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Britische Studie
Drogenkonsum unter Homosexuellen "sieben Mal höher"
- 25. September 2012 2 Min.

Schwule, Lesben und Bisexuelle konsumieren zehn Mal eher Kokain als der Bevölkerungsdurchschnitt (Bild: Zxc / PD)
Eine groß angelegte britische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Homo- und Bisexuelle weit mehr illegale Drogen konsumieren als die Gesamtbevölkerung.
In der von der University of Central Lancashire und der Lesbian and Gay Foundation durchgeführten Umfrage wurden mehr als 4.000 Schwule, Lesben und Bisexuelle in England und Wales über einen Zeitraum von zwei Jahren befragt. Die Studienleiter rekrutierten die Teilnehmer in schwul-lesbischen Zeitschriften, Onlineforen und bei CSDs. Dabei gab mehr als ein Drittel der Befragten an, dass sie innerhalb des letzten Monats mindestens eine illegale Droge konsumiert hatten. Laut der britischen Statistikbehörde beträgt der Anteil in der englischen und walisischen Gesamtbevölkerung nur fünf Prozent.
Die Autoren der Studie warnen davor, dass der Missbrauch von Suchtmitteln unter sexuellen Minderheiten "sehr problematisch" sei, auch weil es wenige Therapie-Angebote gebe, die sich speziell an diese Zielgruppe wendeten. Laut der Umfrage zeigten einer von fünf Schwulen und Lesben Anzeichen der Abhängigkeit von Drogen oder Alkohol. Allerdings seien die Zahlen nicht absolut zu sehen: Schließlich sei eine wirklich repräsentative Umfrage unter Homo- und Bisexuellen unmöglich, weil nicht alle Mitglieder dieser Gruppe via Szenepresse oder CSDs zu erreichen seien. Dennoch zeigte sich eine "erschreckende" Tendenz.
Cannabis und Poppers am populärsten
Die (nach Alkohol) am meisten genutzten Drogen in der Gruppe sind der Befragung zufolge Cannabis und Poppers, gefolgt von Kokain und Ecstasy. Kokain war unter Homosexuellen zehn Mal mehr verbreitet als in der Gesamtbevölkerung.
Über die Gründe der Diskrepanz konnten die Autoren nur spekulieren. Sie glauben, dass Schwule und Lesben wegen gesellschaftlicher Diskriminierung eher den Ausweg in Suchtmitteln suchten. Außerdem sei der Drogenkonsum in der Szene häufig normal, wodurch viele junge Homosexuelle leichter Zugang zu den Drogen hätten. Auch der Gruppendruck sei dort höher.
Ähnliche Umfragen kamen in den letzten Jahren zu ähnlichen Ergebnissen. So stellte eine schottische Studie im April fest, dass Schwule und Lesben im letzten Jahr vier Mal eher zu Drogen gegriffen hätten als Heterosexuelle (queer.de berichtete). Auch hier kritisierten die Autoren, dass die Gesundheitspolitik auf diese Zahlen bislang nicht reagiert habe. (dk)














