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Diskussion um schwuler Sportler
Littmann warnt vor Outing im Profi-Fußball
- 20. September 2012 2 Min.

Corny Littmann ist der Besitzer des "Schmidt Theater" in Hamburg
Corny Littmann, der frühere Vereinspräsident des FC St. Pauli, hat davor gewarnt, Fußballer in der Bundesliga zu outen. Das könnte für die Profis ernste Konsequenzen haben.
"Für einen schwulen Profi-Fußballer würde das Outing aktuell das Ende seiner Karriere bedeuten. Er müsste befürchten, dass er innerhalb seiner Mannschaft und des Vereins Probleme bekommt", sagte der 59-Jährige dem Magazin "Sport Bild". Die Spieler hätten anschließend auch Schwierigkeiten, einen neuen Verein zu finden: "Ein Klub fragt danach, ob ein Spieler als schwierig gilt. Und: Ein Schwuler gilt für Vereine als schwierig."
Die Diskussion um schwule Fußballer ist vor gut einer Woche durch ein Interview im Magazin "Fluter" angeheizt worden: Hier berichtete ein schwuler Bundesligaprofi anonym, dass er sich ein Coming-out aus Angst vor der Reaktion der Fans derzeit nicht vorstellen kann (queer.de berichtete). Vereinzelt kamen allerdings Zweifel an der Echtheit des Interviews auf: So schrieb der Chefredakteur des Fußballmagazins "11 Freunde", der Text sehe aus "wie ein Fake". Kritiker mutmaßen jedoch, er sei neidisch, weil sein Magazin das Interview nicht veröffentlicht habe.
Stadion "selten politisch korrekt"
Im deutschen Profifußball hat sich bislang noch nie ein aktiver Sportler geoutet. In den letzten Jahren haben mehrere Aktive vor einer homophoben Atmosphäre im Stadion gewarnt. So erklärte Philipp Lahm, der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, Anfang des Jahres, dass die Gesellschaft zwar so weit seit, einen schwulen Fußballer zu akzeptieren, aber nicht die Fans: "Im Stadion geht es selten politisch korrekt zu", so Lahm (queer.de berichtete). Der frühere Kölner Trainer Christoph Daum, der 2008 von Littmann wegen einer diskriminierenden Äußerung zu homosexuellen Fußballern als "Trainer-Arschloch" bezeichnet worden war, erklärte vergangenes Jahr, dass er sich ein Coming-out nur von einer Gruppe schwuler Profis vorstellen könne (queer.de berichtete).
Corny Littmann war von 2003 bis 2010 Präsident des Fußballbundesligisten FC St. Pauli. Er war der erste offen schwule Mann in dieser Funktion. (dk)















Ich lese gerade, dass Akademikerinnen (Ü30) zunehmend mit Kindergeld aufstocken.