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Geschichten aus Absurdistan
Schwuler Republikaner: Obama ist ein fieser Homo
- 21. September 2012 2 Min.

Der Wahlkampf in den USA ist dieses Jahr besonders schmutzig. Präsident Barack Obama, der selbst nicht zimperlich mit seinem Konkurrenten Mitt Romney umgeht, muss sich dabei wie schon vor vier Jahren allerlei Anfeindungen gefallen lassen: Neben rassistisch motivierten Anspielungen auf seine Hautfarbe geistern daher die Behauptungen durch die Landschaft, dass er Muslim, Sozialist, Ausländer oder homosexuell sei – und insbesondere unter stockkonservativen Republikanern führen alle vier Vorwürfe zu ganz schlimmen Assoziationen.
Das Revolverblatt "Globe", das an Supermarktkassen verkauft wird, hat nun wieder mal den Homo-"Vorwurf" ausgepackt. Obama, heißt es darin, sei nicht nur stockschwul, sondern treibe es auch in allen möglichen Sex-Treffpunkten mit allen möglichen Männern. Auf der Titelseite schreibt das Blatt: "Obama wurde in der Schwulensauna ertappt – Michelle kennt seine geheime Vergangenheit nicht". Das Magazin kündigte die Enthüllung so an:
In einer weltbewegenden Exklusivgeschichte enthüllt ein zentrales Mitglied der Gay Community von Chicago das Doppelleben von Barack Obama. Er klagt an, dass der Präsident während seiner Zeit als Senator in Illinois Saunen und Bars besucht hat, die für homosexuelle Männer bekannt sind.
Das "zentrale Mitglied" der Gay Community ist übrigens Kevin DuJan. Er bezeichnet sich selbst als "stolzen Konservativen", der am liebsten darüber bloggt, wie schlimm schwule Aktivisten sind. Ein Beispiel ist sein Artikel "Wie die Anführer der Gay Community Hass fördern und zur Gewalt gegen Christen aufrufen". Hier wirft er den Aktivisten vor, sich wie Nazis zu verhalten, da sie sich wie eine "Gaystapo" verhielten. Diese habe nichts anderes zu tun, als friedliebende Konservative ("besonders republikanische Frauen") mit allen Mitteln mundtot zu machen.
Die "Vorwürfe" geistern auch durch andere rechte "Nachrichten"-Maschinen, wie etwa WorldNetDaily, einer abgehobenen Website von extrem Konservativen. Auch hier wird in einem am 11. September veröffentlichten Artikel Kevin DuJan zitiert. Einige seiner Aussagen:
Bekannte von mir dachten, es ist absurd, dass Obama sein schwules Leben geheim halten kann. […]
Niemand, der Obama in der Schwulenbar-Szene gekannt hat, hätte es für möglich gehalten, dass er Präsident werden kann. […]
Ich war nicht gegen Obama, weil ich ein Rassist bin und Obama hasse. Ich kannte nur die Art von Menschen, mit denen Obama in Chicago verkehrte. […]
Obama war ein schmutziger Politiker, der von den Medien nie richtig angegangen wurde. Das hat mir Sorgen bereitet.
Bis zur Wahl in 45 Tagen werden Trottel wie DuJan wohl noch einige dieser albernen Geschichten verbreiten. Irgendwas, so die Hoffnung, bleibt ja immer hängen. (dk)















Hier zeigt sich wieder, daß die Repbulikaner die Weltmeister im Fettnäpfchentreten sind!