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  • 08. Oktober 2012 18 2 Min.

Die Junge Union will künftig das "Kindeswohl" in den Mittelpunkt stellen und erklärt damit Homo­sexuelle nicht mehr generell zur Gefahr für den Nachwuchs (Bild: nerdcoregirl / flickr / by-sa 2.0)

Am Wochenende hat die Junge Union auf ihrem Deutschlandtag in Rostock ein neues Grundsatzprogramm beschlossen, das eine Gleichstellung im Adoptionsrecht befürwortet.

Ursprünglich wollte die Jugendorganisation von CDU und CSU die Gleich­behandlung von Schwulen und Lesben beim Adoptionsrecht ablehnen, allerdings haben vergangene Woche mehrere Landes- und Kreisverbände Änderungsanträge gestellt. Eine Mehrheit der Delegierten lehnte schließlich am Wochenende das generelle Adoptionsverbot für schwule und lesbische Paare ab.

Statt dessen stellt die Junge Union das "Kindeswohl" in den Mittelpunkt. Neben der Beibehaltung der 2004 von Rot-Grün beschlossenen Stiefkindadoption plädieren die jungen Konservativen für "Einzelfallentscheidungen". Eine Entscheidung aufgrund der sexuellen Orientierung der Eltern werde abgelehnt, allerdings "brauche" ein Kind Vater und Mutter.

Die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) begrüßten die Entscheidung der Jugendorganisation als "Meilenstein in der Gleichstellungspolitik der Union", wie LSU-Chef Alexander Vogt erklärte. "Ich freue mich sehr, dass die Junge Union hier wieder einmal zum Vorreiter für die Gesamtpartei geworden ist. Die Mehrheit der jungen Mitglieder von CDU und CSU ist mit uns der Meinung, dass Lesben und Schwule nicht per se schlechtere Eltern sind als heterosexuelle Ehepaare", so Vogt.

Union blockiert

Die Union ist die einzige im Bundestag vertretene Fraktion, die eine Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Adoptionsrecht ablehnt. SPD, FDP, Grüne und Linke fordern dagegen, die Benachteiligung zu beenden. 2009 hat das Bundesjustizministerium bereits in einer Studie nachgewiesen, dass Kinder, die in Regenbogenfamilien aufwachsen, keine Nachteile erleiden (queer.de berichtete).

Noch vor wenigen Jahren hat auch die Junge Union die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben strikt abgelehnt. So erklärte die JU-Familienbeauftragte noch 2008, dass Regenbogenfamilien für "seelischen Entwicklungsstörungen" unter Kindern verantwortlich seien (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 anomeAnonym
  • 08.10.2012, 18:41h
  • Na also, es tut sich was in der Union!
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#2 stephan
  • 08.10.2012, 19:17h
  • "Eine Entscheidung aufgrund der sexuellen Orientierung der Eltern werde abgelehnt, allerdings "brauche" ein Kind Vater und Mutter."

    Dieser Satz jedoch ist völlig unklar! Was soll das denn bitte in der Praxis bedeuten?

    Ich befürchte, der Sinn eines solches Satzes ist, es allen Seiten irgendwie recht zu machen und Konflikten solange aus dem Weg zu gehen, wie eine praktische Umsetzung mit der Union ohnehin noch nicht möglich ist! Ob man es mit solchen Sätzen und der Pervertierung der Logik allerdings schafft, scheint mir sehr fraglich!
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#3 finkAnonym
  • 08.10.2012, 19:46h
  • ""Die Mehrheit der jungen Mitglieder von CDU und CSU ist mit uns der Meinung, dass Lesben und Schwule nicht per se schlechtere Eltern sind als heterosexuelle Ehepaare", so Vogt."

    aber meistens anscheinend doch, denn kinder "brauchen" ja angeblich vater und mutter. obiges ist also ein typisches beispiel für die devote rosa-brillen-poesie der lsu. da wird jedes noch so vergiftete krümelchen gleich zur halben torte hochgejubelt.

    wenn es schon ein "meilenstein" sein soll, dass man schwule und lesbische eltern IM AUSNAHEFALL mal NICHT schlimmer findet als heteroeltern, dann zeigt diese maßangabe nur, wie unendlich weit auch die junge union und natürlich die lsu von der anerkennung echter gleichberechtigung entfernt sind.

    da fehlen noch SEHR VIELE meilen!
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