. Auf dem Programm steht heute ein Ausflug zum Vulkan Piton de la Fournaise.
Da der weltweit aktivste Vulkan sich um die Mittagszeit fast immer in den Wolken versteckt, sollte man sich zeitig auf den Weg machen. Wir fahren in Richtung St. Pierre und folgen der N3 in Richtung Tampon. Es geht sehr steil bergauf und die Stadt Tampon scheint kein Ende zu nehmen. Solch einen Verkehr, so viele Menschen und Gebäude an der Anhöhe des Vulkans, haben wir in dieser Höhe nie erwartet - wie wir später erfahren, handelt es sich um die dem Lavastrom üblicherweise abgewandte Seite, die somit sicher sein soll.
Wir fahren mit jeder Kurve ein Stück höher und nähern uns nach etwa 80 Kilometern dem Nationalpark Piton de la Fournaise, der zum Weltkulturerbe zählt. Es wird grüner und waldiger. Leider wird es auch immer wolkiger und es beginnt zu nieseln. Auf einmal stockt uns fast der Atem, als wir auf der rechten Seite eine bewachsene Kraterschlucht entdecken. Wir machen einen Fotostopp. Als ob es jemand wirklich sehr gut mit uns meint, bricht just in diesem Moment die Sonne die Wolken auf, die sich verziehen und uns den Blick auf diese spektakuläre Landschaft frei geben.

Nur zehn Minuten ist der "Vorhang" wieder zu. Wir fahren höher und höher. Anstelle von Nadelbäumen begegnen wir Nadelgewächsen, die nur etwa 50 Zentimeter groß sind und den rauen Winden standhalten können.
Unser nächster Halt ist der Aussichtspunkt auf 2.366 Metern Höhe. Er eröffnet uns einen spektakulären Blick auf die Kraterlandschaft. So stellen wir uns die Umgebung auf dem Mond vor...

Damit ihr euch die Aussicht besser vorstellen könnt, haben wir mal ein kleines Video gedreht:
Wir entdecken eine Schotterpiste, die durch den Krater führt. Natürlich müssen wir dorthin. Nun geht es erst mal steil serpentinenartig nach unten, um in den Krater zu gelangen. Von hieraus sieht man das Lavagestein, das sich seinen Weg bis zur Küste - das Grand Brûlé - gebahnt hat.

Nach zehn Kilometer erreichen wir das Kraterzentrum. Leider haben sich die Wolken dort so wohl gefühlt, dass sie sich einfach nicht auflösen und uns den Blick freigeben wollten.
Der Vulkan bleibt heute glücklicherweise ruhig. Wir fahren ohne Eile dieselbe Strecke zurück und erreichen wohlbehalten unser Hotel.







