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Knapp zwei Wochen waren Stefan Leschner und Joachim Lehn als Rainbow Reporter auf der Trauminsel La Réunion unterwegs. In einer großen Gemeinschaftsaktion mit dem Fremdenverkehrsamt, Air France und rainbowselection.com hatten wir im Frühjahr jemanden gesucht, der in das kleine Paradies mitten im Indischen Ozean eingeladen werden möchte, um von dort täglich für die User von queer.de zu bloggen. Das frisch vermählte reiselustige Paar aus Mörfelden-Walldorf gewann schließlich die Herzen der Jury, so dass Air France statt einem Flugticket sogar zwei sponserte. In diesem Live-Blog berichteten Stefan und Joachim täglich von ihren Erlebnissen.


Live-Ticker (abgeschlossen, Start)

13.09., 14:52h

Tunnel, Berge und viele, viele Serpentinen

Heute steht die Berggemeinde Cilaos auf unserem Programm. Um 8 Uhr machen wir uns auf den Weg. Das Wetter ist grandios: keine einzige Wolke am Himmel, das Thermometer zeigt angenehme 24 Grad.

Wir müssen übrigens das erste Mal tanken. Und das seit bereits über 800 zurückgelegten Kilometern. Auf La Réunion gibt es nur zwei Sorten Kraftstoff: Diesel oder Benzin. Der Preis ist auf der ganzen Insel an jeder Tankstelle derselbe: bislang 1,26 Euro für Diesel und 1,61 Euro für Benzin. Ausgerechnet sind die Preise auf 1,29 bzw. 1,69 Euro gestiegen. Wir tanken voll für 42 Euro. Es lebe der Clio und sein geringer Verbrauch!

Wir fahren auf der N1 in Richtung St. Louis, einem quirligen Städtchen mit vielen bunten Häusern im Kolonialstil, und biegen dann auf die N5 ab in Richtung Cilaos. Es geht mal wieder bergauf. Wenn wir die letzten Tage von Serptentinen geschrieben haben, wussten wir wohl nicht wirklich, was das ist. Noch nie meistern wir mehr steile und spitze Kurven wie heute!

Vor uns türmen sich über 2.000 Meter hohe Bergwände auf, die komplett grün bewachsen sind. Vielleicht geben Euch die Fotos einen kleinen Eindruck von dieser faszinierenden Schönheit:



Wir fahren an steilen Schluchten vorbei und durch enge Tunnel.



Nach etwa 30 Kilometer erreichen wir schließlich Cilaos. Rund 6.000 Menschen leben in der pittoresken Stadt, die - eingebettet in eine bizarre Berglandschaft - auf 1.200 Metern Höhe liegt.

Auf der Hauptstraße mit vielen Geschäften geht es quirlig zu:



Wir holen uns beim Bäcker leckere Brötchen mit Kokos und lassen die bunten Häuser und blühenden Gärten auf uns wirken.





In der Tourist-Information erkunden wir uns nach Ausflugsmöglichkeiten. Dort wird uns wärmstens empfohlen, ins zehn Kilometer entfernte Îlet a Corde zu fahren. Bereits nach einem Kilometer übermannt uns Höhenangst. Die spitzkurvig steil nach unten führende Straße hat es in sich. Schweißgebadet hoffen wir, dass uns kein Auto entgegenkommt. Endlich angekommen, ist der Ausblick auf die Talebene und Cilaos beindruckend. Wir erkennen von oben auch die markante Kirche des Städtchens:



Nun bewölkt es sich langsam. Die Wolken breiten sich einem Tischtuch ähnlich auf den Berghängen aus. Wir fahren die kurvenreiche Strecke zurück nach Gilles Les Bain zu unserem Hotel. Dort angekommen, ist die Bergwelt komplett verhangen.

12.09., 17:05h

Sunset am Gay Beach

Am Abend schauen wir noch einmal am schwulen Strand vorbei. Die nackten Badegäste sind bereits verschwunden. Dafür genießen wie einen einzigartigen Sonnenuntergang.



Das Bergmassiv liegt in Wolken, die durch das Sonnenlicht in einzigartigen Farben leuchten. Wieder einmal ist ein phantastischer Tag auf der Insel zu Ende gegangen. Aber seht doch selbst:

12.09., 16:26h

Auf einen Apéritif mit dem Szene-Experten

Eigentlich wollte er auf La Réunion nur acht Tage Urlaub machen - nun lebt er dort bereits seit stolzen 18 Jahren, so begeistert ist er von der Insel. Die Rede ist von Emmanuel Laurent, einem schwulen Touristik-Fachmann von der Agentur Comptoir Rail. Wir treffen ihn auf einen Apéritif.



Manu, wie Emmanuel kurz genannt wird, erzählt uns viel über die schwule Szene auf La Réunion. In St. Denis sei immer freitags und samstags viel los. Man treffe sich im "Savanna Café" zum Apéritif und/oder Dinner (aber bitte nicht vor 22 Uhr!) und ziehe dann weiter ins "Le Boy", der einzigen reinen Homo-Disco der Insel. Manu meint auch, dieser Club sei nicht nur ein Platz für junge Schwule und Lesben unter 25. Mangels Alternative würden dort auch "Ältere" vorbeischauen.

Er berichtet uns zudem von einer anderen Sauna, der "Oxygène" in St. Paul, die einmal pro Woche Gay-only-Tage anbietet. Da die Wochentage variieren, sollte man sich vor einem Besuch besser unter Tel. 0262 276946 informieren.

In St. Gilles wiederum gebe es mehrere "gemischte" Diskotheken, in denen man einheimische Schwule kennenlernen kann. Für den ausländischen Besucher seien diese Clubs recht schwer zu finden. Manu ist aber gerne bereit, interessierten Touristen zur Seite zu stehen. Er spricht sehr gut Englisch und sogar ein paar Wörter Deutsch.

11.09., 16:43h

Tanz auf dem Vulkan

Aufwachen bei strahlendem Sonnenschein - und das Thermometer zeigt bereits 26 Grad. Und das um 06.30 Uhr! Den Frühstücksraum haben wir um diese Uhrzeit fast für uns. Auf dem Programm steht heute ein Ausflug zum Vulkan Piton de la Fournaise.

Da der weltweit aktivste Vulkan sich um die Mittagszeit fast immer in den Wolken versteckt, sollte man sich zeitig auf den Weg machen. Wir fahren in Richtung St. Pierre und folgen der N3 in Richtung Tampon. Es geht sehr steil bergauf und die Stadt Tampon scheint kein Ende zu nehmen. Solch einen Verkehr, so viele Menschen und Gebäude an der Anhöhe des Vulkans, haben wir in dieser Höhe nie erwartet - wie wir später erfahren, handelt es sich um die dem Lavastrom üblicherweise abgewandte Seite, die somit sicher sein soll.

Wir fahren mit jeder Kurve ein Stück höher und nähern uns nach etwa 80 Kilometern dem Nationalpark Piton de la Fournaise, der zum Weltkulturerbe zählt. Es wird grüner und waldiger. Leider wird es auch immer wolkiger und es beginnt zu nieseln. Auf einmal stockt uns fast der Atem, als wir auf der rechten Seite eine bewachsene Kraterschlucht entdecken. Wir machen einen Fotostopp. Als ob es jemand wirklich sehr gut mit uns meint, bricht just in diesem Moment die Sonne die Wolken auf, die sich verziehen und uns den Blick auf diese spektakuläre Landschaft frei geben.



Nur zehn Minuten ist der "Vorhang" wieder zu. Wir fahren höher und höher. Anstelle von Nadelbäumen begegnen wir Nadelgewächsen, die nur etwa 50 Zentimeter groß sind und den rauen Winden standhalten können.

Unser nächster Halt ist der Aussichtspunkt auf 2.366 Metern Höhe. Er eröffnet uns einen spektakulären Blick auf die Kraterlandschaft. So stellen wir uns die Umgebung auf dem Mond vor...



Damit ihr euch die Aussicht besser vorstellen könnt, haben wir mal ein kleines Video gedreht:

Wir entdecken eine Schotterpiste, die durch den Krater führt. Natürlich müssen wir dorthin. Nun geht es erst mal steil serpentinenartig nach unten, um in den Krater zu gelangen. Von hieraus sieht man das Lavagestein, das sich seinen Weg bis zur Küste - das Grand Brûlé - gebahnt hat.



Nach zehn Kilometer erreichen wir das Kraterzentrum. Leider haben sich die Wolken dort so wohl gefühlt, dass sie sich einfach nicht auflösen und uns den Blick freigeben wollten.

Der Vulkan bleibt heute glücklicherweise ruhig. Wir fahren ohne Eile dieselbe Strecke zurück und erreichen wohlbehalten unser Hotel.

11.09., 09:06h

Gay-Beach und Wal-Schwanz

Heute packen wir unsere Strandsachen ein - es gilt, den Gay-Beach von Souris Chaude zu erkunden, von dem uns François und Christophe erzählt haben. Er liegt nur 9 Kilometer vom Novotel St. Gilles entfernt.

Wir finden gleich einen Parkplatz und laufen etwa 100 Meter über Lavagestein, was aber problemlos zu meistern ist. In einer kleinen Bucht breiten wir unsere Handtücher aus. Die Lage ist phantastisch. Toller Sandstrand mit von Lavagestein abgetrennten Buchten. Wir sind positiv überrascht, dass dieser Strand so gut besucht ist. Dieser Abschnitt ist inoffiziell FKK, wovon die meisten Männer auch Gebrauch machen. Wir inklusive...



Den Altersdurchschnitt schätzen wir bei Mitte 30. Viele sind sehr gut "gebaut". Die Vielseitigkeit der Völker spiegelt sich auch am Gay-Beach wider: Schwarz, weiß, mixed - alles ist vertreten.

Die Jungs sind sehr aufgeschlossen, und wir kommen mit einigen ins Gespräch. So erfahren wir von mehreren Einheimischen, dass es die einzigen "offiziellen" Gay-Bars in St. Denis gibt. "Le Boy" sei eine kleinere Diskothek, die hauptsächlich von jüngerem Publikum bis 25 Jahre aufgesucht würde. Erst ab Mitternacht sei dort etwas los. Ansonsten gibt es mehrere gemischte Bars, die bei Schwulen beliebt seien. Selbst die gemischte Sauna "Savanna" sei bei einigen angesagt.

Die Zeit vergeht rasend. Erst am Nachmittag kehren wir sonnenverwöhnt in unser Hotel zurück, duschen und machen uns auf den Weg nach St. Gilles, wo eine Sun-Downer-Cocktail-Cruise mit "Le Grand Bleu" auf dem Programm steht - mit Aussicht auf Whale-Watching.

Es ist windstill, das Thermometer zeigt 34 Grad. Das Schiff ist nicht voll besetzt, und Captain Laurant gibt Gas in Richtung St. Paul.



Rechts und links türmen sich Wellen auf, für zart Besaitete ist die Tour eher nichts. Zur Beruhigung verteilt Schiffsjunge Jimmy Punch. Lecker! Doch der Punch hat es in sich. Also trinken wir noch einen... Zum Ausgleich des Alkohols gibt es Samosas, kleine Teigtaschen, gefüllt mit Gemüse, Krebsen, Käse, Fisch.... Wir sind superglücklich.



Und dann passiert das Unglaubliche: Wir sehen tatsächlich Wale. Zwar nicht ganz nah. Aber Wale. Laurant drosselt die Motoren und wir können den Anblick genießen. Und einmal hat ein Wal sogar seinen Schwanz in seiner ganzen Schönheit gezeigt.



So wie die Männer zuvor am schwulen FKK-Strand...

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-w-

#1 Der KlausAnonym
  • 05.09.2012, 18:38h
  • Ohhhh da wäre ich jetzt auch gern. Viel Spaß Stefan und Joachim und macht weiter so!
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.09.2012, 18:59h
  • Ich würde mit dem Rainbow Reporter allzugerne tauschen!
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