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Kommentare zu:
Der schwule König von Großbritannien


#1 GF Pr von PrAnonym
  • 29.09.2012, 15:09h
  • England hat seinen homosexuellen Konig schon gehabt - Edward II im 14 Jh. (es gibt wunderschonen Film von Derek Jarman uber ihn, der letzte Film von Jarman, 1994). Auch regierende Konigin Anna Anfang 18. Jh. war lesbisch. Onkel von jetziger Queen, Prince George, Duke of Kent, war auch schwul und hatte langjahrige Liebesbeziehung mit dem Enkel von Wilhelm II, dem Prinzen Louis Ferdinand. Unter Royals von heute ist der einzigste Sohn von Princess Margret, der schon verstorbenen jungeren Schwester von Elisabeth II, Viscount Linly bisexuell - und das ist in England von heute kein Skandal. Mit einer ziemlich wahrscheinlichen Bisexualitat von seinem Cousin, Prince Charles, ware es schon naturlich ganz anders. Uber eventuelle Bisexualitat von seinem Vater, Prince Philip, Duke of Edinburgh (angeblich hatte er in den 70-ern einen Roman mit dem damaligen franzosischen Presidenten Valery Giscard d`Estaine) wurde in den Adelskreisen nur gemunkelt,- im Gegenteil zu der angeblichen Homosexualitat von Prince Edward, Earl of Essex, dem jungsten Sohn von Philip und Elisabeth, die ein Jahrzehnt lang ein beliebtes Thema der bunten Presse war. Da bleibt die ungeschriebene Regel gelten: die weniger wichtigen Mitglieder der Konigsfamilie konnen das traditionelle Image eines Mannes der koniglichen Familie zumindest zum Teil in Frage stellen und keine Konsequenzen deshalb tragen, zumindest nicht ausschliesslich heterosexuell sein; je aber hoher der Platz in der Thronreihe, desto grosser Druck sich den heteronormativen, traditionellen Normen anzupassen (armer Charles). Ein offen schwuler Konig ware heute nicht nur in Grossbritanien, sondern auch in anderen europaischen Monarchieen (sogar in den Niederlanden und Schweden) schwer moglich bzw. undenklich (Spanien, Monako, Liechtenstein). Schade eigentlich.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 29.09.2012, 15:51h
  • Homo- und Bisexualität findet sich in allen (oder in fast allen) europäischen Königshäusern. So hatte z. B. Philippe von Orléans, der Bruder König Ludwigs XIV., mit dem Chevalier de Lorraine ne Beziehung gehabt.
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#3 GF Pr von PrAnonym
  • 29.09.2012, 16:54h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • Nicht vergessen auch - Friedrich der Grosse, Ludwig II. von Bayern und Umberto II. von Italien (1904 - 1983) aus dem Haus von Savoyen, der letzte italienische Monarch, dessen Homosexualitat zum wichtigen, wenn auch nicht einzigstem, Grund der Abschaffung der Monarchie 1946 wurde: die Kommunistische Partei hat das vor dem Referendum erbarmungslos ausgenutzt und die einflussreiche katholische Kirche nur halbherzig die Sache der Monarchie unterstutzt. Umberto verbrachte den Rest seines Lebens ( in der Offentlichkeit immer nur mit einer schwarzen Kravatte, weil 'grosse Trauer' um sein Italien hatte) im Stadtchen Cascais nicht weit von Lissabon an der atlantischen Kuste, de facto getrennt von seiner Frau Marie Chose, pflegte weiter Beziehungen mit seinen Lovern Luchino Visconti und Jean Marais, hielt einen Hof im Exil und reiste fast um die ganze Welt. Nach Italien als einfacher Burger zuruckkehren konnte er schon nie - das Verbot fur ihn und seine mannlichen Nachkommen (er hatte einen Sohn und vier Tochter) war ausdrucklich in die Verfassung der Republik von 1947 eingeschrieben und wurde nur im Oktober 2002 abgeschafft. Als er im Marz 1983 in Genf starb, erschienen bei seiner Begrabnis in der Abtei Hautes Combes in Savoyen alle europaischen Konige und Ex-Konige bzw. Koniginnen. Italien dagegen schickte nur seinen Generalkonsul aus Lyon. Wenn diese schrecklich klerikale Republik irgendwann in der Zukunft einen schwulen Staatsprasidenten oder auch Ministerprasidenten (etwa Nichi Vendola aus der Ex-Kommunistischen Partei) akzeptieren wagt und das bekommt, wird das ironischerweise also auch ein heimlicher Sieg von Umberto sein. Die Zeit ist aber, so mein Eindruck, noch nicht ganz reif dafur.
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#4 finkAnonym
#5 GF Pr von PrAnonym
#6 finkAnonym
#7 stromboliProfil
  • 29.09.2012, 19:48hberlin
  • Antwort auf #1 von GF Pr von Pr
  • ahhhhhhh ich liebe das plaudern aus dem nähkästchen...
    Charles soll ja des morgens erst mal die männliche dienerschaft beglücken.
    Aber wer an Edward II denkt, sollte Jakob I ( sohn der maria stuart ) nicht vergessen..; einen der wichtigen könige mit historischer bedeutung für großbritannien.

    Und auf dem festland???
    Und wer sich an das gesicht von Son Altesse Sérénissime le Prince Albert II, dem putzi aus monaco während seiner trauung mit dem australischen high tech fisch Charlène Lynette erinnert, wird die verlorenheit seiner fürstlichen durchlaucht erahnen...
    Da hat einer seinen thron vor den schwestern gerettet mit einer common sence heirat...
    warum auch nicht!
    Richten wir unser augenmerk auf die zu vermutende Ménage à trois. Irgendwo muss ja das ventil versteckt sein... es sei denn, der steht auf stramme landbuben aus dem franz. hinterland.

    Und marokko... was da nicht alles geflüstert wird am hofe mohamed dem VI...

    Was uns wiederum zeigt: ehe ist ein zweckbündnis!
    Wohl denen , die die möglichkeiten ausloten die in solchen konstrukten verborgen sind.
    Wenn beide übereinstimmend diskret ihrer wege gehn, und dem öffentlichen interessenaffen in bunte und gala zucker geben.
    Das lenkt ab von kleinbürgerlichem unbill.
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#8 GF Pr von PrAnonym
  • 29.09.2012, 21:01h
  • Antwort auf #6 von fink
  • Ja, ich weiss. Diese seltsame Liebe fur die Monarchien ist wohl etwas absolut unalltagliches, unpragmatisches, von grossem Teil der Bevolkerung leicht belacheltes und sogar nicht ganz erklarbares. Wie auch die Liebe zum gleichen Geschlecht... Manche Dinge sollen vielleicht so belassen werden, wie sie eben sind, ohne Versuche etwas zu andern bzw. jemanden zu bekehren - zumindest wir, Schwule, konnten das schon irgendwie verstehen, oder ? (Stichwort 'Ex-Gay Therapie"). Interessanterweise sind die zwei grossten Royal-Profis in Frankreich (anders als bei uns), der Ex-Kulturminister Frederic Mitterand (Neffe von Francois) und sehr beliebter Fernsehjournalist Stephan Bern, offen homosexuell.
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#9 finkAnonym
  • 30.09.2012, 12:26h
  • Antwort auf #8 von GF Pr von Pr
  • "Manche Dinge sollen vielleicht so belassen werden, wie sie eben sind, ohne Versuche etwas zu andern bzw. jemanden zu bekehren"

    politisches sollte man immer zu verstehen suchen; das gebietet mir mein anspruch an mich selbst als staatsbürger. und wenn es um den gleichheitsgedanken geht, werde ich leicht mal besonders humorlos.

    wie geht die irrationale faszination für "angeborene statusunterschiede" gewisser eliten mit einer demokratischen grundhaltung zusammen?

    und wie geht es mit einem schwulen emanzipatorischen anspruch zusammen, wenn man es auf anderen politischen ebenen völlig okay findet, dass politische privilegien nicht einmal ansatzweise rational gerechtfertigt werden müssen? kann man emanzipation auf einer ebene glaubhaft anstreben, wenn man auf einer anderen ebene das genaue gegenteil geradezu glorifiziert?
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#10 GF Pr von PrAnonym
  • 30.09.2012, 15:55h
  • Antwort auf #9 von fink
  • Muss ich jetzt auf 'la guillotine' gefasst sein? Dann, bitte, lass mir noch etwas Zeit, damit ich auf Fernsehen die kommende Hochzeit vom luxemburgischen Thronfolger Prinz Guillaume und der belgischen Grafentochter Stephanie am 20. Oktober geniessen kann! Ich habe so lange darauf gewartet. Ubrigens, die Zivilzeremonie einen Tag davor wird der offen schwule Burgermeister der Luxemburg-Stadt leiten sollen. Und ich hoffe, dass bei der kirchlichen Trauung neben dem Konig Albert II. der Belgier auch der belgische Ministerprasident Elio Di Ruppo prasent sein wird. So bekommt 'mariage royal' seinen zweiten homosexuellen Politiker.
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#11 PlutoAnonym
  • 30.09.2012, 16:37h
  • Antwort auf #10 von GF Pr von Pr
  • Die Verhältnisse ändert man jedenfalls nicht dauerhaft mit Cocktailschirmchen, Zitronenröllchen und lebenslänglichem Kaffeeklatsch. Manchmal wird es nämlich Zeit für ein paar neue Köpfe und frische Gesichter an der Spitze. Ansonsten kannst du meinetwegen gerne deine Gala weiterlesen, wenns dich denn befriedigt.
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#12 GF Pr von PrAnonym
  • 30.09.2012, 23:36h
  • Antwort auf #11 von Pluto
  • Glaub mir, es gibt viel bessere Zeitungen bzw. Zeitschriften zu den royalen Themen als 'gala' (ubrigens, die habe ich noch nie im Leben gelesen),- 'Corona', zum Beispiel. Monarchie, so meine ich, ist etwas mehr als 'Zitronenrollchen und lebenslanglicher Kaffeklatsch' - so, wie auch Schauspielerei mehr ist als standiges Photografieren und Liebesromane mit den attraktiven Kollegen (das, naturlich, auch). Ewige Schauspieler der esthetisch personalisierten Macht im lebenslanglichen Theater des Staates - so sind die Monarchen eben. Mit der Demokratie hat das eigentlich soviel oder sowenig Gemeinsames wie eine griechische Vase oder romische Statue. 'Frische Gesichter an der Spitze' - doch ja, warum nicht. Aber sind jetzt die Deutschen etwa sehr glucklich bzw. unglucklich, weil die Bundesrepublik ein Privileg hatte, in zwei Jahren drei Prasidenten zu erleben? Na eben, kein Unterschied. Und so sind wir schon mal wieder am Anfang.
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#13 Detox16Profil
  • 12.08.2014, 21:36h Gießen

  • Ich muss sagen ich fand das Buch sehr schön, ich höffe es wird einen zweiten Teil geben, aber es wird schwer es mich besser zu machen
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