Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?17472
  • 25. September 2012 9 2 Min.

Der schwule SVP-Politiker Beat Feurer ist in die Stadtregierung gewählt worden

Die 51.000 Einwohner der zweisprachigen Stadt Biel haben am Wochenende drei der fünf Sitze in der Stadtregierung mit Schwulen und Lesben besetzt.

Die Bieler wählten mit Barbara Schwickert (Grüne), Cédric Némitz (französischsprachige Sozialdemokraten) und Beat Feurer (rechtspopulistische SVP) drei homo­sexuelle Politiker in den Gemeinderat. Zwar spielte die sexuelle Orientierung während des Wahlkampfes keine Rolle, Homo-Gruppen hoffen jedoch, dass die Wahl positive Auswirkungen auf die Lage von Schwulen und Lesben hat: "Gerade junge Menschen kann das ermutigen, sich zu outen", erklärte Alicia Parel, die Geschäftsführerin von "Pink Cross", gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Zwar werde Homosexualität von Politikern in der Deutschschweiz – im Gegensatz zum französischsprachigen Teil – kaum noch debattiert und eher das Fachliche in den Vordergrund gestellt. Dennoch erwartet Parel, dass sich Biel nun mehr für Homo-Anliegen einsetze, obgleich dies "leider nicht alle homo­sexuellen Politiker" zum Thema machten.

Schwuler Rechtspopulist für "freiheitliche Politik"

Aufsehen erregend war jedoch die Wahl des SVP-Politikers Beat Feurer, der auch die innerparteiliche Homo-Gruppe Gay-SVP gegründet hatte. Seine rechtspopulistische Partei gilt als ausländerfeindlich, weil sie insbesondere gegen Muslime, aber auch gegen in der Schweiz lebende Deutsche mobil macht; zudem hat sie sich immer wieder gegen Homo-Rechte ausgesprochen und behauptet, dass Homosexualität "das Überleben einer Nation" gefährde (queer.de berichtete). Feurer erklärte jedoch gegenüber dem Boulevardblatt "Blick", dass Homosexualität und SVP "kein Widerspruch" seien: "Die SVP steht ja für eine freiheitliche Politik, die eben ermöglicht, dass jeder so leben kann, wie er möchte", erklärte Feurer. Er gab allerdings zu, "dass die nationale SVP sich etwas schwer tut mit der vollen Anerkennung von Homosexuellen".

Die Schweiz war 2005 das erste Land, das eingetragene Partnerschaften via Volksentscheid einführte (queer.de berichtete). Gleichgeschlechtliche Paare sind aber gegenüber Hetero-Paaren nach wie vor benachteiligt. So lehnte das Parlament in Bern im vergangenen Jahr mit den Stimmen der Konservativen und der SVP die Gleichstellung im Adoptionsrecht ab (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | Beat Feurer stellt sich vor
-w-

#1 Fiete_Jansen
  • 25.09.2012, 17:59h
  • Die SVP soll also laut Feurer freiheitlich sein ... ahja ... zwischen rechtspopulistisch und neofaschistisch trifft es wohl besser!
  • Direktlink »
#2 GF Pr von PrAnonym
  • 25.09.2012, 18:14h
  • Ich personlich finde sehr schade, dass die liberale (im Vergleich zu dem Habsburger-Land Osterreich, dem Furstentum von Liechteinstein und der Papst-Republik Italien, die ihren heimlich homosexuellen letzten Konig Umberto II ins lebenslangliche Exil 1946 schickte und der in Genf 1983 starb) Schweiz doch noch keine echte Homo-Ehe legalisiert hat. In dieser Woche wird das Parlament, so habe ich gelesen, zumindest den Gesetzesentwurf zur Homo-Adoption erneut zu legalisieren versuchen - die Stiefadoption ist sehr moglich, mehr aber auch nicht. Vor einigen Monaten habe ich auf TV5 Monde die Sendung des franzosischsprechenden schweizerischen offentlichen Senders TSR 'Temps present' gesehen, wo das Thema der Homo-Adoption debattiert wurde, und war ziemlich negativ uberrascht, dass dabei sogar die Stiefadoption von den Homo-Gegnern (die ubrigens sehr attraktive junge Manner aus der Valiser SVP und der Baseler christlich-demokratischen Partei waren) als etwas unglaublich revolutionares bewhrtet wurde. Man warf den Schwulen und Lesben (eine lesbische Mutter war auch prasent), dass sie angeblich 'das Versprechen' von 2005 'gebrochen' haben, indem offentlich bei den Diskussionen um Legalisierung der eingetragenen Partnerschaften angesichts eines von den rechten Parteien erzwungenen Referendums 'versprochen' hatten, nie eine Homo-Ehe samt Adoption zu legalisieren versuchen. Die schonen Manner aus dem rechten Lager haben jetzt fest versprochen, falls das Parlament die Stiefkindadoption doch noch, aus dem zweiten Versuch, befurworten wird, ein neues Referendum zu veranstalten. Dasselbe werden sie, so mein Eindruck, irgendwann in der fernen Zukunft auch im Fall des Gesetzes zur echten Homo-Ehe und voller Adoption, machen... Der Kampf wird also schwierig und sehr lang sein. Und die vergleichsweise schwachen 58% von 'Ja' im Referendum uber die Homo-Partnerschaften im Juni 2005 machen nicht unbedingt sehr grosse Hoffnung dabei.
  • Direktlink »
#3 goddamn liberalAnonym