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"Ich bin ein stolzer schwuler Mann"
Profi-Boxer outet sich
- 04. Oktober 2012 2 Min.

Orlando Cruz kämpft nun auch gegen Homophobie
Der puertoricansche Profi-Boxer Orlando Cruz hat sich in einer Presseerklärung als schwul geoutet. In dem kurzen Statement, dem ein ausführliches TV-Interview folgen soll, sagte der 31-Jährige, er sei ein "stolzer schwuler Mann".
Cruz, der 2000 für sein Land bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney antrat, steht derzeit auf Platz vier der Weltrangliste im Federgewicht (bis rund 57 Kilo). Von 21 Profi-Kämpfen hat er 18 gewonnen, davon neun mit einem Knock-out, und zwei verloren. 2008 holte er den ersten Weltmeister-Titel der WBO. Bei seinem nächsten Kampf am 19. Oktober gegen Jorge Pazos in Florida will er seine Nordamerika-Führung verteidigen und den Kampf um einen erneuten Weltmeistertitel fortführen.
"Ich kämpfe seit über 24 Jahren und während ich meine ansteigende Karriere fortführe, möchte ich die Wahrheit nicht verschweigen", schrieb Cruz in der Erklärung. "Ich möchte das beste Vorbild sein für Kinder, die überlegen, eine Karriere im Box-Sport zu beginnen."
Ein Coming-out als Vorbild
"Ich war und werde immer ein stolzer Puertoricaner sein", so Cruz weiter. "Ich war immer und werde immer ein stolzer schwuler Mann sein." Es ist das erste Coming-out eines aktiven Profi-Boxers, in einem Interview mit dem TV-Sender Telemundo will der Sportler in den nächsten Tagen mehr zu seinem Schritt sagen.
Boxen gilt als homophobe Sportart. Erst im Mai hatte der siebenfache Boxweltmeister und Multimillionär Manny Pacquiao öffentlich die Homo-Ehe kritisiert und einen Bibelvers zitiert, in dem die Todesstrafe gefordert wird (queer.de berichtete). Wenige Monate zuvor hatte der brasilianische Weltmeister Antônio Rodrigo Nogueira erklärt, keine Schwulen trainieren zu wollen (queer.de berichtete)
Der amerikanische Mittelgewicht-Profiboxer Emile Griffith hatte sich etliche Jahre nach seinem Karriereende 1977 als bisexuell geoutet. Er wurde besonders bekannt durch einen besonders gewalttätigen Boxkampf 1962 im Madison Square Garden. Griffith schlug seinem Konkurrenten, den Kubaner Benny Paret, noch mehrfach gegen den Kopf, als dieser bereits bewusstlos war. Paret erlag später seinen Verletzungen. Im Jahr 2005 berichtete "Sports Illustrated", dass Paret Griffith vor dem Spiel als maricón bezeichnet hatte, dem spanischen Equivalent von "Schwuchtel". (nb)














