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Warnung vor Pädophilie
Frankreich: Konservativer Aufstand gegen Ehe-Öffnung
- 05. Oktober 2012 2 Min.

UMP-Politiker François Lebel führt den Protest gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben an
Oppositionspolitiker machen in Frankreich Stimmung gegen Homo-Rechte. Sie warnen: Die Gesellschaft würde verrohen, wenn das "Tabu" der Homo-Ehe falle.
Die sozialistische Regierung arbeitet derzeit an einem Gesetzentwurf, der gleichgeschlechtlichen Paaren im Eherecht gleichstellt (queer.de berichtete). Das Gesetz soll im ersten Halbjahr 2013 in Kraft treten. Nun kommt insbesondere aus den Kommunen heftiger Widerstand: So hat eine Gruppe von Bürgermeistern auf der Insel Korsika angekündigt, sie würden sich auch nach der Verabschiedung des Gesetzes weigern, Schwule und Lesben zu vermählen.
Am Mittwoch haben Aussagen des Pariser Stadtteilbürgermeisters François Lebel für große Aufregung gesorgt, der vor einem Dominoeffekt warnte. Sollte die Ehe geöffnet werden, müsse man unweigerlich auch Inzest und Polygamie anerkennen und Pädophilie legalisieren: "Wenn das Tabu bei der Ehe fällt, wie können wir andere Tabus aufrecht erhalten?", schrieb der Politiker der konservativen UMP in einer kommunalen Zeitschrift.
Homo-Gruppen "sprechen Fatwa aus"
Selbst Parteifreunde kritisierten Lebel scharf für seine Äußerungen. Der schwule Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë kritisierte insbesondere, dass Lebel einvernehmliche Beziehungen unter Erwachsenen mit Verbrechen vergleicht. Lebel erwiderte daraufhin an seine Gegner: "Kann man nicht mal eine Meinung äußern, ohne dass sie von einer allwissenden Lobbygruppe sofort in den Schmutz gezogen und karikiert wird. Das ist so, als ob eine Fatwa gegen mich ausgesprochen wurde."
Mehrere hochrangige UMP-Politiker unterstützen Lebel zwar nicht direkt, warnen aber vor dem Volkszorn, sollte die Ehe geöffnet werden. So erklärte François Fillon, der zwischen 2007 und 2012 Premierminister war: "Präsident und Premierminister sollten sich zwei Mal überlegen, ob sie jetzt über die Ehe-Öffnung debattieren wollen."
Lebel findet auch Unterstützer für seine Äußerungen. So verteidigte die christdemokratische Parteichefin Christine Boutin den Kommunalpolitiker: "Falls uns die homosexuelle Ehe aufgezwungen wird, ist es wahrscheinlich, dass wir in den kommenden Jahren Polygamie in Frankreich akzeptieren müssen." Sie erklärte weiter, dass sich viele Bürgermeister "unwohl fühlen bei diesem Gesetz." Die Christdemokraten gehörten auch zu dem von der UMP angeführten konservativen Parteienbündnis. Sie fordern wie mehrere andere konservative Gruppen einen Volksentscheid zum Thema Ehe-Öffnung.
In der Öffentlichkeit ist die Gleichstellung im Eherecht dagegen weniger umstritten, als es die politische Debatte erscheinen lässt. Seit Jahren sprechen sich konstant zwei Drittel der Franzosen für die Ehe-Öffnung aus. Bei der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes "Opinion Way" ist die Zustimmung sogar auf 74 Prozent angestiegen. (dk)















"Sollte die Ehe geöffnet werden, müsse man unweigerlich auch Inzest und Polygamie anerkennen und Pädophilie legalisieren"
Denn Homoehe, Inzest und Polygamie sind ja mal auf einem ganz anderen Level als Pädophilie. Bei den ersten drei wählen mündige Menschen in gegenseitigem Einverständnis eine bestimmte Art des Zusammenlebens, Pädophile hingegen stellt eben ein Problem dar, da Kinder zum Objekt sexueller Begierde werden. Außerdem kann man Pädophilie nicht "legalisieren", Pädophilie existiert. "Pädophile Handlungen" können legalisiert werden, was natürlich aus naheliegenden Gründen nicht passieren wird bzw. darf.