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- 25. September 2012 2 Min.

Der schwule SVP-Politiker Beat Feurer ist in die Stadtregierung gewählt worden
Die 51.000 Einwohner der zweisprachigen Stadt Biel haben am Wochenende drei der fünf Sitze in der Stadtregierung mit Schwulen und Lesben besetzt.
Die Bieler wählten mit Barbara Schwickert (Grüne), Cédric Némitz (französischsprachige Sozialdemokraten) und Beat Feurer (rechtspopulistische SVP) drei homosexuelle Politiker in den Gemeinderat. Zwar spielte die sexuelle Orientierung während des Wahlkampfes keine Rolle, Homo-Gruppen hoffen jedoch, dass die Wahl positive Auswirkungen auf die Lage von Schwulen und Lesben hat: "Gerade junge Menschen kann das ermutigen, sich zu outen", erklärte Alicia Parel, die Geschäftsführerin von "Pink Cross", gegenüber der Nachrichtenagentur sda.
Zwar werde Homosexualität von Politikern in der Deutschschweiz – im Gegensatz zum französischsprachigen Teil – kaum noch debattiert und eher das Fachliche in den Vordergrund gestellt. Dennoch erwartet Parel, dass sich Biel nun mehr für Homo-Anliegen einsetze, obgleich dies "leider nicht alle homosexuellen Politiker" zum Thema machten.
Schwuler Rechtspopulist für "freiheitliche Politik"
Aufsehen erregend war jedoch die Wahl des SVP-Politikers Beat Feurer, der auch die innerparteiliche Homo-Gruppe Gay-SVP gegründet hatte. Seine rechtspopulistische Partei gilt als ausländerfeindlich, weil sie insbesondere gegen Muslime, aber auch gegen in der Schweiz lebende Deutsche mobil macht; zudem hat sie sich immer wieder gegen Homo-Rechte ausgesprochen und behauptet, dass Homosexualität "das Überleben einer Nation" gefährde (queer.de berichtete). Feurer erklärte jedoch gegenüber dem Boulevardblatt "Blick", dass Homosexualität und SVP "kein Widerspruch" seien: "Die SVP steht ja für eine freiheitliche Politik, die eben ermöglicht, dass jeder so leben kann, wie er möchte", erklärte Feurer. Er gab allerdings zu, "dass die nationale SVP sich etwas schwer tut mit der vollen Anerkennung von Homosexuellen".
Die Schweiz war 2005 das erste Land, das eingetragene Partnerschaften via Volksentscheid einführte (queer.de berichtete). Gleichgeschlechtliche Paare sind aber gegenüber Hetero-Paaren nach wie vor benachteiligt. So lehnte das Parlament in Bern im vergangenen Jahr mit den Stimmen der Konservativen und der SVP die Gleichstellung im Adoptionsrecht ab (queer.de berichtete). (dk)














