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- 02. Oktober 2012 3 Min.

Brendon Ayanbadejo und Chris Kluwe engagieren sich für die Ehe-Öffnung
Die amerikanische Football-Liga NFL gilt nicht gerade als Diskussionsforum über Homo-Rechte: Im Streit um die Öffnung der Ehe engagieren sich jetzt aber mehrere Spieler auf beiden Seiten der Debatte.
Von Dennis Klein
Wäre es nicht unterhaltsam, wenn Philipp Lahm und Lukas Podolski kontrovers über die Öffnung der Ehe diskutieren würden? In Deutschland ist das derzeit praktisch undenkbar; es ist noch nicht einmal bekannt, ob die Beiden wissen, was das Lebenspartnerschaftsgesetz überhaupt ist. Beim Lieblingssport der Amerikaner streiten sich mehrere Protagonisten jedoch offen darüber, ob Schwule und Lesben rechtlich gleich behandelt werden sollen. Seit letztem Monat hat sich die Debatte verschärft.
Als größter Befürworter der Gleichstellung gilt der Linebacker Brendon Ayanbadejo von den Baltimore Ravens. Der 36-Jährige setzt sich bereits seit 2009 dafür ein, die Diskriminierung im Eherecht zu beenden – lange bevor Barack Obama sein Herz für die Ehe-Öffnung entdeckt hat. Er verfasste damals einen Artikel mit der Überschrift: "Gleichgeschlechtliche Ehe – warum die Aufregung?" in der "Huffington Post". Auch jetzt wirbt er für die Homo-Ehe in einem Video, in dem er die Bürger von Maryland aufruft, bei einem Volksentscheid Anfang November für die Öffnung der Ehe zu votieren.
Maulkorb abgelehnt

Abgeordneter Emmett Burns
Seine Aktionismus hat so manchen Politiker erbost: So schrieb der demokratische Abgeordnete und erbitterte Homo-Gegner Emmett C. Burns (Hauptberuf: Baptisten-Pfarrer) vor gut einem Monat einen Brief an den Vorstand der Ravens, in dem er das Team aufforderte, "solche Aussagen von Ihrem Angestellten zu unterbinden". Der Präsident des Vereins hat aber als Reaktion nur verlautbart, dass sich sein Team gegen Diskriminierung einsetze – und er seinen Spielern nicht den Mund verbieten wolle.
Auch Spieler aus anderen Mannschaften unterstützten Ayanbadejos Engagement: So schrieb der 30-jährige Punter Chris Kluwe von den Minnesota Vikings einen offenen Brief an den Abgeordneten, in dem er ihm "ätzenden Hass und Engstirnigkeit" vorwarf. Kluwe erklärte, er schäme sich dafür, dass sich ein Mann wie Burns als Volksvertreter bezeichnen darf.
Angst um Sexualität der Kinder

Matt Birk sorgt sich um die Ehe als "heilige Vereinigung"
Zwar erklärte Ayanbadejo, dass ihm seine Mitspieler zunächst nur Unterstützung zukommen ließen. Allerdings gibt es seit wenigen Tagen Gegenwind aus dem eigenen Team: Matt Birk, der Center der Baltimore Ravens, hat am Wochenende einen Kommentar für die Zeitung "Star Tribune" verfasst, in dem er erklärt, dass nicht alle NFL-Stars die "Neudefinition der Ehe" unterstützten. Der 36-jährige Harvard-Absolvent argumentiert darin patriotisch: "Alle Menschen sollen unveräußerliche amerikanische Freiheiten erhalten. Es gibt aber keinen Widerspruch darin, jedem einfache Menschenrechte zu gewähren und die Ehe als heilige Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau zu erhalten." Er äußert darin auch die Befürchtung, dass seine Kinder durch die Ehe-Öffnung negativ beeinflusst werden könnten: "Ideen haben Konsequenzen und Gesetze gestalten die Kultur", so der Katholik Birk, der sechs Kinder gezeugt hat.
Einen Tag nach der Veröffentlichung des Kommentars antwortete wiederum Kluwe aus dem fernen Minnesota: In einem ausführlichen Blog-Eintrag nimmt er die Argumente des Homo-Gegners Birk so geschickt auseinander, dass man glatt vergessen könnte, dass der Mann sein Geld mit Football verdient. Er schließt den Text mit den versöhnlichen Worten: "Ich ermutige dich, weiter deine Meinung zu sagen, weil man keine Angst davor haben sollte. Allerdings kann ich dich aus rationalen Erwägungen nicht darin unterstützen, einen Teil der Bürgerschaft zu diskriminieren."














